Lymphknoten: Warnsignale und ihre Bedeutung

Lymphknoten: Warnsignale und ihre Bedeutung

05.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die Teil des Immunsystems sind und im ganzen Körper verteilt liegen. Sie filtern Lymphflüssigkeit und helfen dabei, Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren abzuwehren.

Aufbau und Funktion

Im menschlichen Körper gibt es mehrere hundert Lymphknoten. Die meisten sitzen in Gruppen an bestimmten Stellen, zum Beispiel am Hals, in den Achselhöhlen, in der Leistengegend, am Kieferwinkel oder im Bauchraum. Jeder einzelne Lymphknoten ist von einer festen Kapsel umgeben und enthält ein Netzwerk aus Zellen, die auf das Erkennen und Bekämpfen von Krankheitserregern spezialisiert sind.

Die wichtigste Aufgabe besteht darin, die sogenannte Lymphe zu filtern. Diese Flüssigkeit durchströmt das Gewebe und transportiert Abfallprodukte, abgestorbene Zellen und Fremdstoffe ab. Gelangen Erreger wie Bakterien oder Viren in die Lymphe, werden sie im Lymphknoten erkannt und unschädlich gemacht. Gleichzeitig können Abwehrzellen, die sogenannten Lymphozyten, im Inneren des Knotens heranreifen und sich vermehren.

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Warum schwellen Lymphknoten manchmal an?

Manchmal bemerkt man, dass Lymphknoten größer oder druckempfindlich werden. Das passiert meist, wenn das Immunsystem besonders aktiv ist. Bei einer Erkältung, Grippe oder einer Entzündung in der Nähe können Lymphknoten anschwellen, weil sie vermehrt Abwehrzellen bilden und Krankheitserreger bekämpfen. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Körper arbeitet und sich gegen eine Infektion wehrt.

Typisch ist zum Beispiel eine Schwellung am Hals, wenn eine Mandelentzündung oder ein Infekt der oberen Atemwege vorliegt. Auch bei kleinen Verletzungen, etwa an den Fingern, kann ein Lymphknoten in der Achsel anschwellen. In den meisten Fällen bildet sich die Schwellung nach Abklingen der Infektion wieder zurück.

Wann sollte man aufmerksam werden?

Meistens ist eine Schwellung harmlos und klingt innerhalb weniger Wochen von selbst ab. Es gibt aber auch Situationen, in denen ein Arztbesuch sinnvoll ist. Das gilt zum Beispiel, wenn ein Lymphknoten länger als drei bis vier Wochen vergrößert bleibt, sehr hart wird, ungewöhnlich stark schmerzt oder ohne erkennbaren Grund anschwillt. Auch wenn mehrere Lymphknoten an verschiedenen Stellen gleichzeitig betroffen sind, sollte die Ursache geklärt werden.

In seltenen Fällen können auch ernstere Erkrankungen wie Tumore, bestimmte Infektionen oder eine Störung des Immunsystems dahinterstecken. Hier ist eine genaue Untersuchung wichtig, um die Ursache herauszufinden. Meistens reicht eine körperliche Untersuchung, manchmal werden auch Bluttests oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall eingesetzt.

Lymphknoten im medizinischen Befund

In Arztbriefen oder Befunden taucht der Begriff häufig auf, etwa in Formulierungen wie „lymphknotenschwellung“, „reaktiver Lymphknoten“ oder „vergrößerter Lymphknoten“. Damit wird meist beschrieben, dass der Knoten auf eine Reizung oder Infektion reagiert. Von einem „reaktiven“ Lymphknoten spricht man, wenn er sich als Reaktion auf eine harmlose Ursache, etwa eine Infektion, vergrößert hat.

Manchmal werden auch Lymphknoten im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder bei bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder CT beschrieben. Hierbei bewertet die Ärztin oder der Arzt Größe, Form, Struktur und Lage, um zu unterscheiden, ob es sich um eine normale Reaktion oder einen Hinweis auf eine Erkrankung handelt.

Was kann man selbst tun?

Bei einer leichten Schwellung, die im Zusammenhang mit einem Infekt auftritt, hilft es oft, dem Körper Ruhe zu gönnen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Wärme, zum Beispiel durch einen Schal am Hals, kann das Wohlbefinden verbessern. Auf das Ausdrücken oder Massieren sollte verzichtet werden, um keine zusätzlichen Reizungen zu verursachen.

Wenn Unsicherheit besteht oder die Schwellung länger anhält, ist es ratsam, dies ärztlich abklären zu lassen. Vor allem bei Fieber, Nachtschweiß, unerklärlichem Gewichtsverlust oder sehr harten, festen Lymphknoten sollte eine Untersuchung erfolgen.

Lymphknoten und das Immunsystem

Die kleinen Organe spielen eine zentrale Rolle für die Immunabwehr. Ohne sie wäre der Körper deutlich anfälliger für Infektionen. Bei Kindern sind Lymphknoten oft besonders aktiv und können in den ersten Lebensjahren immer mal wieder anschwellen. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem lernt und arbeitet. Im Erwachsenenalter beruhigt sich dieser Prozess in der Regel wieder.

Insgesamt gilt: Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des körpereigenen Schutzsystems. Sie reagieren auf viele harmlose, manchmal aber auch auf ernstere Veränderungen im Körper. Eine Schwellung ist meist ein Zeichen für eine normale Abwehrreaktion und vergeht von selbst. Bei Unsicherheit oder ungewöhnlichen Begleiterscheinungen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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