Lymphknotenextirpation bedeutet die vollständige Entfernung eines oder mehrerer Lymphknoten durch eine Operation. Der Begriff setzt sich aus „Lymphknoten“, also kleinen, bohnenförmigen Organen des Immunsystems, und „Extirpation“, dem medizinischen Wort für das vollständige Herausschneiden, zusammen.
Was genau passiert bei einer Lymphknotenentfernung?
Bei einer Lymphknotenextirpation werden Lymphknoten, meist zusammen mit etwas umliegendem Gewebe, operativ entfernt. Das geschieht in der Regel, wenn ein Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung besteht oder ein bereits bekannter Tumor gestreut haben könnte. Lymphknoten sind Teil des Lymphsystems und filtern Krankheitserreger, Zellreste und andere Fremdstoffe aus dem Körper. Mehr über ihre Funktion und Bedeutung findest du hier: Lymphknoten.
Die Entfernung kann einzelne Lymphknoten betreffen, zum Beispiel im Hals, in der Achsel oder in der Leiste, oder auch mehrere Stationen auf einmal. Welche Lymphknoten entfernt werden, richtet sich nach dem vermuteten oder nachgewiesenen Krankheitsherd und seiner Ausbreitung. Einen Überblick über die verschiedenen Regionen gibt es hier: Lymphknotenstationen.
Warum wird eine Lymphknotenextirpation durchgeführt?
Das Herausschneiden von Lymphknoten ist meist notwendig, um eine genaue Diagnose zu stellen oder das Fortschreiten einer Krankheit zu verhindern. Besonders häufig wird die Methode bei Verdacht auf Krebs oder zur Abklärung unklarer Lymphknotenschwellungen angewendet. Manchmal zeigen Untersuchungen, wie Ultraschall oder CT, Veränderungen an den Lymphknoten, die nicht eindeutig zugeordnet werden können. Dann liefert nur die feingewebliche Untersuchung nach der Operation Klarheit.
In anderen Fällen sind Lymphknoten nachgewiesen von Tumorzellen befallen, etwa bei Brustkrebs, Hautkrebs oder bestimmten Lymphomen. Das Entfernen kann helfen, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen oder zu verlangsamen. Selten kommen auch andere Erkrankungen wie chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen als Grund infrage.
Wie läuft der Eingriff ab?
Die Operation erfolgt meist unter Vollnarkose, manchmal auch in örtlicher Betäubung, wenn nur oberflächliche Lymphknoten betroffen sind. Über einen kleinen Schnitt wird der betroffene Lymphknoten aufgesucht und vorsichtig herausgelöst. Umgebendes Gewebe wird möglichst geschont. Nach der Entnahme wird das Operationsgebiet wieder verschlossen. Die entnommenen Lymphknoten werden anschließend feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht.
Je nach Lage unterscheidet sich der Aufwand des Eingriffs. Lymphknoten am Hals, unter dem Kiefer (submandibuläre Lymphknoten), im Bauchraum (paraaortale Lymphknoten oder mesenteriale Lymphknoten) oder in der Achselhöhle liegen unterschiedlich tief und nahe an wichtigen Strukturen. Das kann Einfluss auf die Dauer der Operation und das Risiko für Komplikationen haben.
Mehr zum Begriff „Extirpation“ selbst, die Risiken und die Bedeutung, findest du hier: Exstirpation.
Was bedeutet das für den weiteren Verlauf?
Die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung entscheiden über das weitere Vorgehen. Wird zum Beispiel Krebs nachgewiesen oder bestätigt, dass Tumorzellen im Lymphknoten vorhanden sind, kann das Einfluss auf die Therapie haben. Manchmal reicht die Entfernung aus, um die Krankheit zu kontrollieren, in anderen Fällen schließen sich weitere Behandlungen wie Chemotherapie, Bestrahlung oder zusätzliche Operationen an.
Wenn die Untersuchung zeigt, dass die Lymphknotenschwellung harmlos war, ist meist keine weitere Therapie erforderlich. Die Lymphknotenextirpation dient dann vor allem der Sicherheit und Klarheit.
Was sind mögliche Folgen und Risiken?
Nach der Operation kommt es gelegentlich zu Schwellungen, Blutergüssen oder Wundheilungsstörungen. In seltenen Fällen kann es zu einer Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Operationsgebiet kommen, einem sogenannten Lymphödem. Das Risiko hierfür steigt, je mehr Lymphknoten entfernt wurden und je näher sie an großen Lymphbahnen lagen. Besonders bei größeren Eingriffen, etwa im Bereich der Achsel oder der Leiste, kann das bedeutsam sein.
Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen treten selten auf, sind aber möglich, wenn Nerven in der Nähe der Lymphknoten verlaufen. Die meisten Beschwerden klingen innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.
Was passiert nach dem Eingriff?
Nach einer Lymphknotenextirpation erfolgt in der Regel eine kurze Überwachung im Krankenhaus. Die Wunde muss sauber gehalten und regelmäßig kontrolliert werden. Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt, sofern sie nicht selbstauflösend sind. Bei größeren Operationen kann ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig sein.
Sobald das feingewebliche Ergebnis vorliegt, wird gemeinsam mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen, ob weitere Untersuchungen oder Therapien nötig sind. Körperliche Schonung in den ersten Tagen ist ratsam, schweres Heben oder Sport sollte vorübergehend vermieden werden, um die Wundheilung nicht zu gefährden.
Was kann selbst zur Genesung beitragen?
Eine gute Wundpflege und das Einhalten der ärztlichen Empfehlungen helfen, Komplikationen zu vermeiden. Beobachte die Wunde auf Rötungen, Schwellungen oder ungewöhnliche Schmerzen und suche bei Auffälligkeiten ärztlichen Rat. Auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit zu achten, unterstützt die Heilung zusätzlich.
Bei Neigung zu Lymphödemen, etwa nach Entfernung vieler Lymphknoten, können spezielle physiotherapeutische Maßnahmen und gezielte Bewegungsübungen helfen, die Schwellung zu begrenzen. In manchen Fällen wird eine Kompressionstherapie empfohlen.
Wann ist eine Lymphknotenextirpation nicht notwendig?
Nicht jede Lymphknotenschwellung muss entfernt werden. Oft reicht es, den Verlauf zu beobachten oder weniger invasive Verfahren wie eine Feinnadelbiopsie durchzuführen. Nur wenn die Ursache unklar bleibt oder ein ernsthafter Verdacht besteht, wird eine vollständige Entfernung erwogen.
Die Entscheidung für eine Lymphknotenextirpation wird immer individuell und nach sorgfältiger Abwägung getroffen. Ein ausführliches Gespräch mit den behandelnden Fachleuten hilft, die eigenen Fragen und Sorgen zu klären und den besten Weg zu finden.