Vorhofflattern und das Risiko für Herz und Kreislauf

Vorhofflattern und das Risiko für Herz und Kreislauf

PD Dr. med. Witold Polanski

Vorhofflattern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens ungewöhnlich schnell und regelmäßig schlagen, was zu einem gestörten Blutfluss in die Herzkammern führen kann.

Was passiert beim Vorhofflattern?

Im Herzen gibt es zwei Vorhöfe und zwei Hauptkammern. Normalerweise sorgt ein elektrischer Impuls dafür, dass sich die Vorhöfe und Kammern in einer festen Reihenfolge zusammenziehen. Bei Vorhofflattern gerät dieses System aus dem Takt. Die Vorhöfe schlagen dann sehr schnell, oft zwischen zweihundert und dreihundert Mal pro Minute. Die Herzkammern können diesem Tempo nicht immer folgen, weshalb der Puls oft unregelmäßig oder zu schnell ist. Diese Störung zählt zu den sogenannten Arrhythmien, also Herzrhythmusstörungen.

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Symptome und wie sich Vorhofflattern bemerkbar macht

Viele Menschen spüren das Vorhofflattern sofort, weil das Herz plötzlich rast oder stolpert. Typisch sind Herzklopfen, ein schneller oder unregelmäßiger Puls und manchmal ein Gefühl von Schwäche oder Schwindel. Manche berichten auch über Kurzatmigkeit, Brustdruck oder das Gefühl, nicht mehr richtig belastbar zu sein. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Rhythmusstörung gar keine Beschwerden verursacht und zufällig bei einer Untersuchung entdeckt wird.

Ist Vorhofflattern gefährlich?

Diese Frage beschäftigt viele, die zum ersten Mal von der Diagnose hören. Vorhofflattern ist nicht sofort lebensbedrohlich, kann aber zu Komplikationen führen. Weil die Vorhöfe nicht mehr richtig arbeiten, kann sich das Blut dort stauen und leichter Gerinnsel bilden. Diese Blutgerinnsel können mit dem Blutstrom in andere Organe gelangen und dort Gefäße verstopfen, zum Beispiel im Gehirn. Das Risiko für einen Schlaganfall ist deshalb bei Vorhofflattern erhöht, ähnlich wie beim bekannteren Vorhofflimmern. Außerdem kann ein dauerhaft zu schneller Herzschlag das Herz auf Dauer schwächen.

Wie wird Vorhofflattern festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist mit einem EKG, also einer Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Im EKG zeigt sich ein typisches „Sägezahnmuster“, das Ärztinnen und Ärzte sofort erkennen. Manchmal ist das Vorhofflattern nur vorübergehend und tritt nicht ständig auf. Dann hilft ein Langzeit-EKG, das über vierundzwanzig oder achtundvierzig Stunden getragen wird. In seltenen Fällen sind weitere Untersuchungen wie ein Herzultraschall nötig, um zu prüfen, ob das Herz bereits geschwächt ist oder ob sich Blutgerinnsel gebildet haben.

Behandlungsmöglichkeiten und was du selbst tun kannst

Welche Therapie infrage kommt, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind, wie lange das Vorhofflattern schon besteht und ob andere Erkrankungen vorliegen. Ziel ist es, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen oder zumindest den Puls auf ein gesundes Maß zu bringen. Manchmal reicht schon ein Medikament, das die Herzfrequenz bremst. In anderen Fällen wird versucht, das Herz mit einem kurzen elektrischen Impuls wieder in den normalen Rhythmus zu bringen. Das nennt sich Kardioversion. Es gibt auch spezielle Katheterverfahren, bei denen die fehlerhafte Stelle im Vorhof gezielt verödet wird. Um das Schlaganfallrisiko zu senken, verschreiben Ärztinnen und Ärzte oft blutverdünnende Medikamente.

Wer Vorhofflattern hat, kann selbst einiges tun, um das Herz zu entlasten. Alkohol, Nikotin und sehr viel Koffein können die Rhythmusstörung begünstigen und sollten möglichst gemieden werden. Regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht und die Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes helfen ebenfalls, das Herz zu schützen. Wichtig ist, auf Warnzeichen wie plötzliche Schwäche, Sprachstörungen oder Lähmungen zu achten. Das könnten Anzeichen für einen Schlaganfall sein und erfordern sofortige medizinische Hilfe.

Typische Sorgen und häufige Fragen

Viele sind nach der Diagnose verunsichert: Kann das Herz stehen bleiben? Muss man Angst vor einem plötzlichen Herztod haben? In den allermeisten Fällen ist Vorhofflattern nicht akut lebensbedrohlich. Das Hauptrisiko besteht im erhöhten Schlaganfallrisiko und in einer möglichen Herzschwäche, wenn die Rhythmusstörung lange unbemerkt bleibt oder nicht behandelt wird. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrzunehmen und die verordneten Medikamente konsequent einzunehmen.

Manche fragen sich, ob Sport noch möglich ist. Leichte bis moderate Bewegung ist in der Regel sogar empfehlenswert, solange keine schweren Symptome wie Brustschmerzen oder ausgeprägte Atemnot auftreten. Bei Unsicherheit hilft ein Gespräch mit der Kardiologin oder dem Kardiologen, um die Belastbarkeit einzuschätzen.

Was unterscheidet Vorhofflattern von anderen Rhythmusstörungen?

Vorhofflattern und Vorhofflimmern werden oft verwechselt, weil beide den Vorhof betreffen und das Schlaganfallrisiko erhöhen. Beim Vorhofflattern ist der Rhythmus der Vorhöfe zwar sehr schnell, aber meist noch regelmäßig. Beim Vorhofflimmern hingegen schlagen die Vorhöfe völlig ungeordnet. Die Behandlung ähnelt sich, doch im EKG sehen die beiden Störungen unterschiedlich aus. Auch andere Arrhythmien wie Extrasystolen oder ventrikuläre Tachykardien unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Therapie.

Vorhofflattern ist also eine spezielle Form der Herzrhythmusstörung, die gut behandelbar ist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Wer Symptome bemerkt oder einen entsprechenden Befund erhält, sollte den Kontakt zur Ärztin oder zum Arzt suchen, um das persönliche Risiko und die besten Behandlungsmöglichkeiten zu klären.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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