Das Nierenkelchsystem ist ein Teil der Niere, der den Urin sammelt und in das Nierenbecken weiterleitet.
Aufbau und Funktion
Das Nierenkelchsystem besteht aus mehreren kleinen Hohlräumen, die wie Trichter geformt sind. Diese werden als Nierenkelche bezeichnet. Sie nehmen den Urin auf, der in den sogenannten Nierenkörperchen gebildet wird. Die Nierenkelche sammeln den Urin und leiten ihn an das Nierenbecken weiter. Von dort aus gelangt er über den Harnleiter in die Blase.
Die Niere ist ein wichtiges Organ, das das Blut filtert und Abfallstoffe ausscheidet. Das Nierenkelchsystem ist dabei die Sammelstelle für den frisch gebildeten Urin. Ohne dieses System könnten die Abbauprodukte des Körpers nicht richtig ausgeschieden werden.
Wo liegt das Nierenkelchsystem genau?
Im Inneren der Niere befindet sich das Nierenbecken, auch Pyelon genannt. Das Nierenkelchsystem liegt direkt davor und besteht aus mehreren kleinen Kelchen, die sich wie Finger zu einem zentralen Hohlraum, dem Nierenbecken, öffnen. Jeder Nierenkelch nimmt Urin von einem kleinen Bereich der Niere auf. Die kleinen Kelche (sogenannte Calices minores) vereinigen sich zu größeren Kelchen (Calices majores), die dann ins Nierenbecken münden.
Weitere Informationen zum Nierenbecken und seiner Form gibt es auch im Artikel über das Ampulläres Nierenbecken.
Bedeutung in medizinischen Befunden
Der Begriff Nierenkelchsystem taucht häufig in Berichten von Ultraschalluntersuchungen, CT oder MRT der Nieren auf. Wird das Nierenkelchsystem beschrieben, geht es meist um die Beurteilung, ob der Urinabfluss ungestört ist oder ob es Hinweise auf eine Verengung, einen Rückstau oder andere Auffälligkeiten gibt.
Typische Formulierungen in Befunden lauten zum Beispiel „unauffälliges Nierenkelchsystem“, „Nierenkelchsystem nicht erweitert“ oder „Zeichen einer Kelchkelcherweiterung“. Das bedeutet, die Ärztin oder der Arzt schaut, ob das System normal aussieht oder ob es Anzeichen für eine Blockade oder eine andere Störung gibt.
Was passiert, wenn das Nierenkelchsystem verändert ist?
Veränderungen am Nierenkelchsystem selbst sind keine Krankheit, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas im Ablauf der Urinbildung oder beim Abfluss nicht stimmt. Ein häufiger Grund für eine Erweiterung kann ein Rückstau des Urins sein, zum Beispiel durch einen Stein, eine Engstelle oder eine Entzündung. In solchen Fällen spricht man von einer sogenannten Hydronephrose. Die genauen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten hängen immer vom individuellen Befund ab.
Mehr über das Nierenbecken und mögliche Veränderungen, zum Beispiel das Pyelon, findest du in verlinkten Artikeln.
Warum ist das Nierenkelchsystem wichtig?
Ohne ein funktionierendes Nierenkelchsystem kann die Niere den Urin nicht ordnungsgemäß ableiten. Das würde dazu führen, dass sich Abfallstoffe im Körper ansammeln, was auf Dauer schädlich wäre. Deshalb ist es wichtig, dass dieses System frei und durchgängig bleibt. Bei Auffälligkeiten im Nierenkelchsystem ist es sinnvoll, die Ursache zu klären und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen zu lassen.
Zusammenfassung
Das Nierenkelchsystem ist ein anatomischer Teil der Niere, der den Urin sammelt und weiterleitet. Es hat keine eigene Krankheitsbedeutung, sondern ist ein normales Strukturelement. Auffälligkeiten im Nierenkelchsystem werden meist im Rahmen von bildgebenden Untersuchungen entdeckt und können auf Störungen im Harnabfluss hinweisen. Die genaue Bedeutung ergibt sich immer aus dem Zusammenhang des Befundes.