Spontankonversion bezeichnet das plötzliche, von selbst eintretende Zurückkehren des Herzrhythmus in den normalen Takt, ohne dass eine medizinische Behandlung wie Medikamente oder Stromstöße notwendig ist.
Was passiert bei einer Spontankonversion?
Das Herz schlägt normalerweise in einem gleichmäßigen, geordneten Rhythmus. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, wie zum Beispiel Vorhofflimmern, gerät dieser Rhythmus aus dem Takt. Das bedeutet, die Herzvorhöfe arbeiten nicht mehr koordiniert und das Herz schlägt oft schneller oder unregelmäßig. In vielen Fällen bleibt diese Störung bestehen, doch manchmal stellt sich der normale Rhythmus ganz plötzlich und ohne äußeres Zutun wieder ein. Genau das beschreibt der Begriff Spontankonversion.
Die Spontankonversion wird häufig im Zusammenhang mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern beobachtet. Hierbei kann das Herz innerhalb von Minuten, Stunden oder auch erst nach einigen Tagen wieder in den sogenannten Sinusrhythmus zurückfinden. Dieser Vorgang geschieht ohne medizinische Maßnahmen wie Medikamente oder elektrische Kardioversion.
Wann tritt eine Spontankonversion auf?
Am häufigsten erfolgt eine Spontankonversion bei neu aufgetretenem Vorhofflimmern, also wenn die Rhythmusstörung erst seit kurzer Zeit besteht. Besonders in den ersten 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden ist die Wahrscheinlichkeit dafür relativ hoch. Studien zeigen, dass bei Vorhofflimmern, das weniger als zwei Tage andauert, bei etwa jedem zweiten bis dritten Menschen der normale Rhythmus von selbst wiederkehrt. Je länger das Herz bereits aus dem Takt ist, desto geringer wird diese Wahrscheinlichkeit.
Auch bei anderen Rhythmusstörungen wie Vorhofflattern oder bestimmten Formen von Herzrasen kann eine Spontankonversion auftreten, ist dort aber weniger häufig.
Was bedeutet das für den weiteren Verlauf?
Wenn eine Spontankonversion eintritt, ist das für viele eine Entlastung. Das Herz arbeitet dann wieder im normalen Rhythmus, und typische Beschwerden wie Herzrasen, Unruhe, Schwindel oder Kurzatmigkeit bessern sich meist rasch. Ärztinnen und Ärzte dokumentieren diesen Vorgang oft im Arztbrief oder Befund, um festzuhalten, dass keine gezielte Therapie zur Wiederherstellung des normalen Rhythmus nötig war.
Allerdings kann es auch nach einer Spontankonversion sein, dass die Rhythmusstörung in Zukunft erneut auftritt. Gerade bei Vorhofflimmern ist das Rückfallrisiko nicht selten. Deshalb bleibt die Beobachtung durch ärztliches Fachpersonal wichtig, insbesondere wenn Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder eine Schilddrüsenerkrankung vorliegen.
Muss nach einer Spontankonversion etwas beachtet werden?
Auch wenn der Herzrhythmus wieder normal ist, sollte die Ursache für die Rhythmusstörung geklärt werden. Ärztinnen und Ärzte empfehlen meist, das Herz weiterhin zu überwachen und Risikofaktoren zu behandeln. In vielen Fällen werden Blutverdünner verschrieben, um das Risiko für Blutgerinnsel zu senken, insbesondere wenn Vorhofflimmern länger als 48 Stunden bestanden hat oder bestimmte Risikofaktoren vorliegen.
Manchmal erfolgt nach einer Spontankonversion eine weitere Diagnostik, etwa ein EKG oder Ultraschall des Herzens. So kann festgestellt werden, ob das Herz gesund ist oder ob eine Grunderkrankung vorliegt, die behandelt werden sollte.
Was kann man selbst tun?
Eine Spontankonversion lässt sich nicht bewusst herbeiführen, da sie spontan und ohne äußeres Zutun auftritt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, das Risiko für erneute Rhythmusstörungen zu verringern. Dazu zählen regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf übermäßigen Alkoholgenuss, das Meiden von koffeinhaltigen Getränken in größeren Mengen und eine ausgewogene Ernährung. Auch das konsequente Behandeln von Bluthochdruck, Diabetes oder einer Schilddrüsenüberfunktion trägt dazu bei, das Herz gesund zu halten.
Wer bereits eine Rhythmusstörung erlebt hat, sollte bei erneutem Herzrasen, Schwindel oder Brustbeschwerden rasch ärztlichen Rat suchen. Ein Notfall ist es, wenn starke Atemnot, Ohnmacht oder Schmerzen in der Brust auftreten.
Wann ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll?
Nach einer Spontankonversion ist es ratsam, einen Kontrolltermin wahrzunehmen. So kann überprüft werden, ob das Herz stabil im normalen Rhythmus bleibt und ob weitere Maßnahmen zur Vorbeugung nötig sind. Besonders wichtig ist dies, wenn bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt sind oder wenn die Rhythmusstörung länger angedauert hat.
Weitere Informationen zum Thema Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern finden sich ausführlich auf der Seite Vorhofflimmern.
Spontankonversion ist ein Begriff, der in vielen Arztbriefen auftauchen kann und beschreibt einen günstigen, aber nicht immer dauerhaften Verlauf bei bestimmten Herzrhythmusstörungen. Eine gute Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Team und ein gesunder Lebensstil helfen, das Risiko für erneute Episoden zu verringern.