Thoraxdiagnostik: Röntgen, CT oder Ultraschall im Vergleich

Thoraxdiagnostik: Röntgen, CT oder Ultraschall im Vergleich

Thoraxdiagnostik ist der Sammelbegriff für alle Untersuchungen, mit denen der Brustkorb von innen sichtbar gemacht und beurteilt wird, meistens mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) oder Ultraschall. Ärztinnen und Ärzte prüfen damit vor allem, ob Lunge, Rippen, Herz und die Gefäße im Brustkorb gesund sind oder ob es Auffälligkeiten gibt.

Thorax heißt Brustkorb, nicht nur Lunge

Thorax ist das Fachwort für den Brustkorb, also den Bereich zwischen Hals und Bauch, in dem Lunge, Herz, große Blutgefäße, die Rippen und das Zwerchfell liegen. Er ist damit mehr als die Lunge allein, auch wenn viele Untersuchungen tatsächlich wegen der Lunge gemacht werden.

Bei einer Thoraxdiagnostik geht es also um diesen ganzen Raum. Wenn du dich für die anatomische Bedeutung des Begriffs interessierst, findest du dazu eine eigene Seite zu Thorax als Brustkorb.

Ganzen Befund übersetzen?

Du hast einen Arztbericht oder Befund den du nicht verstehst? Dann nutze Simply Onno, um dir diesen in einfache Sprache übersetzen und erklären zu lassen.

Mehr Infos

Die wichtigsten Verfahren der Thoraxdiagnostik im Überblick

Drei Verfahren prägen den Alltag der Brustkorb-Untersuchung, und sie unterscheiden sich darin, wie genau sie sind, wie schnell sie gehen und ob dabei Strahlung entsteht.

Das Röntgenbild des Brustkorbs

Das Röntgen-Thorax ist mit Abstand die häufigste erste Untersuchung: Röntgenstrahlen durchdringen dabei den Brustkorb und erzeugen ein Bild, auf dem sich Knochen, Gewebe und Luft unterschiedlich hell abzeichnen. Das geht schnell, ist überall verfügbar und liefert mit wenig Aufwand einen guten ersten Überblick. Angeordnet wird es zum Beispiel bei Husten, Fieber, Atemnot, Brustschmerzen oder wenn eine Lungenentzündung im Raum steht, oft auch vor einer Operation oder um eine bekannte Erkrankung im Verlauf zu kontrollieren. Wie so ein Bild im Detail entsteht und aussieht, steht auf der Seite zur Röntgenaufnahme des Thorax.

Wann eine CT vom Brustkorb gemacht wird

Eine Computertomografie, kurz CT-Thorax, kommt dann zum Einsatz, wenn das Röntgenbild nicht ausreicht oder eine genauere Antwort nötig ist. Sie setzt viele Röntgenaufnahmen zu einem Schichtbild zusammen und zeigt deutlich mehr Details, zum Beispiel kleine Knoten in der Lunge, ein Blutgerinnsel in den Lungengefäßen, Verletzungen nach einem Unfall oder wie weit ein Tumor reicht. Der Preis dafür ist eine höhere Strahlendosis, deshalb wird nicht bei jeder Frage gleich eine CT gemacht. Mehr dazu steht auf der Seite zum CT-Thorax.

Ultraschall am Krankenbett

Der Lungenultraschall, auch Thoraxsonografie genannt, arbeitet mit Schallwellen statt mit Strahlung und lässt sich direkt am Bett oder in der Praxis einsetzen. Besonders gut zeigt er Flüssigkeit im Brustkorb oder eine zusammengefallene Lunge, und in bestimmten Situationen kann Ultraschall sogar zuverlässiger sein als ein Röntgenbild: Bei Unfallverletzten im Liegen findet er eine zusammengefallene Lunge deutlich häufiger als eine liegend gemachte Röntgenaufnahme, und bei einer Lungenentzündung, gerade bei Kindern, ist er ähnlich treffsicher wie das Röntgen, ganz ohne Strahlenbelastung. Röntgen und CT ersetzt er trotzdem nicht allgemein, weil er tiefere und knöcherne Strukturen nur begrenzt darstellt, sodass jedes Verfahren seinen eigenen Platz hat.

Was sich auf den Bildern erkennen lässt

Mit der Bildgebung vom Brustkorb lassen sich viele Dinge sichtbar machen: eine Lungenentzündung (Pneumonie), Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand (ein Erguss), eine zusammengefallene Lunge (Pneumothorax), gebrochene Rippen sowie die Größe des Herzens und ein Rückstau von Blut in der Lunge, wie er bei einer Herzschwäche vorkommt. Erkennbar sind außerdem Tumoren und Absiedlungen, also Ableger, die ein Tumor von einer anderen Stelle im Körper aus gebildet hat.

Für eine vermutete Lungenentzündung gilt das Röntgenbild in zwei Ebenen, einmal von vorn und einmal von der Seite, als der übliche erste Schritt, weil es die Diagnose absichert und Komplikationen wie einen Erguss früh zeigt. Ist rasch kein Röntgen verfügbar, kann der Ultraschall hier einspringen. Manche Fragen beantwortet dagegen erst die CT, etwa ein Blutgerinnsel in den Lungengefäßen, das auf dem einfachen Röntgenbild kaum zu sehen ist.

Wie viel Strahlung dabei entsteht

Röntgen und CT arbeiten mit Röntgenstrahlung, Ultraschall dagegen nicht. Ein einfaches Röntgenbild des Brustkorbs hat eine sehr niedrige Strahlendosis, die in der Größenordnung der natürlichen Strahlung liegt, der wir über wenige Tage ohnehin ausgesetzt sind. Eine CT bedeutet eine spürbar höhere Dosis als ein Röntgenbild, ist aber immer noch gut vertretbar, wenn sie eine wichtige Frage klärt. Ärztinnen und Ärzte wägen deshalb bei jeder Untersuchung ab, ob der Nutzen die Strahlung rechtfertigt, und wählen im Zweifel das strahlungsärmere Verfahren.

Wie so eine Untersuchung abläuft

Ein Röntgenbild des Brustkorbs ist schnell gemacht: Du machst den Oberkörper frei, legst Schmuck und Metall ab und stellst dich meist an eine Platte, während für kurze Zeit die Aufnahme läuft. Nüchtern musst du dafür nicht sein, und Vorbereitung braucht es kaum.

Bei einer CT liegst du auf einer Liege, die durch einen ringförmigen Scanner fährt, das Ganze dauert nur wenige Minuten. Manchmal wird dabei über die Vene ein Kontrastmittel gegeben, das Gefäße und Gewebe auf dem Bild deutlicher hervortreten lässt. Nur in diesem Fall kann es sein, dass du vorher ein paar Stunden nichts essen sollst und die Nierenwerte kurz geprüft werden, und das bespricht das Team vorab mit dir.

Ein neues Angebot zur Lungenkrebs-Früherkennung

Seit 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen eine besonders strahlungsarme CT der Lunge, eine sogenannte Low-Dose-CT, zur Früherkennung von Lungenkrebs. So hat es der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, also das Gremium, das über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen entscheidet (Stand Juli 2026). Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die über lange Zeit stark geraucht haben oder erst vor Kurzem aufgehört haben. Es ist also kein Reihen-Check für alle, sondern ein Angebot für eine Risikogruppe, durchgeführt an dafür qualifizierten Stellen und mit fester Zweitbefundung, bei der jede Aufnahme zusätzlich von einer weiteren Fachperson beurteilt wird.

So eine Früherkennung kann Tumoren aufspüren, solange sie noch klein und gut behandelbar sind. Sie hat aber auch eine Kehrseite: Manchmal findet die CT Veränderungen, die nie Beschwerden gemacht hätten, oder es folgen weitere Untersuchungen wegen eines Verdachts, der sich am Ende nicht bestätigt. Gelegentlich taucht am Bildrand auch ein Befund außerhalb der Lunge auf. Deshalb ist das Programm bewusst auf die Risikogruppe begrenzt, und der beste Schutz vor Lungenkrebs bleibt, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob das Angebot für dich infrage kommt, klärst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Quellen

AWMF S3-Leitlinie: Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Prävention. DGP u. a., Update 2021. Quelle.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Lungenkrebs-Früherkennung für Raucherinnen und Raucher. Beschluss 2025/2026. Quelle.

Shi C, Xu X, Xu Y. Systematic review and meta-analysis of the accuracy of lung ultrasound and chest radiography in diagnosing community acquired pneumonia in children. Pediatric Pulmonology. 2024;59(12):3130–3147. DOI: 10.1002/ppul.27221.

Chan KK, Joo DA, McRae AD, Takwoingi Y, Premji ZA, Lang E, et al. Chest ultrasonography versus supine chest radiography for diagnosis of pneumothorax in trauma patients in the emergency department. The Cochrane Database of Systematic Reviews. 2020;7(7):CD013031. DOI: 10.1002/14651858.CD013031.pub2.

Du Y, Yuan C, Ni X, Miao J, Zhang H, Jiang Y, et al. Overdiagnosis in low-dose CT lung cancer screening: A systematic review and meta-analysis of overall magnitude and subgroup variations. International Journal of Cancer. 2025;157(11):2269–2282. DOI: 10.1002/ijc.70049.

Pinsky PF, Dunn B, Gierada D, Nath PH, Munden R, Berland L, et al. Incidental renal tumours on low-dose CT lung cancer screening exams. Journal of Medical Screening. 2017;24(2):104–109. DOI: 10.1177/0969141316657115.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

Mit dem Latein am Ende?

Du willst einfach nur wissen, was dein Befund bedeutet?
Wir erklären ihn dir. Kostenlos, anonym und ärztlich geprüft.

Illustration einer Person die fragend ein medizinisches Dokument betratchtet.
Illustration einer Person die fragend ein medizinisches Dokument betratchtet.
Illustration einer Person, die fragend ein medizinisches Dokument betrachtet.

Simply Onno

Datenschutz

Impressum

AGB

Deutsch