Was bringt es den Befund vor dem Arzttermin zu verstehen?
Eine Studie zeigt es.

Forschende des Universitätsklinikum Dresdens haben Onno auf die Probe gestellt. 300 Patient:innen, zwei Gruppen, eine Frage: Verändert sich das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt, wenn du deinen Befund vorher verstehst?

Die Antwort ist jetzt in der Fachzeitschrift NEJM AI erschienen. Wir sind stolz darauf, und wir erzählen dir hier, was herausgekommen ist.

Illustration einer Person, die fragend ein medizinisches Dokument betrachtet

Veröffentlicht in NEJM AI am 15. Oktober 2026

Kann Ki helfen das Arztgespräch zu verbessern?

Die Situation kennen die meisten, die schon einmal einen Befund bekommen haben. Man sitzt im Termin, bekommt das Grundsätzliche erklärt und nickt. Für die Fragen, auf die es wirklich ankommt, bleibt keine Zeit, oder sie fallen einem erst später ein, auf dem Heimweg oder abends auf dem Sofa, wenn das erste Gehörte verdaut ist.

Genau an diesem Punkt setzt die Dresdner Studie an. Sie hat untersucht, was sich im Gespräch verändert, wenn Patient:innen ihren eigenen Befund schon vorher verstanden haben.

Illustration einer Person, die sich an den Kopf fasst, vor ihr drei Befunde

So wurde Onno getestet

Zwischen Mai 2025 und Januar 2026 bekam die Hälfte von 300 Patient:innen vor ihrem ersten Gespräch in der neurochirurgischen Ambulanz eine Übersetzung der eigenen Unterlagen in einfache Sprache, die andere Hälfte ging wie gewohnt in den Termin. Wer in welche Gruppe kam, entschied der Zufall. Beteiligt waren 17 behandelnde Ärztinnen und Ärzte. Onno übersetzt dabei nur die Dokumente, stellt keine Diagnose und ersetzt kein Arztgespräch. Den Studienaufbau beschreibt die Medizinische Fakultät der TU Dresden ausführlich in ihrer eigenen Pressemitteilung [Link einsetzen, sobald online].

300

Menschen vor dem Termin

Alle kamen zum ersten Mal in die Sprechstunde, mit einem Arztbrief, einem MRT- oder einem CT-Befund in der Tasche.

2

Gruppen, per Zufall verteilt

Die eine Hälfte bekam ihren Befund vorab als Onno-Zusammenfassung in verständlicher Sprache, die andere nicht.

1

Frage an beide Seiten

Danach bewerteten alle das Gespräch, auch die 17 beteiligten Ärztinnen und Ärzte, und die Dauer wurde festgehalten.

Das Ergebnis: besser bewertete Gespräche, mehr Mitsprache, weniger Zeit

Das Ergebnis hat uns selbst gefreut. Wer den eigenen Befund vorher verstanden hatte, bewertete das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt besser als die Vergleichsgruppe. Das war der wichtigste Messwert der Studie, und der Unterschied war statistisch signifikant.

besser bewertet

Mit Onno vorbereitete Patient:innen bewerteten ihr Arztgespräch besser, statistisch signifikant.

25 statt 33 Minuten

So lang dauerten die Gespräche im Mittel, rund ein Fünftel kürzer und trotzdem besser bewertet.

0 Fehler in 75 Texten

Zwei Ärzte prüften unabhängig: kein sachlicher Fehler und nichts, was hätte schaden können.

Am stärksten zeigte sich der Unterschied bei einer Frage, die uns besonders am Herzen liegt: Wie sehr fühlst du dich einbezogen, wenn es um deine Behandlung geht? Die vorbereiteten Patient:innen fühlten sich stärker beteiligt und erlebten mehr Unterstützung für ihre eigenen Entscheidungen.

Die Gespräche wurden kürzer, aber nicht kühler. Beide Gruppen bewerteten die Empathie im Gespräch gleich hoch.

„Ich hätte mit längeren Gesprächen gerechnet, weil informierte Patient:innen mehr nachfragen. Es war umgekehrt.“

Witold Polanski, Neurochirurg am Universitätsklinikum Dresden und medizinisch verantwortlich bei Onno

Illustration einer Person, die auf einem Stuhl sitzt und nachdenkt

Willst du das selbst ausprobieren?

Lade deinen Arztbrief oder Befund hoch und lies in wenigen Minuten, was drinsteht. Kostenlos, ohne Anmeldung und ohne dass wir etwas über dich speichern.

„Es ist ja mein Körper. Das gibt einem auch was in die Hand, wo man sich mit dem Arzt auf Augenhöhe begegnen kann. Ich soll zu allem mein Einverständnis geben, aber ich verstehe es ja gar nicht.“

Eine Onno-Nutzerin im Gespräch mit uns

Erschienen in NEJM AI

Diese Ergebnisse sind am 15. Oktober 2026 in NEJM AI erschienen, der Fachzeitschrift für künstliche Intelligenz in der Medizin. Sie stammt aus dem Verlag des New England Journal of Medicine, einer der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften der Welt. Jede Studie dort wird von unabhängigen Fachleuten geprüft, bevor sie erscheint. Für uns ist das ein großer Moment: Onno ist damit einer der wenigen Dienste seiner Art, dessen Nutzen in einer randomisierten Studie untersucht und in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Forschenden am Universitätsklinikum haben die Studie selbst initiiert, geplant, durchgeführt und ausgewertet, ohne externe Förderung. Wir haben die Zusammenfassungen geliefert. Die Studie wurde vorab im Deutschen Register Klinischer Studien angemeldet, damit niemand im Nachhinein die Fragestellung ändern kann. Alle Details stehen im Steckbrief unten.

NEJM AI

Fachzeitschrift für künstliche Intelligenz in der Medizin, herausgegeben von der NEJM Group

Benker-Hasani E et al., 15.10.2026
DOI 10.1056/AIoa2600136

Illustration einer Person, die ein Befundbild in der Hand hält und den Daumen hebt

Du musst nicht mit einem Kopf voller Fragezeichen zum Termin

Die Patient:innen in der Studie hatten etwas, das viele nicht haben: Sie wussten vor dem Gespräch, was in ihrem Befund steht. Für sie begann das Gespräch nicht bei den Vokabeln, sondern bei ihren Fragen.

Genau das kannst du auch. Lade deinen Arztbrief oder Befund hoch und bekomme in wenigen Minuten eine Erklärung, die du verstehst. In der Detailversion findest du dazu Fragen, die du deiner Ärztin oder deinem Arzt stellen kannst. Onno ersetzt kein Arztgespräch. Es hilft dir, vorbereitet hineinzugehen.

Die Studie in Kürze

Name

AI-INFOCARE

Titel

Effect of Previsit AI-Generated Document Summaries on Consultation Time and Patient-Physician Communication: The AI-INFOCARE Randomized Controlled Trial

Wer

Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, TU Dresden

Design

prospektiv, randomisiert, kontrolliert, ein Zentrum, ambulant

Teilnehmende

300 Erwachsene vor dem ersten neurochirurgischen Gespräch, je 150 pro Gruppe, 17 behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Mai 2025 bis Januar 2026

Untersucht

Onno-Zusammenfassung des eigenen Befunds vor dem Gespräch, erstellt mit einer eingefrorenen Onno-Version von 2025, vor der Weitergabe per Checkliste mit dem Original abgeglichen

Wichtigster Messwert

Qualität des Arztgesprächs aus Patientensicht: 4,42 gegenüber 4,25 von 5 Punkten, statistisch signifikant (p = 0,005)

Weitere Ergebnisse

mehr gemeinsame Entscheidungsfindung, mehr erlebte Unterstützung der Selbstbestimmung, Gespräche im Median 25 statt 33 Minuten, kein Fehler in 75 ärztlich geprüften Texten, keine unerwünschten Ereignisse

Einordnung

Ein Zentrum und ein Fachgebiet. Die Autor:innen sehen das Ergebnis als Grundlage für größere Studien.

Veröffentlicht

NEJM AI, 15.10.2026, DOI 10.1056/AIoa2600136, zum Artikel

Registriert

Deutsches Register Klinischer Studien, DRKS00036810, Protokoll vorab veröffentlicht (JMIR Res Protoc 2025;14:e77204)

Transparenz

PD Dr. Witold Polanski ist neben seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum Mitgründer und medizinischer Leiter von Simply Onno und Mitautor der Studie. Er war einer der beiden Ärzte, die 75 Texte nachträglich geprüft haben, ohne die Bewertung des anderen zu kennen. An den Patientengesprächen, der Datenerhebung und der statistischen Auswertung war er nicht beteiligt. Die Studie wurde von den Forschenden selbst initiiert und nicht extern gefördert.

Zitation

Benker-Hasani E, Richter S, Buszello C, Willkommen S, Prem M, Hijazi M, Martin KD, Juratli T, Eyüpoglu I, Polanski W. NEJM AI 2026.

Dein Befund, verständlich erklärt

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