Tendinitis: Schmerzen an der Sehne verstehen

Tendinitis: Schmerzen an der Sehne verstehen

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Tendinitis bezeichnet eine Entzündung einer Sehne, also der festen, faserigen Strukturen, die Muskeln mit Knochen verbinden und Bewegungen erst möglich machen.

Was passiert bei einer Tendinitis?

Bei einer Tendinitis entzündet sich das Gewebe einer Sehne. Das kann an verschiedenen Körperstellen auftreten, besonders häufig sind jedoch Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Knie oder die Achillessehne betroffen. Die Entzündung entsteht meist durch Überlastung, wiederholte Bewegungen oder ungewohnte Belastungen. Manchmal ist auch eine Verletzung, zum Beispiel ein Sturz oder ein Stoß, der Auslöser. In seltenen Fällen spielen Infektionen oder bestimmte Grunderkrankungen wie Rheuma eine Rolle.

Typische Beschwerden sind Schmerzen im Bereich der betroffenen Sehne, oft verstärkt bei Bewegung oder Belastung. Manchmal schwillt die Region an, fühlt sich warm an oder ist druckempfindlich. Gelegentlich knirscht oder reibt es spürbar, wenn das Gelenk bewegt wird.

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Wer ist besonders häufig betroffen?

Tendinitis betrifft oft Menschen, die bestimmte Bewegungen immer wieder ausführen. Das kann im Beruf der Fall sein, etwa bei Handwerkern, Fließbandarbeitern oder Musikern. Auch Sportler sind gefährdet, zum Beispiel beim Tennis, Laufen oder Schwimmen. Aber auch im Alltag können monotone Tätigkeiten, wie langes Tippen am Computer oder das Tragen schwerer Einkaufstaschen, zu einer Überlastung führen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Sehnen ab, wodurch sie anfälliger für Entzündungen werden. Manche Menschen haben zudem von Natur aus ein erhöhtes Risiko, etwa aufgrund von Fehlstellungen oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen.

Was bedeutet eine Tendinitis für den Alltag?

Eine Sehnenentzündung kann die Beweglichkeit einschränken und alltägliche Aktivitäten erschweren. Schon einfache Handgriffe wie das Öffnen einer Flasche, das Treppensteigen oder das Heben eines Arms können schmerzhaft sein. Wer eine Tendinitis hat, fragt sich oft: Wie schlimm ist das? Muss ich mit bleibenden Schäden rechnen?

In den allermeisten Fällen heilt eine Tendinitis vollständig aus, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Wichtig ist, die betroffene Sehne nicht weiter zu überlasten und auf Warnsignale des Körpers zu achten. Hält der Schmerz länger an oder verschlimmert sich, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Wie wird eine Tendinitis diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine ärztliche Untersuchung. Dabei wird geprüft, wo genau die Schmerzen auftreten und welche Bewegungen besonders weh tun. Oft kann die Ärztin oder der Arzt schon anhand der typischen Beschwerden und des Verlaufs die Diagnose stellen. In manchen Fällen kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, um andere Ursachen auszuschließen oder das Ausmaß der Entzündung zu beurteilen.

Behandlungsmöglichkeiten und was du selbst tun kannst

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Entzündung. Am wichtigsten ist zunächst, die betroffene Sehne zu schonen. Das bedeutet: belastende Tätigkeiten vermeiden, Sport pausieren und auf Bewegungen verzichten, die Schmerzen auslösen. Kühlung mit einem feuchten Tuch oder Kühlpack kann helfen, Schwellungen und Schmerzen zu lindern. Entzündungshemmende Medikamente, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac, werden häufig eingesetzt, um Beschwerden zu reduzieren.

In manchen Fällen empfiehlt die Ärztin oder der Arzt eine Physiotherapie. Gezielte Übungen können dazu beitragen, die Sehne zu entlasten, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Bei sehr starken oder langanhaltenden Beschwerden kommen manchmal auch Injektionen oder andere spezielle Verfahren zum Einsatz. Operationen sind bei Tendinitis jedoch selten notwendig.

Wer selbst etwas tun möchte, sollte auf eine gute Körperhaltung achten und Überlastungen vermeiden. Hilfreich ist es, die Belastung langsam zu steigern und auf ausreichend Pausen zu achten. Auch das Aufwärmen vor dem Sport und das Dehnen nach dem Training können das Risiko einer erneuten Sehnenentzündung verringern.

Ängste und Unsicherheiten rund um die Diagnose

Viele haben Sorge, dass eine Tendinitis zu dauerhaften Schäden führt oder der Sport für immer tabu ist. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen heilt die Entzündung ohne Folgen aus, wenn rechtzeitig gegengesteuert wird. Bleibende Schäden entstehen meist nur dann, wenn die Sehne über längere Zeit überlastet oder die Beschwerden ignoriert werden. Wer frühzeitig reagiert, hat die besten Chancen auf eine vollständige Genesung.

Trotzdem kann eine Tendinitis hartnäckig sein und Wochen bis Monate dauern, bis die Beschwerden ganz verschwinden. Geduld und Konsequenz bei der Schonung sind daher wichtig.

Verwandte Begriffe und weiterführende Informationen

Nicht immer steckt hinter Sehnenschmerzen eine klassische Tendinitis. In vielen Fällen handelt es sich um eine sogenannte Tendinopathie, also eine Erkrankung der Sehne, bei der nicht unbedingt eine akute Entzündung vorliegt. Mehr dazu gibt es im ausführlichen Artikel zur Tendinopathie.

Auch spezielle Formen wie die Tendinopathie der Supraspinatussehne an der Schulter, die Insertionstendinopathie oder die Ansatztendinopathie spielen eine Rolle, wenn Schmerzen im Bereich von Sehnenansätzen auftreten.

Wer unsicher ist, welche Form der Sehnenerkrankung vorliegt, sollte sich ärztlich beraten lassen. Denn die genaue Diagnose entscheidet über die beste Behandlung und darüber, wie schnell du wieder schmerzfrei aktiv sein kannst.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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