Die Nebennieren sind zwei kleine, etwa walnussgroße Organe, die jeweils oberhalb der Nieren liegen und lebenswichtige Hormone für den Körper produzieren.
Aufbau und Funktion der Nebennieren
Jede Nebenniere besteht aus zwei verschiedenen Bereichen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Der äußere Teil wird als Nebennierenrinde bezeichnet und ist für die Herstellung von Hormonen wie Cortisol, Aldosteron und bestimmten Geschlechtshormonen verantwortlich. Diese Stoffe sind wichtig für den Stoffwechsel, den Wasser und Salzhaushalt sowie die Reaktion auf Stress. Mehr über die Aufgaben und mögliche Störungen der Nebennierenrinde gibt es im Artikel zur Nebennierenrinde.
Im Inneren der Nebenniere liegt das sogenannte Nebennierenmark. Dieser Bereich produziert vor allem Adrenalin und Noradrenalin. Beide Hormone sind entscheidend für die schnelle Anpassung des Körpers an Stresssituationen, etwa bei plötzlicher Gefahr oder großem Schreck. Sie sorgen dafür, dass das Herz schneller schlägt, die Muskeln besser durchblutet werden und der Körper blitzschnell Energie bereitstellen kann.
Warum sind die Nebennieren so wichtig?
Obwohl sie klein sind, spielen die Nebennieren eine zentrale Rolle für das gesamte Wohlbefinden. Ohne ihre Hormone könnten viele lebenswichtige Vorgänge nicht richtig ablaufen. Ein gutes Beispiel ist das Hormon Cortisol, das unter anderem Entzündungen im Körper reguliert und hilft, mit Stress umzugehen. Auch der Blutdruck wird durch die Nebennierenhormone beeinflusst. Das Hormon Aldosteron sorgt dafür, dass der Körper nicht zu viel Salz und Wasser verliert, was wiederum für einen stabilen Kreislauf sorgt.
Was passiert, wenn die Nebennieren nicht richtig arbeiten?
In den meisten Fällen funktionieren die Nebennieren unbemerkt und zuverlässig. Manchmal kommt es jedoch vor, dass sie zu viele oder zu wenige Hormone produzieren. Das kann verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich bemerkbar machen. Zum Beispiel kann eine Unterfunktion der Nebennierenrinde zu Müdigkeit, Schwäche und niedrigem Blutdruck führen. Überfunktionen können sich durch Bluthochdruck, Gewichtszunahme oder Veränderungen im Aussehen zeigen.
Manchmal werden im Rahmen von Untersuchungen Begriffe wie „schlanke Nebennieren“, „zarte Nebennieren“ oder „verplumpte Nebenniere“ verwendet. Diese Beschreibungen beziehen sich auf das Aussehen der Organe im Ultraschall oder in der Bildgebung. Was genau damit gemeint ist und ob das Hinweise auf eine Erkrankung liefert, wird in den Artikeln zu schlanken Nebennieren, zarten Nebennieren und verplumpter Nebenniere genauer erklärt.
Häufige Veränderungen und gutartige Tumoren
Gelegentlich werden bei bildgebenden Untersuchungen kleine Knoten oder Veränderungen an den Nebennieren entdeckt. Ein typischer Befund ist das sogenannte Nebennierenadenom. Dabei handelt es sich meist um einen gutartigen Tumor, der häufig keine Beschwerden verursacht und oft zufällig gefunden wird. Mehr Informationen dazu gibt es im Artikel über Nebennierenadenome.
Wie werden die Nebennieren untersucht?
Wenn Beschwerden auftreten, die auf eine Störung der Nebennieren hindeuten, kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz. Dazu zählen Bluttests, bei denen die Hormonspiegel gemessen werden, sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie. So lassen sich Form und Funktion der Organe genauer beurteilen und mögliche Veränderungen aufdecken.
Zusammenfassung: Kleine Organe mit großer Wirkung
Die Nebennieren sind unscheinbare, aber unverzichtbare Teile des Körpers. Sie steuern mit ihren Hormonen viele Abläufe, die für das tägliche Leben notwendig sind. Veränderungen an den Nebennieren werden meist im Rahmen anderer Untersuchungen entdeckt und sind nicht immer ein Grund zur Sorge. Wer einen auffälligen Befund erhält oder Fragen zu den Nebennieren hat, kann sich in den oben verlinkten Artikeln gezielt weiter informieren.