Zervixkarzinom ist die medizinische Bezeichnung für Gebärmutterhalskrebs, also eine bösartige Tumorerkrankung am unteren Teil der Gebärmutter, der sogenannten Zervix.
Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn sich Zellen am Übergang zwischen Gebärmutter und Scheide unkontrolliert vermehren und zu einem Tumor werden. Die Zervix, auch Zervix uteri genannt, bildet dabei den Bereich, in dem diese Krebsform auftritt. Meist entwickelt sich das Karzinom langsam über mehrere Jahre hinweg aus Vorstufen, die als Dysplasien oder Krebsvorstufen bezeichnet werden. Oft sind diese Veränderungen zunächst harmlos und verursachen keine Beschwerden.
Wie häufig kommt Gebärmutterhalskrebs vor?
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.500 Frauen an einem Zervixkarzinom. Dank regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen und dem sogenannten Pap-Abstrich ist die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 35 und 60 Jahren, aber grundsätzlich kann die Erkrankung in jedem Alter auftreten.
Ursachen und Risikofaktoren
Die wichtigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papillomavirus (HPV). Diese Viren werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen und sind weit verbreitet. Die meisten Infektionen heilen von selbst aus, doch in einigen Fällen bleibt das Virus im Körper und kann die Zellen der Zervix verändern. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, ein geschwächtes Immunsystem, viele Sexualpartner oder eine frühe Aufnahme sexueller Aktivitäten. Auch andere Infektionen im Genitalbereich können das Risiko leicht erhöhen.
Symptome: Wann macht sich ein Zervixkarzinom bemerkbar?
Im Frühstadium verursacht Gebärmutterhalskrebs oft keine Beschwerden. Deshalb wird er häufig erst bei der Vorsorge entdeckt. Später können Symptome wie ungewöhnliche Blutungen, etwa nach dem Geschlechtsverkehr oder außerhalb der Regel, auftreten. Auch Ausfluss, Schmerzen im Unterleib oder Beschwerden beim Wasserlassen sind möglich. Solche Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass ein Karzinom vorliegt, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden.
Diagnose: Wie wird Gebärmutterhalskrebs festgestellt?
Die wichtigste Maßnahme zur Früherkennung ist der regelmäßige Besuch beim Frauenarzt oder der Frauenärztin. Dort wird ein Pap-Abstrich gemacht, bei dem Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Zeigen sich dabei Auffälligkeiten, folgen weitere Untersuchungen wie eine sogenannte Kolposkopie, bei der der Gebärmutterhals mit einer speziellen Lupe betrachtet wird. Manchmal wird auch eine kleine Gewebeprobe entnommen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT oder CT kommen zum Einsatz, um die Ausbreitung des Tumors zu beurteilen.
Mehr über die Untersuchungsmethoden und Veränderungen am Gebärmutterhals findest du im Artikel zur Zervixpathologie.
Ist Gebärmutterhalskrebs gefährlich?
Ein Zervixkarzinom ist eine ernste Erkrankung, die ohne Behandlung lebensbedrohlich werden kann. Wird der Tumor jedoch früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. In frühen Stadien lässt sich der Krebs meist vollständig entfernen. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto aufwendiger wird die Behandlung. Deshalb ist die regelmäßige Vorsorge so wichtig.
Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie den Begriff Zervixkarzinom in einem Arztbrief lesen. Die Angst vor Krebs ist verständlich. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht jede Zellveränderung gleichbedeutend mit einer Krebserkrankung ist. Oft handelt es sich um Vorstufen, die gut beobachtet oder behandelt werden können, bevor sie zu einem Karzinom werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Im Frühstadium genügt oft eine kleine Operation, bei der nur das veränderte Gewebe entfernt wird. Ist der Tumor größer oder hat er sich bereits ausgebreitet, kann eine Operation der Gebärmutter nötig sein. In manchen Fällen kommen zusätzlich Strahlen oder Chemotherapie zum Einsatz. Die Wahl der Behandlung hängt auch vom Alter, dem Wunsch nach Kindern und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Nach Abschluss der Therapie sind regelmäßige Nachkontrollen wichtig, um ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen.
Was kann man selbst tun?
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist die regelmäßige Teilnahme an den angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Für junge Menschen gibt es mittlerweile eine Impfung gegen bestimmte HPV-Typen, die das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich senken kann. Ein gesunder Lebensstil mit Verzicht auf Rauchen und die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr tragen ebenfalls dazu bei, das Erkrankungsrisiko zu verringern.
Wer einen auffälligen Befund oder einen Hinweis auf ein Zervixkarzinom erhält, sollte die empfohlenen Kontrolltermine unbedingt wahrnehmen und sich nicht scheuen, Fragen an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt zu stellen. Unsicherheit und Angst sind verständlich, doch je mehr über die Erkrankung bekannt ist, desto besser lässt sich damit umgehen.
Weiterführende Informationen zu Veränderungen und Erkrankungen am Gebärmutterhals finden sich im Artikel zur Zervixpathologie sowie zur Zervix uteri.