Wie es entsteht und wer besonders gefährdet ist
Die mit Abstand wichtigste Ursache ist Sonnenlicht. Über viele Jahre trifft die UV-Strahlung die Haut und hinterlässt kleine Schäden im Erbgut der Zellen. Besonders prägend ist offenbar die Sonne, die man in den ersten beiden Lebensjahrzehnten abbekommen hat. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend zählen deshalb später mit.
Gefährdeter sind Menschen mit heller Haut, hellen Augen und blonden oder roten Haaren, weil ihre Haut weniger Eigenschutz mitbringt. Auch wer beruflich oder in der Freizeit viel draußen ist, sammelt mehr Sonnenstunden an. Ein höheres Lebensalter, ein geschwächtes Immunsystem und frühere Strahlenbehandlungen können das Risiko zusätzlich erhöhen. Das erklärt auch, warum ein Basaliom fast immer dort entsteht, wo die Sonne am meisten hinkommt.
Wie sieht so ein heller Hautkrebs aus?
Am Anfang ist so ein Tumor leicht zu übersehen. Typisch ist ein kleines, hautfarbenes bis rötliches Knötchen, das leicht glänzt, fast wie ein Wassertropfen oder eine Perle. Oft schimmern feine, verästelte Äderchen hindurch. Manchmal zeigt sich stattdessen ein flacher, schuppiger oder leicht geröteter Fleck, der wie ein Ekzem aussieht und einfach nicht verschwinden will.
Ein Warnzeichen im Anfangsstadium ist eine kleine Stelle, die immer wieder blutet, verkrustet, kurz abheilt und dann erneut aufbricht. Wächst der Tumor weiter, kann in der Mitte eine kleine Mulde oder ein wunder Bereich entstehen, während sich am Rand ein leicht erhabener, perlschnurartiger Saum bildet. Weil Bilder im Internet stark variieren und harmlose Hautveränderungen oft ganz ähnlich aussehen, lässt sich ein Basaliom über ein Foto allein nicht sicher erkennen. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann eine verdächtige Stelle dagegen zuverlässig einordnen.
Weil UV-Strahlung der Hauptauslöser ist, tauchen diese Tumoren vor allem an Nase, Stirn, Ohren, Wangen und auf der Kopfhaut auf, also im ganzen Gesicht und überall dort, wo die Haut jahrelang der Sonne ausgesetzt war. Gerade an der Nase und in Augennähe ist eine frühe Behandlung wichtig, weil die Haut hier dünn ist und darunter empfindliche Strukturen liegen.
Noduläres, superfizielles und sklerodermiformes Basalzellkarzinom
Nicht jedes Basaliom verhält sich gleich, und im Befund tauchen oft Fachbegriffe für die genaue Form auf. Die häufigste Variante ist das noduläre Basalzellkarzinom. Es bildet das typische glänzende Knötchen mit den durchscheinenden Äderchen und wächst meist langsam an einer Stelle.
Die oberflächliche Form, im Befund superfiziell genannt, bleibt flach und breitet sich eher in die Fläche aus. Diese oberflächliche Form erscheint als rötlicher, leicht schuppiger Fleck, oft am Rumpf, und wird deshalb besonders leicht mit einem Ekzem verwechselt. Etwas ungünstiger verhält sich die sklerodermiforme Variante, auch morpheaform genannt. Optisch wirkt sie wie eine blasse, narbige, leicht eingesunkene Stelle und hat unscharfe Grenzen. Genau das macht sie tückisch, denn sie reicht mit feinen Ausläufern oft weiter in die Tiefe und zur Seite, als man von außen sieht. Diese Form fällt häufig erst spät auf und kommt nach einer Behandlung etwas öfter zurück. Welche Variante vorliegt, beeinflusst, wie gründlich behandelt werden muss.
Wie gefährlich ist ein Basalzellkarzinom wirklich?
Ein Basaliom ist zwar Krebs, verhält sich aber ganz anders als viele andere Tumoren. Es wächst meist langsam und streut nur äußerst selten in andere Organe. Ableger in Lymphknoten oder inneren Organen, also Metastasen, sind eine echte Rarität. Deshalb ist die Sterblichkeit sehr niedrig, und die Prognose gilt insgesamt als ausgezeichnet.
Ganz harmlos ist die Erkrankung trotzdem nicht, und darum lohnt es sich, sie ernst zu nehmen. Bleibt ein Basaliom über lange Zeit unbehandelt, kann es vor Ort in die Tiefe wachsen und dabei Gewebe zerstören. Im Gesicht, besonders an Nase, Ohren und rund ums Auge, kann das mit der Zeit Knorpel, Knochen oder empfindliche Strukturen schädigen. Diese örtliche Zerstörung ist das eigentliche Risiko, nicht die Bildung von Metastasen. Die aggressiveren Formen wie die sklerodermiforme oder tief einwachsende Variante richten örtlich mehr Schaden an. Ihr Risiko ist etwas höher als bei der knotigen oder oberflächlichen Form, insgesamt aber weiterhin gering. Je früher so ein Tumor entdeckt und entfernt wird, desto kleiner und unkomplizierter ist der Eingriff.
Der Unterschied zum Plattenepithelkarzinom
Neben dem Basaliom gibt es eine zweite Form von hellem Hautkrebs, das Plattenepithelkarzinom. Beide zusammen machen den weitaus größten Teil aller Hautkrebsfälle abseits des Melanoms aus. Der Unterschied liegt darin, aus welchen Zellen sie entstehen. Das Basalzellkarzinom geht von den Basalzellen ganz unten in der Oberhaut aus, das Plattenepithelkarzinom dagegen von den flacheren Zellen der oberen Hautschichten.
Das Basaliom wächst meist gemächlich und bildet fast nie Ableger, während das Plattenepithelkarzinom etwas schneller wachsen und etwas häufiger streuen kann. Welche der beiden Formen vorliegt, klärt eine feingewebliche Untersuchung, und danach richtet sich auch die Behandlung.
Wie die Diagnose gestellt wird
Am Anfang steht der genaue Blick auf die Haut. Mit einer Lupenleuchte, dem sogenannten Dermatoskop, kann die Hautärztin oder der Hautarzt eine verdächtige Stelle stark vergrößern und typische Merkmale erkennen, etwa die feinen, verästelten Äderchen oder einen zarten weißen Schimmer im Gewebe. Für unklare Fälle gibt es zusätzlich moderne Verfahren, die die Haut Schicht für Schicht sichtbar machen, ohne sie zu verletzen.
Bei unklaren Fällen bringt erst die Gewebeprobe letzte Sicherheit. Dabei wird ein kleines Stück der auffälligen Haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Dieser Schritt zeigt zweifelsfrei, ob es sich wirklich um ein Basaliom handelt und um welche Form. Dieser Befund ist dann die Grundlage für alles Weitere.
Behandlungsmöglichkeiten beim Basalzellkarzinom
In den allermeisten Fällen lässt sich ein Basaliom gut heilen, und die erste Wahl ist fast immer die vollständige operative Entfernung. Der Tumor wird mit einem schmalen Rand gesunder Haut herausgeschnitten, danach ist die Sache oft erledigt. Bei heiklen Stellen im Gesicht oder bei den aggressiveren Formen kommt eine mikrografisch kontrollierte Chirurgie zum Einsatz, im Befund auch Mohs-Chirurgie genannt, bei der die Ränder des entnommenen Gewebes lückenlos unter dem Mikroskop kontrolliert werden. So bleibt möglichst viel gesunde Haut erhalten, und die Heilungsraten sind hervorragend.
Nicht jeder Fall braucht ein Skalpell. Bei flachen, oberflächlichen und risikoarmen Tumoren kommen auch schonendere Wege infrage. Dazu zählen Cremes, die den Tumor über mehrere Wochen behandeln, das oberflächliche Abtragen mit anschließender Verödung sowie die photodynamische Therapie, bei der eine Substanz auf die Haut aufgetragen und die Stelle danach mit einem speziellen Licht bestrahlt wird. Wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, etwa bei sehr betagten Menschen, kann auch eine Strahlentherapie helfen. Für die seltenen Fälle, in denen ein Basaliom weit fortgeschritten ist oder sich doch ausgebreitet hat, gibt es wirksame Medikamente. Nach der aktuellen europäischen Leitlinie sind hier zunächst sogenannte Hedgehog-Hemmer wie Vismodegib und Sonidegib die erste Wahl, die genau den überaktiven Signalweg blockieren. Wirken diese nicht mehr oder werden sie nicht vertragen, kann eine Immuntherapie mit dem Wirkstoff Cemiplimab folgen, die das körpereigene Abwehrsystem gegen den Tumor stärkt. Welcher Weg der richtige ist, hängt von Form, Größe, Lage und deinem persönlichen Wunsch ab und wird gemeinsam mit dem Behandlungsteam entschieden.
Vorbeugen und Warnzeichen erkennen
Der wirksamste Schutz ist ein vernünftiger Umgang mit der Sonne. Ein guter Sonnenschutz, Schatten in der Mittagszeit, ein Hut für Gesicht und Kopfhaut sowie der Verzicht auf das Solarium entlasten deine Haut spürbar. Weil sich Sonnenschäden über das ganze Leben summieren, lohnt sich dieser Schutz in jedem Alter.
Genauso wichtig ist der aufmerksame Blick auf die eigene Haut. Wenn eine Stelle über Wochen nicht abheilt, immer wieder blutet oder sich langsam verändert, solltest du sie hautärztlich abklären lassen, gerade im Gesicht. Wer schon einmal ein Basaliom hatte, entwickelt später etwas leichter ein weiteres, deshalb sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll. Mit einer rechtzeitigen Behandlung stehen die Chancen ausgesprochen gut.
Quellen
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