Peritoneal bedeutet „zum Bauchfell gehörend“ oder „das Bauchfell betreffend“. In medizinischen Texten, Befunden oder Arztbriefen beschreibt dieser Begriff alles, was mit dem Bauchfell, einer dünnen Gewebeschicht im Inneren des Bauches, in Verbindung steht.
Was ist das Bauchfell?
Das Bauchfell, auch als Peritoneum bezeichnet, ist eine dünne, glatte Haut, die den gesamten Bauchraum von innen auskleidet. Es überzieht die meisten inneren Organe, darunter Magen, Darm, Leber und Milz. Das Bauchfell sorgt dafür, dass die Organe im Bauchraum gut gegeneinander gleiten können. Zwischen den beiden Schichten des Bauchfells befindet sich eine kleine Menge Flüssigkeit, die diese Gleitfähigkeit unterstützt.
Wo taucht der Begriff peritoneal auf?
Peritoneal wird in der Medizin meist als Adjektiv verwendet, also als beschreibendes Wort. Wenn in einem Bericht etwas als „peritoneal“ bezeichnet wird, ist damit gemeint, dass es das Bauchfell betrifft oder sich im Bereich des Bauchfells abspielt. Beispiele dafür sind eine „peritoneale Reizung“ (eine Reaktion des Bauchfells auf Entzündungen oder Verletzungen), „peritoneale Flüssigkeit“ (Flüssigkeit im Bauchfellraum) oder „peritoneale Dialyse“ (eine spezielle Form der Nierenersatztherapie, bei der das Bauchfell als Filter genutzt wird).
Wichtige peritoneale Vorgänge und Begriffe
In Befunden kann „peritoneal“ in unterschiedlichen Zusammenhängen auftauchen. Häufig ist von einer „peritonealen Beteiligung“ die Rede, wenn das Bauchfell in einen Krankheitsprozess einbezogen ist. Das kann zum Beispiel bei Entzündungen, Blutungen oder Tumoren der Fall sein. Auch bei Verletzungen im Bauchraum prüfen Ärztinnen und Ärzte, ob eine peritoneale Beteiligung vorliegt.
Ein weiterer wichtiger Ausdruck ist die „peritoneale Dialyse“. Diese Therapieform kommt bei bestimmten Nierenerkrankungen zum Einsatz. Dabei wird das Bauchfell genutzt, um schädliche Stoffe aus dem Blut zu filtern. Die Dialyselösung wird dafür in die Bauchhöhle eingebracht und nach einiger Zeit wieder entfernt. Das Verfahren ist eine Alternative zur Hämodialyse, bei der das Blut außerhalb des Körpers gereinigt wird.
Was bedeutet „peritoneal“ im Befund?
Wenn im Befund steht, dass etwas „peritoneal“ ist oder eine „peritoneale Beteiligung“ vorliegt, ist damit lediglich die Lage oder der Bezug zum Bauchfell beschrieben. Es handelt sich nicht automatisch um eine Krankheit oder einen Notfall. Entscheidend ist immer, in welchem Zusammenhang der Begriff verwendet wird. Wird zum Beispiel eine „peritoneale Reizung“ erwähnt, kann das auf eine Entzündung oder einen anderen Reiz im Bauchraum hindeuten. Das genaue Ausmaß und die Bedeutung hängen aber von weiteren Befunddetails ab.
Peritoneale Erkrankungen und ihre Bedeutung
Das Bauchfell kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein. Eine der bekanntesten ist die Peritonitis, also eine Entzündung des Bauchfells. Diese kann durch Bakterien, Verletzungen oder andere Ursachen ausgelöst werden. Symptome sind oft starke Bauchschmerzen, ein gespannter Bauch und Fieber. Eine Peritonitis ist eine ernste Erkrankung, die schnell behandelt werden muss.
Auch Tumoren können das Bauchfell betreffen, zum Beispiel bei bestimmten Krebsarten, die in den Bauchraum streuen. Dann spricht man von einer „peritonealen Metastasierung“. In solchen Fällen ist die Therapie sehr individuell und hängt von der Grunderkrankung ab.
Wie wird eine peritoneale Beteiligung festgestellt?
Um zu beurteilen, ob das Bauchfell betroffen ist, nutzen Ärztinnen und Ärzte verschiedene Untersuchungsmethoden. Eine körperliche Untersuchung kann Hinweise auf eine Reizung oder Entzündung geben. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie helfen dabei, Veränderungen im Bauchraum sichtbar zu machen. Bei Verdacht auf eine Entzündung kann auch eine Analyse der im Bauchraum befindlichen Flüssigkeit durchgeführt werden.
Was tun bei Unsicherheit?
Wenn im Arztbrief der Begriff „peritoneal“ auftaucht, ist das zunächst nur eine anatomische Beschreibung. Ob daraus eine Behandlung notwendig wird, hängt ganz vom Zusammenhang ab. Bei Fragen hilft es, den genauen Wortlaut des Befundes zu notieren und beim nächsten Arzttermin gezielt nachzufragen. Nur so lässt sich klären, ob eine Erkrankung vorliegt oder ob es sich lediglich um eine Lagebeschreibung handelt.
Peritoneal beschreibt also alles, was das Bauchfell betrifft, von der Lage eines Organs über die Art einer Therapie bis hin zu möglichen Krankheitsprozessen. Die genaue Bedeutung ergibt sich immer aus dem Zusammenhang im Befundtext.