Lungengefäße – Verbindung für den Gasaustausch

Lungengefäße – Verbindung für den Gasaustausch

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Lungengefäße sind die Blutgefäße, die das Herz mit der Lunge verbinden und dort den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid ermöglichen.

Die Rolle der Lungengefäße im Körper

Im menschlichen Körper gibt es ein ausgeklügeltes System, das dafür sorgt, dass jede Zelle mit Sauerstoff versorgt wird. Ein zentraler Bestandteil dieses Systems sind die Lungengefäße. Sie verlaufen zwischen dem Herzen und der Lunge und übernehmen eine ganz besondere Aufgabe: Sie transportieren sauerstoffarmes Blut vom Herzen in die Lunge und bringen das mit Sauerstoff angereicherte Blut wieder zurück zum Herzen. Von dort aus gelangt es in den restlichen Körper. Ohne diese Gefäße wäre ein Leben nicht möglich, denn sie bilden die Verbindung zwischen Atmung und Kreislauf.

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Aufbau und Funktion einfach erklärt

Zu den Lungengefäßen zählen vor allem zwei große Gruppen: die Lungenarterien und die Lungenvenen. Die Lungenarterien (medizinisch Arteria pulmonalis) leiten das sauerstoffarme Blut vom rechten Herzen in die Lunge. Dort verzweigen sie sich wie Äste eines Baums in immer kleinere Gefäße, bis sie schließlich die winzigen Lungenbläschen erreichen. In diesen Bläschen, den sogenannten Alveolen, findet dann der eigentliche Gasaustausch statt. Hier wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und gibt Kohlendioxid ab.

Nach dem Austausch fließt das nun sauerstoffreiche Blut über die Lungenvenen (Venae pulmonales) zurück zum linken Herzen. Von dort aus wird es in den Körper gepumpt. Diese spezielle Verbindung zwischen Herz und Lunge nennt man auch kleinen Kreislauf oder Lungenkreislauf. Wer mehr über den Aufbau und die Funktionsweise der Lunge erfahren möchte, findet dazu weitere Informationen im Artikel Aufbau Der Lunge.

Warum werden Lungengefäße im Arztbrief erwähnt?

Oft taucht der Begriff Lungengefäße in Befunden oder Arztbriefen auf, etwa im Zusammenhang mit bildgebenden Untersuchungen wie Röntgen, CT oder MRT. Ärztinnen und Ärzte schauen dabei, ob die Gefäße normal aussehen oder ob es Hinweise auf Veränderungen gibt. Zum Beispiel kann die Gefäßstruktur Hinweise auf Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder andere Erkrankungen geben. Auch bei Verdacht auf eine Lungenembolie, also einen plötzlichen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, wird gezielt auf die Lungengefäße geachtet.

In den meisten Fällen ist die Erwähnung der Lungengefäße im Befund rein beschreibend. Das bedeutet, es wird festgehalten, ob sie unauffällig sind oder ob bestimmte Auffälligkeiten bestehen. Eine Aussage wie „Lungengefäße unauffällig“ ist ein gutes Zeichen und bedeutet, dass keine krankhaften Veränderungen gefunden wurden.

Was passiert, wenn Lungengefäße verändert sind?

Veränderungen an den Lungengefäßen können verschiedene Ursachen haben. Häufig handelt es sich um altersbedingte Veränderungen, die keine Beschwerden verursachen. In manchen Fällen können aber auch Erkrankungen wie eine Lungenembolie, Bluthochdruck im Lungenkreislauf (Lungenhochdruck) oder Entzündungen der Gefäße dahinterstecken. Solche Befunde werden in der Regel von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt genauer erklärt und eingeordnet.

Wichtig ist: Nicht jede Veränderung ist automatisch bedrohlich. Oft sind es harmlose Varianten oder altersentsprechende Anpassungen. Erst wenn Beschwerden wie Atemnot, Brustschmerzen oder Leistungsminderung auftreten, werden weitere Untersuchungen notwendig.

Wie werden Lungengefäße untersucht?

Um die Lungengefäße zu beurteilen, stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Besonders häufig werden bildgebende Methoden wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt. Auch Ultraschalluntersuchungen des Herzens (Echokardiografie) können Hinweise auf die Durchblutung der Lunge geben. Bei bestimmten Fragestellungen, etwa bei Verdacht auf eine Lungenembolie, wird manchmal ein spezielles Kontrastmittel verwendet, um die Gefäße besser sichtbar zu machen.

Blutuntersuchungen oder Lungenfunktionsprüfungen liefern zusätzliche Informationen, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung besteht. Die Auswahl der Untersuchungsmethode richtet sich immer nach den Beschwerden und dem individuellen Risiko.

Zusammenfassung

Lungengefäße sind die Blutbahnen, die Herz und Lunge miteinander verbinden und so den lebenswichtigen Gasaustausch ermöglichen. In den meisten Fällen ist ihre Erwähnung im Arztbrief lediglich eine Beschreibung des normalen Befundes. Erst wenn auffällige Veränderungen vorliegen oder Beschwerden auftreten, spielen sie eine größere Rolle bei der Diagnostik. Wer mehr über die Funktion und den Aufbau der Lunge wissen möchte, findet hilfreiche Informationen im Artikel Aufbau Der Lunge.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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