Pulmonalstenose – Was jetzt wichtig ist

Pulmonalstenose – Was jetzt wichtig ist

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Pulmonalstenose bezeichnet eine Verengung im Bereich der Pulmonalklappe oder des angrenzenden Ausflusstraktes der rechten Herzkammer, wodurch der Blutfluss von der rechten Herzkammer in die Lunge erschwert wird.

Wie entsteht eine Pulmonalstenose?

Die Pulmonalklappe ist eine von vier Herzklappen und sorgt dafür, dass sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in die Lunge gelangt, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Bei einer Pulmonalstenose ist diese Klappe oder der Bereich davor beziehungsweise dahinter verengt. Das bedeutet, das Blut muss mit mehr Druck durch eine schmalere Öffnung gepumpt werden. In den meisten Fällen ist diese Verengung angeboren, sie entsteht also bereits während der Entwicklung im Mutterleib. Seltener kann sie durch Entzündungen, Verletzungen oder andere Erkrankungen im Laufe des Lebens auftreten.

Mehr zur Funktion und Lage der Pulmonalklappe findest du im Artikel Pulmonalklappe.

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Welche Beschwerden können auftreten?

Oft bleibt eine leichte Pulmonalstenose lange unbemerkt, weil das Herz den erhöhten Widerstand ausgleichen kann. Bei einer stärkeren Verengung kann es jedoch zu verschiedenen Symptomen kommen. Typisch sind eine schnelle Ermüdbarkeit, Kurzatmigkeit oder ein Engegefühl in der Brust, besonders bei körperlicher Anstrengung. Manche Menschen berichten über Schwindel, Herzklopfen oder Ohnmachtsanfälle, wenn das Herz die Belastung nicht mehr ausgleichen kann. Bei Säuglingen und Kindern kann sich eine ausgeprägte Pulmonalstenose durch eine bläuliche Verfärbung der Lippen und Haut zeigen, was auf einen Sauerstoffmangel hinweist.

Ist eine Pulmonalstenose gefährlich?

Ob die Verengung gefährlich ist, hängt davon ab, wie stark sie ausgeprägt ist. Leichte Formen verursachen oft keine Beschwerden und müssen manchmal nur regelmäßig kontrolliert werden. Eine schwere Pulmonalstenose belastet das Herz jedoch deutlich. Die rechte Herzkammer muss gegen einen erhöhten Druck anpumpen und kann im Laufe der Zeit verdicken oder sich vergrößern. Bleibt diese Belastung über längere Zeit bestehen, kann das zu einer Herzschwäche führen. Besonders bei Kindern ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.

Wie wird eine Pulmonalstenose festgestellt?

Meist fällt die Pulmonalstenose bei einer Routineuntersuchung auf, etwa durch ein auffälliges Herzgeräusch beim Abhören mit dem Stethoskop. Um die genaue Ursache und das Ausmaß der Verengung zu bestimmen, wird in der Regel ein Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) durchgeführt. Diese Untersuchung zeigt, wie stark die Klappe verengt ist und ob das Herz bereits Veränderungen aufweist. In manchen Fällen kommen weitere Untersuchungen wie ein EKG, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder eine Herzkatheteruntersuchung infrage, um die Durchblutung und den Druck im Herzen genauer zu messen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie hängt davon ab, wie stark die Pulmonalstenose ausgeprägt ist und ob Beschwerden bestehen. Bei einer leichten Verengung reicht es oft aus, die Herzfunktion regelmäßig zu kontrollieren. Wenn die Verengung mittelgradig bis schwer ist oder Beschwerden auftreten, wird meist ein Eingriff empfohlen. Eine häufige Methode ist die sogenannte Ballonvalvuloplastie. Dabei wird ein dünner Katheter mit einem kleinen Ballon an der Spitze über eine Vene bis zur verengten Klappe vorgeschoben. Der Ballon wird dann vorsichtig aufgeblasen, um die Engstelle zu weiten. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig, bei der die Klappe repariert oder durch eine künstliche Klappe ersetzt wird. Nach solchen Eingriffen sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um die Funktion des Herzens und der Klappe zu überwachen.

Was kann selbst getan werden?

Bei einer diagnostizierten Pulmonalstenose empfiehlt es sich, die ärztlichen Kontrollen zuverlässig wahrzunehmen. So kann rechtzeitig erkannt werden, ob sich die Engstelle verändert oder das Herz unter Druck gerät. Körperliche Belastung sollte immer mit der behandelnden Kardiologin oder dem Kardiologen abgesprochen werden. In vielen Fällen ist ein normales Leben mit angepasster Aktivität möglich, solange keine Beschwerden bestehen und das Herz stabil bleibt. Bei Kindern mit Pulmonalstenose wird oft ein individueller Plan erstellt, der Sport und Alltag an die jeweilige Belastbarkeit anpasst.

Häufige Sorgen und Fragen

Viele Betroffene oder Eltern eines betroffenen Kindes fragen sich, ob die Pulmonalstenose das Leben stark einschränkt oder zu Komplikationen führt. Bei leichter Ausprägung ist das Risiko für ernsthafte Probleme gering, solange regelmäßige Kontrollen stattfinden. Nach einer erfolgreichen Behandlung sind die meisten Menschen beschwerdefrei und können ein weitgehend normales Leben führen. Wichtig ist, auf Symptome wie zunehmende Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder Ohnmachtsanfälle zu achten und diese rasch ärztlich abklären zu lassen. Bei Unsicherheiten hilft es, Fragen offen mit dem behandelnden Team zu besprechen und sich über die eigene Erkrankung gut zu informieren.

Was steckt hinter dem Begriff?

Pulmonalstenose ist ein medizinischer Fachausdruck, der eine konkrete Veränderung am Herzen beschreibt. Es handelt sich dabei um eine Verengung im Bereich der Pulmonalklappe oder des angrenzenden Ausflusstraktes der rechten Herzkammer. Die Schwere und die Auswirkungen dieser Veränderung können sehr unterschiedlich sein. Von völlig beschwerdefrei bis hin zu deutlichen Herzproblemen reicht das Spektrum. Entscheidend ist, die Diagnose ernst zu nehmen, die empfohlene Überwachung einzuhalten und sich bei Fragen oder neuen Beschwerden frühzeitig an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt zu wenden. Wer sich genauer für die Anatomie und Funktion der betroffenen Klappe interessiert, findet weitere Informationen im Artikel zur Pulmonalklappe.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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