Nervus ischiadicus: Bedeutung für das Bein

Nervus ischiadicus: Bedeutung für das Bein

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Der Nervus ischiadicus ist der größte Nerv im menschlichen Körper und verläuft vom unteren Rücken bis in den Fuß. Er sorgt dafür, dass Empfindungen und Bewegungen im Bein und Fuß möglich sind.

Aufbau und Verlauf

Der Ischiasnerv, wie er umgangssprachlich genannt wird, beginnt im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins. Von dort zieht er durch das Gesäß, entlang der Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle. Im Bereich des Knies teilt er sich in zwei Hauptäste auf. Diese Äste sind der Nervus tibialis, der Richtung Wade und Fußsohle zieht, und der Nervus fibularis, der die Außenseite des Unterschenkels und Fußrückens versorgt. Zusätzlich gibt es weitere kleinere Nerven wie den N Suralis, die aus diesem Bereich entspringen.

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Welche Aufgaben übernimmt der Ischiasnerv?

Der Nervus ischiadicus ist für die Steuerung vieler Bewegungen im Bein verantwortlich. Er überträgt Signale vom Gehirn an die Muskeln, damit das Bein gebeugt, gestreckt oder bewegt werden kann. Gleichzeitig leitet er Empfindungen wie Berührung, Temperatur oder Schmerz vom Bein zurück zum Rückenmark und ins Gehirn. Ohne diesen Nerv wären gezielte Bewegungen des Beins und das Wahrnehmen von Reizen in diesem Bereich nicht möglich.

Wann wird der Begriff verwendet?

In medizinischen Befunden oder Arztbriefen taucht der Begriff meist im Zusammenhang mit Untersuchungen des Rückens, der Hüfte oder des Beins auf. Häufig geht es darum, ob der Nervus ischiadicus gereizt oder geschädigt ist. Beschwerden wie Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Schwäche im Bein können Hinweise darauf geben, dass dieser Nerv betroffen ist. Auch bei Operationen im Bereich der Wirbelsäule, des Beckens oder der Hüfte spielt der Verlauf des Ischiasnervs eine wichtige Rolle, um Verletzungen zu vermeiden.

Was passiert, wenn der Nerv betroffen ist?

Wird der Nervus ischiadicus gereizt oder eingeklemmt, kann das zu Schmerzen führen, die vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein ausstrahlen. Dieses Beschwerdebild wird umgangssprachlich oft als „Ischias“ bezeichnet. Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und sich als Ziehen, Brennen oder Stechen äußern. Manchmal kommen Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche hinzu. Die Ursache kann zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, eine Entzündung oder eine Verengung im Bereich der Wirbelsäule sein. In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen, manchmal sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Wie wird der Ischiasnerv untersucht?

Bei Verdacht auf eine Reizung oder Schädigung des Nervus ischiadicus erfolgt zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung. Ärztinnen und Ärzte prüfen, ob bestimmte Bewegungen Schmerzen auslösen und ob Reflexe, Kraft oder Gefühl im Bein verändert sind. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie eingesetzt werden, um die Ursache genauer zu erkennen. In seltenen Fällen sind spezielle Nervenmessungen sinnvoll, um die Funktion des Nervs zu überprüfen.

Weitere wichtige Nerven im Bein

Neben dem Nervus ischiadicus gibt es weitere Nerven, die das Bein versorgen. Besonders erwähnenswert sind der Nervus tibialis, der die Rückseite des Unterschenkels und die Fußsohle steuert, sowie der N Suralis, der Empfindungen am äußeren Fußrand vermittelt. Sie alle stehen miteinander in Verbindung und sorgen gemeinsam dafür, dass das Bein normal funktioniert.

Zusammengefasst

Der Nervus ischiadicus ist ein zentraler Bestandteil des Nervensystems im Bein. Er ermöglicht Bewegung und Gefühl vom Rücken bis in die Zehen. Beschwerden im Bereich dieses Nervs können verschiedenste Ursachen haben, sind aber in vielen Fällen gut behandelbar. Wer den Begriff im Arztbrief liest, weiß nun, dass damit der große Nerv gemeint ist, der das Bein mit dem Rückenmark verbindet.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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