Liquorzirkulationsstörung einfach erklärt

Liquorzirkulationsstörung einfach erklärt

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Liquorzirkulationsstörung bedeutet, dass der Fluss der Gehirn Rückenmarksflüssigkeit im Kopf oder Rückenmark behindert ist und sich dadurch Flüssigkeit staut.

Was genau ist die Gehirn Rückenmarksflüssigkeit?

Im menschlichen Körper zirkuliert eine klare Flüssigkeit, die als Liquor bezeichnet wird. Sie umgibt das Gehirn und das Rückenmark, schützt diese empfindlichen Bereiche vor Erschütterungen und versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen. Der Liquor fließt durch spezielle Hohlräume im Gehirn, die sogenannten Ventrikel, und durch feine Kanäle und Räume, wie zum Beispiel den Subarachnoidalraum. Dort wird die Flüssigkeit laufend gebildet und wieder aufgenommen, sodass ein ständiger Austausch stattfindet. Mehr zu diesem Thema findest du auch im Artikel zum Subarachnoidalraum.

Ganzen Befund übersetzen?

Du hast einen Arztbericht oder Befund den du nicht verstehst? Dann nutze Simply Onno, um dir diesen in einfache Sprache übersetzen und erklären zu lassen.

Mehr Infos

Was passiert bei einer Störung des Liquorflusses?

Bei einer Liquorzirkulationsstörung gerät dieses Gleichgewicht aus der Bahn. Es gibt verschiedene Gründe, warum der Fluss der Flüssigkeit gestört sein kann. Häufig ist ein Abfluss behindert, etwa durch eine Verengung, eine Entzündung, eine Blutung oder eine angeborene Fehlbildung. Manchmal produziert der Körper auch zu viel Liquor oder die Aufnahme funktioniert nicht mehr richtig. Das Ergebnis ist immer ähnlich: Die Flüssigkeit staut sich an und der Druck im Kopf kann ansteigen.

Welche Folgen kann das haben?

Wenn sich Liquor staut, kann das Gehirn unter Druck geraten. Besonders empfindlich reagieren Menschen, wenn sich dadurch die Ventrikel, die Hohlräume im Gehirn, erweitern. Dies nennt man Hydrozephalus. Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Sehstörungen. Bei Kindern kann sich der Kopfumfang vergrößern, weil die Schädelknochen noch nicht fest zusammengewachsen sind. Erwachsene bemerken eher Konzentrationsprobleme, Gangunsicherheiten oder sogar Gedächtnisstörungen. In schweren Fällen kann der Druck auf das Gehirn lebensbedrohlich werden.

Wie wird eine Liquorzirkulationsstörung festgestellt?

Der erste Schritt ist meist das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Häufig kommen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) zum Einsatz. Sie zeigen, ob sich die Ventrikel erweitert haben oder ob es Hindernisse im Fluss gibt. In manchen Fällen wird auch die Zusammensetzung des Liquors untersucht, um Entzündungen oder Blutungen auszuschließen. Manchmal ist eine Druckmessung erforderlich, um den sogenannten Hirndruck direkt zu bestimmen.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Diagnose einer Liquorzirkulationsstörung kann zunächst beunruhigend wirken. Viele Menschen fragen sich, ob dauerhafte Schäden drohen oder ob eine Operation nötig wird. Die gute Nachricht ist: Nicht jede Störung führt sofort zu ernsten Problemen. Entscheidend ist, wie stark der Liquorfluss behindert ist und wie hoch der Druck im Kopf tatsächlich steigt. Manche Veränderungen bleiben lange unbemerkt oder verursachen nur leichte Beschwerden. Andere Fälle erfordern eine rasche Behandlung, besonders wenn der Druck auf das Gehirn zunimmt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ob eine Therapie notwendig ist und welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Störung ab. Bei einem akuten, bedrohlichen Anstieg des Hirndrucks kann es nötig sein, überschüssige Flüssigkeit gezielt abzuleiten. Dafür wird manchmal ein sogenannter Shunt eingesetzt – ein kleines Röhrchen, das den Liquor aus dem Kopf in den Bauchraum ableitet. In anderen Situationen genügt es, die Ursache zu behandeln, zum Beispiel eine Entzündung zu bekämpfen oder ein Hindernis operativ zu entfernen. In leichten Fällen und ohne Beschwerden wird häufig erst einmal abgewartet und regelmäßig kontrolliert.

Was kann man selbst tun?

Bei Verdacht auf eine Liquorzirkulationsstörung ist es wichtig, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Besonders bei anhaltenden Kopfschmerzen, plötzlichen Sehstörungen, Gangunsicherheiten oder auffälligen Veränderungen des Bewusstseins sollte nicht gezögert werden. Wer bereits eine bekannte Störung hat, sollte auf ungewöhnliche Symptome achten und Kontrolltermine wahrnehmen. Im Alltag hilft es, Stress zu vermeiden, ausreichend zu trinken und auf Warnzeichen des Körpers zu achten. Körperliche Belastungen sollten nur nach Rücksprache mit einer Fachperson erfolgen.

Wo im Körper spielt der Liquor noch eine Rolle?

Die Zirkulation der Gehirn Rückenmarksflüssigkeit betrifft nicht nur das Gehirn selbst, sondern auch den gesamten Rückenmarkskanal. Ein wichtiger Bereich ist die sogenannte basale Zisterne – eine mit Liquor gefüllte Erweiterung an der Basis des Gehirns. Sie dient als Puffer und schützt empfindliche Strukturen. Mehr dazu findest du im Artikel zur basalen Zisterne.

Liquorzirkulationsstörungen sind also ein Hinweis darauf, dass der empfindliche Kreislauf der Gehirn Rückenmarksflüssigkeit aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Folgen reichen von leichten Beschwerden bis hin zu ernsten Komplikationen, die eine rasche Behandlung erfordern können. Entscheidend ist immer eine genaue Abklärung und die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachkräften.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

Mit dem Latein am Ende?

Du willst einfach nur wissen, was dein Befund bedeutet?
Wir erklären ihn dir. Kostenlos, anonym und ärztlich geprüft.

Simply Onno

Datenschutz

Impressum

AGB