Fortekor für die Katze: Schutz für die Nieren

Fortekor für die Katze: Schutz für die Nieren

Fortekor ist ein Medikament für Tiere mit dem Wirkstoff Benazepril, und bei der Katze ist es offiziell für die Nieren zugelassen, nicht für das Herz. Genauer gesagt soll es den Eiweißverlust über den Urin bremsen, der bei einer chronischen Nierenerkrankung entsteht. Benazepril gehört zu den ACE-Hemmern, also zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die die Blutgefäße entspannen und dadurch den Druck darin senken. Wenn du die Packung gerade aus der Tierarztpraxis mitgenommen hast, steckt dahinter meist ein auffälliger Urin- oder Nierenwert deiner Katze.

Was Fortekor im Körper deiner Katze bewirkt

Jede Niere besteht aus vielen tausend winzigen Filtern, die das Blut reinigen und dabei Abfallstoffe in den Urin abgeben. Damit sie arbeiten können, herrscht in ihnen ein gewisser Druck. Steigt dieser Druck dauerhaft zu hoch an, was bei einer kranken Niere häufig passiert, werden die Filter durchlässiger als sie sein sollten, und es rutscht Eiweiß mit in den Urin, das eigentlich im Blut bleiben müsste.

Genau hier setzt Benazepril an. Der Wirkstoff bremst ein Enzym, das im Körper einen Botenstoff herstellt, der die Blutgefäße eng stellt. Fehlt dieser Botenstoff zu einem Teil, weiten sich die Gefäße wieder, der Druck in den Nierenfiltern sinkt, und es geht weniger Eiweiß verloren. Nebenbei sinkt dadurch auch der Blutdruck im übrigen Körper etwas ab.

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Wozu das Mittel bei Katzen verschrieben wird

Eiweiß im Urin ist bei einer Nierenerkrankung nicht nur ein Messwert, sondern selbst ein Teil des Problems. Das ausgeschiedene Eiweiß reizt das Nierengewebe auf seinem Weg nach draußen und trägt dazu bei, dass die Niere weiter vernarbt. Je mehr Eiweiß eine Katze verliert, desto ungünstiger verläuft ihre Nierenerkrankung in der Regel. Wer den Eiweißverlust senkt, schont also das Gewebe, das noch funktioniert.

Heilen lässt sich eine chronische Nierenerkrankung damit nicht, und Fortekor ersetzt auch weder das angepasste Futter noch die regelmäßigen Kontrollen. Es ist ein Baustein, der den Verlauf günstiger machen soll. Neben Benazepril gibt es mit Telmisartan einen weiteren Wirkstoff, der bei Katzen mit Nierenerkrankung den Eiweißverlust mindestens ebenso gut senkt, sodass die Wahl auch davon abhängt, was deine Katze gut verträgt und annimmt.

Ist Fortekor gut für das Herz einer Katze?

Für das Herz ist Fortekor bei der Katze weder zugelassen noch in seinem Nutzen belegt. Beim Hund ist es tatsächlich offiziell für die Behandlung einer Herzschwäche zugelassen, bei der Katze ist es das nicht. Wenn du also über den Hund gelesen hast, dass das Mittel dem Herzen hilft, lässt sich das nicht einfach auf die Katze übertragen.

In einer Studie mit 151 Katzen, bei denen eine Herzerkrankung im Ultraschall gesichert war, bekam die eine Hälfte über bis zu zwei Jahre Benazepril und die andere ein Scheinmedikament. Am Ende unterschieden sich die beiden Gruppen nicht: nicht darin, wie lange die Behandlung trug, und auch nicht in der Dicke des Herzmuskels oder der Größe der Vorkammer. Vertragen wurde der Wirkstoff gut, einen messbaren Gewinn für das Herz brachte er aber nicht. Auch die aktuelle Empfehlung der amerikanischen Fachgesellschaft für Tierinnere Medizin (Stand 2020) rät deshalb nicht dazu, ACE-Hemmer bei einer Herzmuskelerkrankung der Katze routinemäßig einzusetzen.

Trotzdem verschreiben manche Kardiolog:innen das Mittel weiterhin bei Herzkatzen, meist ergänzend zu anderen Medikamenten und in dem Wissen, dass es hier außerhalb der Zulassung eingesetzt wird. Das ist erlaubt und es ist kein Behandlungsfehler, nur ist der Nutzen am Herzen eben nicht belegt. Bekommt deine Katze Fortekor wegen des Herzens, ist es eine gute und völlig normale Frage an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, was genau damit erreicht werden soll und welche Rolle die übrigen Herzmedikamente spielen.

Wann eine Katze das Medikament bekommt

Der Auslöser ist fast immer ein Laborbefund, nicht ein Verhalten deiner Katze. Ob sie zu viel Eiweiß über den Urin verliert, zeigt sich in einer Urinprobe, in der das Eiweiß gemessen wird; anmerken lässt sich das einer Katze nicht. Deshalb fällt der Befund oft erst bei einer Kontrolle auf, und deshalb wird er auch regelmäßig nachgemessen, um zu sehen, ob die Behandlung greift.

Gegeben wird Fortekor einmal täglich, weil die Wirkung länger als 24 Stunden anhält, und meist dauerhaft. Wie viel deine Katze bekommt, richtet sich nach ihrem Gewicht und legt allein die Tierarztpraxis fest. Schätze eine Menge niemals selbst, teile keine Tabletten auf eigene Faust anders auf und gib niemals ein ACE-Hemmer-Präparat aus der Humanmedizin oder die Restpackung eines anderen Tieres. Nicht eingesetzt wird der Wirkstoff bei trächtigen und säugenden Katzen sowie bei Tieren mit zu niedrigem Blutdruck, starkem Flüssigkeitsmangel, akutem Nierenversagen oder bestimmten angeborenen Verengungen an den großen Herzklappen.

Welche Nebenwirkungen möglich sind

Benazepril gilt bei Katzen als gut verträglich. In der Herzstudie traten unter dem Wirkstoff nicht mehr unerwünschte Wirkungen auf als unter dem Scheinmedikament, und auch in der Untersuchung an Katzen mit Nierenerkrankung wurde er gut vertragen.

Zwei Dinge werden trotzdem im Auge behalten. Weil der Wirkstoff die Gefäße entspannt, kann der Blutdruck zu weit absinken, was sich als Schlappheit oder unsicherer Gang zeigen kann. Und zu Beginn der Behandlung kann der Nierenwert Kreatinin vorübergehend leicht ansteigen, ohne dass die Niere schlechter arbeitet; allein deswegen wird die Behandlung normalerweise nicht abgebrochen. Aus beiden Gründen kontrolliert die Tierarztpraxis nach dem Start die Nierenwerte und den Blutdruck. Frisst deine Katze über mehr als einen Tag nicht, wirkt sie auffallend matt, taumelt sie oder erbricht sie wiederholt, dann ruf in der Praxis an, statt abzuwarten.

Quellen

Fortekor 2,5 mg ad us. vet. Fachinformation. Elanco, Zulassungsnummer 53095, Stand 20.12.2023. Fachinformation.

King JN, Martin M, Chetboul V, et al. Evaluation of benazepril in cats with heart disease in a prospective, randomized, blinded, placebo-controlled clinical trial. J Vet Intern Med. 2019;33(6):2559-2571. doi:10.1111/jvim.15572.

Sent U, Gössl R, Elliott J, Syme HM, Zimmering T. Comparison of efficacy of long-term oral treatment with telmisartan and benazepril in cats with chronic kidney disease. J Vet Intern Med. 2015;29(6):1479-1487. doi:10.1111/jvim.13639.

Luis Fuentes V, Abbott J, Chetboul V, et al. ACVIM consensus statement guidelines for the classification, diagnosis, and management of cardiomyopathies in cats. J Vet Intern Med. 2020;34(3):1062-1077. doi:10.1111/jvim.15745.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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