Obere Extremitäten bezeichnet in der Medizin die oberen Gliedmaßen des Körpers, also Arme und Hände einschließlich Schultern, Oberarme, Unterarme und Finger.
Anatomie und Aufbau
Die oberen Extremitäten setzen sich aus mehreren Abschnitten zusammen. Ganz oben beginnt alles mit dem Schultergürtel. Dazu gehören das Schlüsselbein und das Schulterblatt. Sie verbinden die Arme mit dem Rumpf und sorgen für Beweglichkeit und Stabilität. Direkt daran schließt sich der Oberarm an. Im Oberarm verläuft der kräftige Oberarmknochen, der sogenannte Humerus. Weiter unten folgt der Unterarm, der aus zwei Knochen besteht: Elle und Speiche. Am Ende der Reihe steht die Hand mit ihren vielen kleinen Knochen, Gelenken und Muskeln.
Jeder dieser Abschnitte hat eine spezielle Aufgabe. Die Schulter sorgt für große Bewegungsfreiheit. Der Ellenbogen verbindet Oberarm und Unterarm und ermöglicht das Beugen und Strecken. Im Unterarm verlaufen zahlreiche Muskeln, die für Drehbewegungen und das Greifen zuständig sind. Die Hand schließlich ist ein wahres Wunderwerk: Sie besteht aus vielen Knochen, Gelenken und Sehnen, die feinste Bewegungen und kräftiges Zupacken ermöglichen.
Mehr zur Anatomie und Funktion des Unterarms und zum Aufbau des Ellenbogens findest du in den verlinkten Artikeln.
Funktion der oberen Extremitäten
Die oberen Gliedmaßen sind für den Menschen unverzichtbar. Sie ermöglichen es, Gegenstände zu greifen, zu halten, zu tragen und zu bewegen. Auch feine Tätigkeiten wie Schreiben, Malen oder das Knöpfen eines Hemdes sind ohne die komplexe Zusammenarbeit von Muskeln, Sehnen und Nerven nicht denkbar.
Ein ganzes Netzwerk von Muskeln und Nerven sorgt dafür, dass jede Bewegung präzise ausgeführt werden kann. Besonders wichtig ist dabei der sogenannte Plexus brachialis, ein Nervengeflecht, das die gesamte obere Extremität versorgt. Verletzungen oder Erkrankungen dieses Nervengeflechts können zu Gefühlsstörungen oder Lähmungen führen. Wer mehr darüber wissen möchte, findet ausführliche Informationen zum Plexus brachialis auf der verlinkten Seite.
Was gehört alles dazu?
Zur oberen Extremität zählen:
Jeder dieser Abschnitte ist wiederum in verschiedene Knochen, Muskeln und Bänder unterteilt. Die Hand allein besteht aus 27 Knochen und zahlreichen kleinen Muskeln, die für Kraft und Geschicklichkeit sorgen. Wer sich für die Details interessiert, findet mehr zu den Handmuskeln und zum Aufbau der Hand in den entsprechenden Artikeln.
Häufige Untersuchungen
Wenn Beschwerden, Verletzungen oder Veränderungen an den oberen Gliedmaßen auftreten, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Besonders häufig wird ein Röntgenbild angefertigt, zum Beispiel bei Knochenbrüchen oder Gelenkproblemen. Ein Röntgenbild der Hand liefert wichtige Hinweise auf Knochenstruktur, Gelenke und eventuelle Verletzungen. Auch Ultraschall, MRT oder spezielle Nervenmessungen können notwendig sein, je nachdem, welche Strukturen betroffen sind.
Wann ist der Begriff wichtig?
Der Ausdruck obere Extremitäten taucht oft in Arztbriefen, Befunden oder medizinischen Berichten auf. Er dient dazu, klarzustellen, dass sich eine Untersuchung, eine Verletzung oder eine Therapie auf die Arme, Hände oder Schultern bezieht. Zum Beispiel kann in einem Befund stehen: „Keine Auffälligkeiten an den oberen Extremitäten“, das bedeutet, dass bei der Untersuchung von Armen und Händen alles in Ordnung war. Oder es wird notiert: „Schwellung der oberen Extremität rechts“ – gemeint ist dann eine Schwellung am rechten Arm oder an der rechten Hand.
Auch bei der Beschreibung von Bewegungsstörungen, Muskelschwächen oder Lähmungen ist oft von den oberen Extremitäten die Rede. In neurologischen oder orthopädischen Untersuchungen wird gezielt überprüft, wie gut die Beweglichkeit, Kraft und das Gefühl in den Armen und Händen erhalten sind.
Was ist der Unterschied zu unteren Extremitäten?
Im Gegensatz zu den oberen Gliedmaßen bezeichnen die unteren Extremitäten die Beine samt Hüfte, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß. Beide Bereiche haben unterschiedliche Aufgaben: Während die unteren Extremitäten vor allem für Stand, Gang und Fortbewegung zuständig sind, ermöglichen die oberen das gezielte Greifen, Halten und Arbeiten.
Wichtige Begriffe rund um die oberen Extremitäten
Im Zusammenhang mit den oberen Gliedmaßen tauchen viele Fachbegriffe auf. Einige Beispiele sind:
Brachium: medizinischer Ausdruck für Oberarm
Antebrachium: Unterarm
Manus: Hand
Plexus brachialis: das große Nervengeflecht, das Arm und Hand versorgt
Radius und Ulna: die beiden Knochen des Unterarms
Wer sich unsicher ist, was ein bestimmter Begriff bedeutet, findet meist im Kontext des Arztbriefs oder Befunds Hinweise darauf, welcher Teil gemeint ist.
Zusammenfassung
Obere Extremitäten ist ein Sammelbegriff für Arme und Hände mit allen dazugehörigen Strukturen. Er wird in der Medizin verwendet, um klar und eindeutig bestimmte Körperbereiche zu beschreiben. Beschwerden, Verletzungen oder Auffälligkeiten, die in einem Befund oder Bericht die oberen Extremitäten betreffen, beziehen sich also immer auf Arme, Schultern, Unterarme und Hände. Wer genauer wissen möchte, wie einzelne Abschnitte aufgebaut sind oder welche Funktionen sie haben, findet in den verlinkten Artikeln viele weiterführende Informationen.