Mediastinale Lymphknoten im Brustraum erkennen

Mediastinale Lymphknoten im Brustraum erkennen

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Mediastinale Lymphknoten sind Lymphknoten, die sich im sogenannten Mediastinum befinden, also im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln im Brustkorb.

Wo liegen mediastinale Lymphknoten genau?

Das Mediastinum ist ein zentraler Bereich im Brustkorb, der zwischen den Lungen liegt und wichtige Strukturen wie Herz, große Blutgefäße, Luftröhre und Speiseröhre enthält. In diesem Raum befinden sich zahlreiche Lymphknoten, die als mediastinale Lymphknoten bezeichnet werden. Sie sind Teil des Lymphsystems, das wie ein körpereigenes Abwehrnetz funktioniert. Die Aufgabe dieser Lymphknoten besteht darin, Lymphflüssigkeit zu filtern und Krankheitserreger, Fremdstoffe oder auch entartete Zellen abzufangen. Mehr zum Begriff Mediastinum findest du hier.

Was machen Lymphknoten im Brustraum?

Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die überall im Körper verteilt sind. Die mediastinalen Lymphknoten gehören zu den wichtigsten Stationen im Bereich des Brustkorbs. Sie nehmen Lymphflüssigkeit aus der Lunge, den Bronchien, der Luftröhre und anderen Organen im Brustraum auf. Ihre Hauptaufgabe ist es, das Immunsystem zu unterstützen. Sie filtern Bakterien, Viren und andere fremde Partikel aus der Lymphflüssigkeit heraus und helfen dem Körper so, Infektionen und andere Erkrankungen zu bekämpfen. Eine ausführliche Erklärung zu Lymphknoten gibt es hier.

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Wann sind mediastinale Lymphknoten auffällig?

Im Normalzustand sind mediastinale Lymphknoten klein und fallen bei Untersuchungen meist nicht auf. Erst wenn sie anschwellen oder sich verändern, werden sie sichtbar, zum Beispiel auf Röntgenbildern, bei einer Computertomografie (CT) oder im Rahmen einer Bronchoskopie. Eine Vergrößerung kann verschiedene Ursachen haben. Häufig steckt eine Infektion oder eine Entzündungsreaktion dahinter. Auch gutartige Veränderungen, wie sie etwa bei einer starken Erkältung oder Bronchitis vorkommen, können zu einer vorübergehenden Vergrößerung führen.

In manchen Fällen kann eine auffällige Veränderung aber auch auf eine ernstere Erkrankung hindeuten. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Krebsarten wie Lymphome, Lungenkrebs oder Metastasen anderer Tumoren. Auch chronische Entzündungskrankheiten wie die Sarkoidose können die mediastinalen Lymphknoten betreffen. Entscheidend ist immer die genaue Einordnung im Zusammenhang mit anderen Befunden und Beschwerden.

Wie werden Veränderungen erkannt?

Meistens fallen Veränderungen an mediastinalen Lymphknoten zufällig bei bildgebenden Untersuchungen auf, etwa wenn ein CT des Brustkorbs gemacht wird. Um herauszufinden, was hinter einer Vergrößerung steckt, werden oft weitere Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören Bluttests, spezielle Bildgebungen oder manchmal auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus dem Lymphknoten. Die genaue Diagnose hängt davon ab, wie groß die Lymphknoten sind, wie sie aussehen und welche Begleitsymptome vorliegen.

Was bedeutet ein Befund für dich?

Wenn im Arztbrief oder Befundbericht von „vergrößerten mediastinalen Lymphknoten“ die Rede ist, bedeutet das zunächst nur, dass diese Knoten größer als üblich erscheinen. Das allein ist kein Grund zur Panik. Häufig steckt eine harmlose Ursache dahinter, zum Beispiel eine abklingende Infektion. Erst wenn weitere Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung vorliegen oder die Lymphknoten über längere Zeit auffällig bleiben, werden gezielte Untersuchungen empfohlen. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet anhand der Gesamtbefunde, wie weiter vorgegangen wird.

Wann besteht Anlass zur Sorge?

Eine Vergrößerung der mediastinalen Lymphknoten ist nicht automatisch ein Zeichen für Krebs oder eine gefährliche Erkrankung. Gerade bei jungen Menschen oder nach Infekten ist eine vorübergehende Schwellung häufig und meist harmlos. Erst wenn die Lymphknoten sehr groß sind, ungewöhnlich aussehen oder weitere Symptome wie anhaltender Husten, Gewichtsverlust oder Fieber auftreten, wird genauer nachgeforscht. In den meisten Fällen bringt erst eine gezielte Diagnostik Klarheit.

Was passiert bei der Behandlung?

Ob und wie mediastinale Lymphknoten behandelt werden müssen, hängt immer von der zugrundeliegenden Ursache ab. Gibt es keinen konkreten Hinweis auf eine ernste Erkrankung, ist oft keine Therapie nötig und es reicht, die Entwicklung im Blick zu behalten. Liegt eine Infektion vor, wird diese behandelt. Bei Tumorerkrankungen oder bestimmten Entzündungen entscheidet das Ärzteteam über die weiteren Schritte. Die Behandlung richtet sich dann nach der Hauptdiagnose und nicht nach der Lymphknotenveränderung allein.

Was kannst du selbst tun?

Wer einen Befund über auffällige mediastinale Lymphknoten erhält, sollte sich nicht vorschnell Sorgen machen. Wichtig ist, Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt zu halten und offene Fragen zu klären. Eigene Maßnahmen wie gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Rauchen stärken das Immunsystem und unterstützen die Gesundheit des Brustraums. Bei Unsicherheiten oder neuen Beschwerden ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen und Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.

Mediastinale Lymphknoten sind also ein wichtiger Teil des körpereigenen Abwehrsystems im Brustkorb. Veränderungen an ihnen kommen häufig vor und sind in den meisten Fällen harmlos. Erst die genaue Einordnung im Zusammenhang mit anderen Befunden zeigt, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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