Harnblase: Funktion und Probleme im Überblick

Harnblase: Funktion und Probleme im Überblick

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Harnblase ist ein dehnbares Organ im Unterbauch, das als Speicher für den Urin dient, bevor dieser über die Harnröhre ausgeschieden wird.

Aufbau und Funktion der Harnblase

Im menschlichen Körper liegt die Harnblase im kleinen Becken, etwa hinter dem Schambein. Sie sieht im leeren Zustand eher platt aus, kann sich aber beim Auffüllen mit Urin ballonartig ausdehnen. Die Wände bestehen hauptsächlich aus glatter Muskulatur und einer schützenden Schleimhaut. Die Aufgabe der Harnblase ist es, den von den Nieren produzierten Urin zwischenzulagern und kontrolliert abzugeben. Über die beiden Harnleiter gelangt der Urin in die Blase, wo er gesammelt wird. Erst wenn ein bestimmtes Fassungsvermögen erreicht ist, entsteht das typische Gefühl, zur Toilette zu müssen.

Im Durchschnitt fasst eine erwachsene Harnblase etwa 300 bis 500 Milliliter Urin, bei Kindern ist das Volumen deutlich geringer. Sobald die Blase gefüllt ist, senden Dehnungsrezeptoren Signale an das Gehirn. Die Entleerung, also das Wasserlassen, ist dann ein Zusammenspiel aus bewusster Anspannung der Bauchmuskeln und Entspannung des Schließmuskels.

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Bedeutung in medizinischen Befunden

Der Begriff Harnblase taucht in Arztbriefen, Befunden oder auch auf Röntgenbildern und Ultraschalluntersuchungen auf. Häufig wird dort beschrieben, ob die Blase normal gefüllt, leer oder ungewöhnlich geformt ist. Auch Hinweise auf Wandverdickungen, Steine oder andere Auffälligkeiten können dort stehen. In den meisten Fällen handelt es sich um rein beschreibende Angaben zur Anatomie oder Funktion, ohne dass gleich eine Krankheit dahintersteckt.

Wenn von einer „unauffälligen Harnblase“ die Rede ist, bedeutet das, dass bei der Untersuchung keine krankhaften Veränderungen festgestellt wurden. Zeigt der Befund aber Auffälligkeiten wie eine verdickte Wand, Fremdkörper, Steine oder eine ungewöhnliche Form, kann dies auf verschiedene Ursachen hindeuten. In solchen Fällen folgen meist weitere Untersuchungen, um die genaue Bedeutung zu klären.

Häufige Erkrankungen und Beschwerden rund um die Blase

Die Harnblase kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein. Zu den häufigsten zählen Entzündungen, Blasensteine oder Funktionsstörungen. Eine Blasenentzündung äußert sich meist durch Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang oder Schmerzen im Unterbauch. Blasensteine entstehen, wenn sich Ablagerungen im Urin zusammenlagern und können zu Schmerzen, Blut im Urin oder sogar Entleerungsproblemen führen. Mehr zu diesem Thema gibt es im Artikel Blasenstein.

Auch die sogenannte Blasenentleerungsstörung ist ein verbreitetes Problem, besonders bei älteren Menschen oder nach bestimmten Operationen. Dabei kann die Blase nicht mehr richtig entleert werden, was zu Restharnbildung und wiederkehrenden Infektionen führen kann. Ausführliche Informationen dazu finden sich im Beitrag Blasenentleerungsstörung.

In seltenen Fällen kann es zu einer Verletzung der Blasenwand kommen, etwa durch einen Unfall oder während eines medizinischen Eingriffs. Dies wird als Blasenperforation bezeichnet und ist ein medizinischer Notfall. Symptome wie starke Schmerzen, Blut im Urin oder Unfähigkeit, Wasser zu lassen, sollten umgehend abgeklärt werden. Mehr dazu gibt es im Artikel Blasenperforation.

Untersuchungsmethoden für die Harnblase

Um die Blase zu beurteilen, nutzen Ärztinnen und Ärzte verschiedene Methoden. Der Ultraschall ist dabei die häufigste Untersuchung, weil er schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung auskommt. Dabei lässt sich erkennen, wie viel Urin in der Blase ist, ob die Wand verdickt ist oder ob sich Steine, Tumoren oder andere Auffälligkeiten zeigen. Bei bestimmten Fragestellungen kann auch eine Blasenspiegelung nötig sein, bei der ein dünnes Instrument über die Harnröhre eingeführt wird, um die Blasenschleimhaut direkt anzuschauen.

Manchmal werden auch Urinproben untersucht, um Hinweise auf Entzündungen oder Blut zu finden. In seltenen Fällen kommen weitere bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zum Einsatz.

Praktische Tipps für eine gesunde Blase

Eine gesunde Harnblase ist wichtig für das allgemeine Wohlbefinden. Viel Trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, hilft dabei, die Blase regelmäßig zu spülen und das Risiko für Infektionen zu senken. Regelmäßiges und vollständiges Entleeren beugt Problemen wie Restharn oder Entzündungen vor. Auf eine gute Intimhygiene zu achten, ist besonders für Frauen wichtig, weil die Harnröhre kürzer ist und Keime leichter aufsteigen können.

Bei anhaltenden Beschwerden wie häufigem Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Frühzeitige Abklärung kann helfen, schwerwiegende Erkrankungen zu vermeiden oder rechtzeitig zu behandeln.

Die Harnblase ist also ein zentrales Organ für die Ausscheidung und das Gleichgewicht des Körpers. Wer ihre Signale ernst nimmt und auf eine gesunde Lebensweise achtet, kann viel zur eigenen Blasengesundheit beitragen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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