HCM bei der Katze: Diagnose und Verlauf

HCM bei der Katze: Diagnose und Verlauf

HCM steht für hypertrophe Kardiomyopathie und bezeichnet bei der Katze eine Verdickung der Muskelwand des Herzens, meist der linken Herzkammer. Weil die Wand dicker und steifer wird, bleibt in der Kammer weniger Platz und sie füllt sich schlechter mit Blut, sodass das Herz mit jedem Schlag weniger Blut in den Körper pumpt.

Es ist die häufigste Herzerkrankung der Katze, und viele Halter:innen hören das Wort zum ersten Mal, weil in der Tierarztpraxis ein Herzgeräusch aufgefallen ist oder weil eine Ultraschalluntersuchung des Herzens etwas gezeigt hat. Manche erfahren davon leider erst durch eine plötzliche Krise. Wie es für deine Katze weitergeht, hängt sehr davon ab, an welchem Punkt die Erkrankung entdeckt wurde, und genau darum geht es auf dieser Seite.

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Was bei einer HCM im Herzen deiner Katze passiert

Die verdickte Herzwand ist nicht etwa besonders kräftig, sondern vor allem unnachgiebig. Ein gesundes Herz saugt sich in der Erschlaffungsphase locker mit Blut voll, ein verdicktes Herz dagegen lässt sich nur noch schwer dehnen. Das Blut staut sich deshalb zurück in die kleine Vorkammer davor, den linken Vorhof, der sich mit der Zeit ausweitet.

Aus dieser Vorkammer ergeben sich die beiden Gefahren, die diese Erkrankung so tückisch machen. Zum einen kann sich der Rückstau bis in die Lunge fortsetzen, sodass dort Flüssigkeit ins Gewebe austritt und die Katze schlecht Luft bekommt. Zum anderen fließt das Blut in einem stark vergrößerten Vorhof nur noch träge, und träges Blut neigt dazu zu gerinnen. Löst sich so ein Gerinnsel, wird es mit dem Blutstrom fortgeschwemmt und kann eine Arterie verstopfen.

Wie verbreitet diese Herzmuskelverdickung ist, überrascht viele. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2015, in der 780 äußerlich völlig gesunde Katzen aus Vermittlungsstellen mit Ultraschall geschallt wurden, fand sich bei knapp 15 von 100 Tieren eine HCM, ohne dass jemand zuvor etwas bemerkt hatte. Der weitaus größte Teil dieser Katzen lebte also ganz normal mit einem verdickten Herzmuskel.

Welche Katzen betroffen sind und ab welchem Alter

Ein festes Alter, ab dem die Erkrankung auftritt, gibt es nicht. Sie kann sich schon bei jungen erwachsenen Katzen zeigen, wird aber mit zunehmendem Alter häufiger gefunden, und die meisten Diagnosen fallen im mittleren bis höheren Katzenalter. Kater sind etwas häufiger betroffen als weibliche Tiere, und auch ein deutliches Übergewicht ging in Untersuchungen mit einem höheren Risiko einher.

Bei einigen Rassen ist die Erkrankung gehäuft beschrieben, darunter Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar, Perser, Bengal, Sphynx, Norwegische Waldkatze und Heilige Birma. Trotzdem ist HCM ausdrücklich kein reines Rassekatzenproblem: Die Mehrheit der betroffenen Katzen sind ganz gewöhnliche Hauskatzen. Wenn deine Katze aus dem Tierheim oder vom Bauernhof stammt, schützt sie das also nicht.

Für zwei Rassen gibt es einen Gentest, nämlich für Maine Coon und Ragdoll, weil bei ihnen jeweils eine bestimmte Erbgutveränderung bekannt ist, die den Bauplan für einen Baustein des Herzmuskels betrifft. Dieser Test beantwortet weniger, als viele Züchter:innen und Halter:innen hoffen. Rund ein Drittel bis gut vier von zehn Maine Coon tragen die Veränderung, aber längst nicht alle davon entwickeln je ein krankes Herz. Umgekehrt können auch Katzen mit negativem Testergebnis eine HCM bekommen. Bei allen anderen Katzen, und das ist die große Mehrheit, bleibt die Ursache bislang unbekannt.

Warum die Erkrankung oft lange unbemerkt bleibt

Katzen sind Meister darin, Schwäche zu verbergen. Sie husten nicht wie Hunde mit Herzproblemen, und wenn sie schlechter Luft bekommen, gehen sie nicht mehr spazieren, sondern schlafen einfach mehr, springen weniger und ziehen sich zurück. Genau das wird schnell dem Alter zugeschrieben. Frühe Anzeichen, auf die es sich zu achten lohnt, sind eine erhöhte Atemfrequenz in Ruhe, weniger Appetit, nachlassende Fellpflege und eine Katze, die sich häufiger versteckt als sonst.

Bei einem Teil der Katzen bleibt es dabei über Jahre, ohne dass je etwas passiert. Bei einem anderen Teil macht sich die Erkrankung erst durch eines von drei akuten Ereignissen bemerkbar.

Atemnot durch Wasser in der Lunge

Staut sich Flüssigkeit in oder um die Lunge, atmet die Katze schneller und flacher, streckt den Hals vor, stellt die Ellenbogen ab und atmet im schlimmsten Fall mit offenem Maul. Eine Katze, die in Ruhe mit offenem Maul atmet, ist ein Notfall und gehört ohne Umweg in die nächste Tierarztpraxis oder Tierklinik. Fass sie dabei so wenig wie möglich an, setz sie ruhig in die Box und melde dich unterwegs telefonisch an, damit dort alles vorbereitet ist. Jede zusätzliche Aufregung kostet eine Katze mit Luftnot Kraft, die sie gerade nicht hat.

Ein Blutgerinnsel in den Hinterbeinen

Verschließt ein verschlepptes Gerinnsel die große Arterie am Ende der Bauchschlagader, kann die Katze von einem Moment auf den anderen ihre Hinterbeine nicht mehr bewegen. Sie schreit, hechelt, die Beine fühlen sich kühl an und die Ballen sind blass. Das tut sehr weh und ist ebenfalls ein Notfall, bei dem es vor allem um schnelle, starke Schmerzlinderung geht. Für viele Halter:innen ist es der schlimmste Moment mit ihrer Katze, und es hilft zu wissen, dass in der Tierarztpraxis sofort etwas gegen die Schmerzen getan werden kann. In einer Studie an Katzen, die ein solches Ereignis überlebt hatten, war bei nur 15 von 100 Tieren vorher überhaupt eine Herzerkrankung bekannt gewesen.

Plötzlicher Herztod

Seltener, aber möglich ist, dass eine Katze ohne Vorwarnung an einer Herzrhythmusstörung stirbt. In einer Auswertung von 255 Katzen mit HCM traf das innerhalb von zwei Jahren knapp 5 von 100 Tieren. Auffällig war, dass diese Katzen zuvor häufiger kurze Ohnmachtsanfälle gehabt hatten. Wenn deine Katze also einmal kurz umkippt und gleich wieder aufsteht, gehört das in der Tierarztpraxis erzählt, auch wenn es harmlos aussah.

Wie die Diagnose gestellt wird

Ein Herzgeräusch ist nur ein Hinweis

Beim Abhören fällt bei vielen Katzen ein Herzgeräusch auf, also ein zusätzliches Rauschen zwischen den Herztönen. Das allein sagt allerdings erstaunlich wenig aus. In der Untersuchung an den 780 gesunden Katzen hatten gut 40 von 100 Tieren ein Geräusch, und rund 70 Prozent dieser Geräusche waren harmlos. Umgekehrt hat längst nicht jede Katze mit HCM ein hörbares Geräusch. Ein unauffälliges Abhören ist also keine Entwarnung, und ein Geräusch allein ist noch keine Diagnose.

Der Herzultraschall gibt Sicherheit

Sicherheit bringt nur die Ultraschalluntersuchung des Herzens, die Echokardiografie. Dabei wird von außen durch die Brustwand geschaut, wie dick die Herzwand ist, wie groß der linke Vorhof geworden ist und wie das Blut fließt. Die Untersuchung tut nicht weh, kommt bei den meisten Katzen ohne Narkose aus und dauert nicht lange. Sie ist der Maßstab, an dem sich alles Weitere entscheidet.

Was ein Bluttest leisten kann

In vielen Tierarztpraxen gibt es einen Schnelltest auf NT-proBNP, ein Hormon, das ein belastetes Herz vermehrt ins Blut abgibt. Er ist nützlich, wenn eine Katze akut schlecht Luft bekommt und geklärt werden muss, ob das Herz oder die Lunge dahintersteckt. Zum Aufspüren einer noch unauffälligen HCM taugt er dagegen nur begrenzt: In einer Untersuchung an 217 äußerlich gesunden Katzen in Allgemeinpraxen erkannte der Schnelltest weniger als die Hälfte der tatsächlich herzkranken Tiere, bei Katzen mit Herzgeräusch immerhin gut sieben von zehn. Ein auffälliger Wert ist ein guter Grund für einen Herzultraschall, ein unauffälliger Wert schließt eine HCM aber nicht aus.

Die Stadien auf dem Befund

Nach der Untersuchung ordnet die Tierärztin oder der Tierarzt das Herz einem Stadium zu, und diese Buchstaben stehen oft im Bericht. A bedeutet, dass die Katze zu einer Risikorasse gehört, ihr Herz aber unauffällig ist. B1 heißt, der Herzmuskel ist verdickt, die Katze hat keine Beschwerden und ihr Risiko ist gering. B2 steht für dieselbe Beschwerdefreiheit, aber ein höheres Risiko, meist weil der linke Vorhof deutlich vergrößert ist. C bedeutet, dass es bereits einmal zu einem Rückstau in der Lunge oder zu einem Gerinnsel gekommen ist. D beschreibt eine Herzschwäche, die sich mit den üblichen Medikamenten nicht mehr in den Griff bekommen lässt.

Wie eine HCM behandelt wird

Ohne Beschwerden oft bewusst keine Medikamente

Viele Halter:innen sind irritiert, wenn sie nach einer solchen Diagnose ohne ein einziges Rezept nach Hause gehen. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern der Stand der Forschung. Für Katzen im Stadium B1 empfiehlt die aktuelle internationale Leitlinie zu Herzmuskelerkrankungen bei Katzen (Stand 2020) ausdrücklich keine Dauermedikation, sondern eine jährliche Kontrolle. Auch für Katzen im Stadium B2 gibt es bislang kein Medikament, das den Verlauf nachweislich verändert. Zwei sorgfältig angelegte Studien prüften blutdrucksenkende Herzmedikamente, sogenannte ACE-Hemmer, und den entwässernden Wirkstoff Spironolacton. Weder die Muskelmasse des Herzens noch seine Füllung besserten sich dadurch. Ein Medikament ohne belegten Nutzen lebenslang zu geben, hat für die Katze eher Nachteile als Vorteile. Der Fokus liegt deshalb auf regelmäßigen Kontrollen und auf der Einschätzung, wie hoch das Gerinnselrisiko ist.

Medikamente gegen den Wasserstau

Sobald sich Flüssigkeit in der Lunge staut, ändert sich das Bild. Dann ist ein entwässerndes Medikament, meist der Wirkstoff Furosemid, das Mittel der Wahl, sowohl im Notfall als auch danach dauerhaft. Es zieht überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe und entlastet die Atmung oft schon innerhalb weniger Stunden spürbar. Wie viel deine Katze davon braucht, legt allein die Tierarztpraxis fest und passt es im Verlauf an, unter anderem anhand der Atemfrequenz, die du zu Hause zählst.

Gerinnungshemmer gegen ein Blutgerinnsel

Ist der linke Vorhof deutlich vergrößert, zieht er sich schlecht zusammen oder zeigt sich im Ultraschall ein rauchartiges Wirbeln des trägen Blutes, wird ein Gerinnungshemmer empfohlen, in aller Regel der Wirkstoff Clopidogrel. Am besten belegt ist er bei Katzen, die bereits ein Gerinnsel überstanden haben: In einer Vergleichsstudie mit 75 solcher Katzen dauerte es unter Clopidogrel im Schnitt gut ein Jahr bis zu einem erneuten Ereignis, unter Aspirin dagegen nur gut ein halbes Jahr. Beide Mittel wurden gut vertragen, gehören aber ausschließlich in die Hand der Tierarztpraxis. Aspirin aus dem eigenen Medikamentenschrank darfst du einer Katze nie auf eigene Faust geben, weil die verträgliche Menge sehr klein ist und schon eine gewöhnliche Tablette für Menschen sie schwer vergiften kann. Auf null senken lässt sich das Risiko damit nicht, aber der Unterschied ist deutlich genug, dass Clopidogrel heute der Standard ist.

ACE-Hemmer: verbreitet, aber ohne Nutzennachweis

Manche Katzen bekommen zusätzlich einen ACE-Hemmer, also ein Medikament, das die Blutgefäße weitstellt und dem Herzen so etwas Arbeit abnimmt. Am bekanntesten ist der Wirkstoff Benazepril, der bei der Katze eigentlich für eine Nierenerkrankung zugelassen ist und nicht für das Herz. Eine große Studie an Katzen mit Herzerkrankung fand keinen Vorteil gegenüber einem Scheinmedikament, weder bei der Vorhofgröße noch bei der Wanddicke oder dem Verlauf. Einige Kardiolog:innen setzen ihn dennoch ergänzend ein, das ist gelebte Praxis ohne Wirksamkeitsbeleg. Setz ein verordnetes Medikament trotzdem nie eigenmächtig ab, sondern sprich in der Tierarztpraxis an, was es bei deiner Katze konkret bewirken soll.

Die Atemfrequenz im Schlaf als Frühwarnsystem

Ein sehr nützliches Werkzeug bei dieser Erkrankung kostet nichts und liegt bei dir zu Hause. Zähl regelmäßig, wie oft deine Katze im Schlaf oder im tiefen Ausruhen atmet. Warte ab, bis sie wirklich ruhig liegt, und zähl dann eine Minute lang, wie oft sich der Brustkorb hebt und senkt, oder zähl 30 Sekunden und verdopple den Wert. Nicht mitzählen solltest du, wenn die Katze schnurrt, gerade gespielt hat oder es sehr warm ist.

Eine gesunde ruhende Katze bleibt dabei üblicherweise unter 30 Atemzügen pro Minute. Steigt der Wert wiederholt über diese Marke, oder steigt er deutlich über das, was für deine Katze sonst normal ist, ist das häufig das erste Zeichen für einen beginnenden Rückstau in der Lunge, und zwar bevor die Katze sichtbar Luft holen muss. Melde dich dann in der Tierarztpraxis, auch wenn sonst alles unauffällig wirkt. Am meisten bringt das Zählen, wenn du früh anfängst und die Werte notierst, denn dann kennst du den persönlichen Normalwert deiner Katze und siehst eine Veränderung sofort. Die Leitlinie empfiehlt diese Beobachtung für alle Katzen mit erhöhtem Risiko, also ab Stadium B2, bei Herzschwäche und nach einem Gerinnsel.

Wie die Aussichten sind und wie lange eine Katze damit leben kann

Ein Todesurteil ist diese Diagnose für viele Katzen nicht. Ein großer Teil der Tiere mit verdicktem Herzmuskel lebt über Jahre ganz normal, spielt, frisst und merkt selbst nichts davon, und ein beträchtlicher Teil stirbt am Ende an etwas ganz anderem. Wie die Aussichten stehen, hängt vor allem davon ab, in welchem Zustand die Katze entdeckt wurde.

Zwei Untersuchungen zeichnen dieses Bild, und sie lassen sich nicht zu einer einzigen Zahl verrechnen, weil sie unterschiedliche Katzen betrachtet haben. In einer Auswertung von 255 Katzen, die mit HCM an einer Spezialklinik vorgestellt wurden, lebten zwei Jahre später noch gut 55 von 100 Tieren. Rund 17 von 100 waren an Herzschwäche gestorben, 9 an einem Gerinnsel und knapp 5 am plötzlichen Herztod. Katzen ohne Beschwerden hatten dabei ein deutlich geringeres Risiko für alle drei Verläufe.

Eine ältere Auswertung von 260 Katzen, ebenfalls aus einer Spezialklinik, hat die Überlebenszeiten nach der Art der Vorstellung aufgeschlüsselt. Von den Katzen, die ohne Beschwerden entdeckt worden waren, lebte die Hälfte noch länger als gut drei Jahre nach der Diagnose, einzelne deutlich länger. Bei Katzen, die mit Ohnmachtsanfällen kamen, waren es knapp zwei Jahre, bei Katzen mit einem Rückstau in der Lunge etwa anderthalb Jahre und bei Katzen nach einem Gerinnsel rund ein halbes Jahr. Die Spannweiten waren in allen Gruppen sehr groß.

Beide Zahlenreihen stammen aus Kliniken, an die überwiegend bereits kranke Katzen überwiesen werden. Für eine Katze, bei der die Verdickung zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung auffiel, sind sie eher zu düster. Und ein Mittelwert beschreibt nie ein einzelnes Tier, sondern nur, wie weit die Verläufe auseinandergehen. Wie es bei deiner Katze aussieht, lässt sich am ehesten aus ihrem Ultraschallbefund und ihrem Stadium abschätzen, und in der Tierarztpraxis, die sie kennt, wird das am besten eingeordnet.

Was mit dem Endstadium gemeint ist

Vom Endstadium spricht man, wenn sich der Flüssigkeitsstau trotz höchstmöglicher Entwässerung nicht mehr zurückdrängen lässt. Die Katze atmet dann auch in Ruhe angestrengt, oft kehrt die Luftnot nach kurzer Besserung immer wieder, sie frisst schlecht, nimmt ab, wird schwach und zieht sich zurück. Manchmal sammelt sich zusätzlich Flüssigkeit im Brustraum, die in der Tierarztpraxis mit einer feinen Nadel abgelassen werden kann, was die Atmung sofort erleichtert. Ein weiteres Problem in dieser Phase sind die Nieren, denn die entwässernden Medikamente belasten sie, sodass zwischen guter Atmung und guten Nierenwerten oft abgewogen werden muss.

Behandelt wird in dieser Phase nicht mehr das Herz, sondern das Befinden. Es geht darum, dass die Katze ruhig atmet, keine Schmerzen hat, frisst und ihre gewohnten Plätze noch aufsuchen mag. Wie lange sich das halten lässt, ist von Tier zu Tier verschieden.

Wann das Einschläfern ein guter Weg sein kann

Ein Tier einschläfern zu lassen ist kein Aufgeben, sondern eine Form der Fürsorge, und niemand muss sich dafür rechtfertigen. Es gibt dafür keinen festgelegten Zeitpunkt, aber es gibt Anhaltspunkte, an denen sich viele Halter:innen gemeinsam mit ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt orientieren. Sie liegen alle in der Lebensqualität: Atmet die Katze in Ruhe entspannt oder muss sie um jeden Atemzug kämpfen? Frisst sie noch von selbst? Kann sie sich schmerzfrei bewegen, putzt sie sich noch, sucht sie Kontakt und ihre gewohnten Plätze? Und wenn du die letzten Wochen überblickst: Überwiegen die guten Tage noch die schlechten?

Deutlich für ein Ende sprechen wiederkehrende Erstickungsangst trotz maximaler Behandlung, Schmerzen nach einem Gerinnsel, die sich nicht ausreichend lindern lassen, und eine Katze, die nicht mehr frisst und sich nur noch verkriecht. Genauso legitim ist es, sich gegen weitere Klinikaufenthalte oder eine intensive Behandlung zu entscheiden und stattdessen auf Ruhe und Schmerzfreiheit zu Hause zu setzen.

Sprich früh mit der Tierärztin oder dem Tierarzt darüber, am besten bevor es akut wird. Wer weiß, welche Zeichen kommen können und wie ein Einschläfern abläuft, ob zu Hause oder in der Tierarztpraxis, muss diese Entscheidung nicht mitten in der Nacht im Ausnahmezustand treffen. Ein Plan für den Notfall, eine Notfallnummer am Kühlschrank und ein offenes Gespräch darüber, was du deiner Katze zumuten möchtest und was nicht, nehmen dieser Situation viel von ihrer Wucht.

Und beim Menschen?

Ein verdickter Herzmuskel kommt beim Menschen ebenfalls vor, dort meist als Folge von Bluthochdruck. Siehe Linksherzhypertrophie beim Menschen.

Quellen

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BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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