Ein Herz CT ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der das Herz und die Herzkranzgefäße mithilfe eines Computertomografen sichtbar gemacht werden.
Was passiert bei dieser Untersuchung?
Beim Herz CT, auch als kardiale Computertomografie bezeichnet, werden innerhalb weniger Sekunden zahlreiche Querschnittsbilder des Brustkorbs aufgenommen. Der Computer verarbeitet diese Aufnahmen zu detaillierten, dreidimensionalen Darstellungen des Herzens. So lassen sich die Herzkranzgefäße, die Herzkammern und die Herzklappen genau beurteilen. Ziel ist es, Veränderungen wie Engstellen, Verkalkungen oder andere Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Meistens wird während des Herz CT ein Kontrastmittel über eine Vene gespritzt. Das sorgt dafür, dass die Blutgefäße auf den Bildern besonders gut zu sehen sind. Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten und ist schmerzlos. Man liegt dabei ruhig auf einer Liege, die langsam durch die Öffnung des CT-Geräts fährt.
Wann wird ein Herz CT empfohlen?
Ein Herz CT kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn es darum geht, die Herzkranzgefäße auf Verengungen oder Verkalkungen zu überprüfen. Das ist etwa der Fall, wenn Beschwerden wie Brustschmerzen auftreten oder ein erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit besteht. Auch zur Abklärung unklarer Befunde im EKG oder bei auffälligen Blutwerten kann ein Herz CT sinnvoll sein. In manchen Fällen dient es dazu, vor einer geplanten Operation das Risiko besser einzuschätzen.
Die Methode eignet sich besonders gut, um frühe Veränderungen zu erkennen, bevor es zu einem Herzinfarkt oder anderen Komplikationen kommt. Für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, Allergien gegen Kontrastmittel oder einer stark eingeschränkten Nierenfunktion gibt es allerdings Einschränkungen. Hier wird im Vorfeld sorgfältig geprüft, ob das Verfahren geeignet ist.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Vor dem Herz CT sollte einige Stunden nichts gegessen werden. Metallgegenstände wie Schmuck oder Uhren müssen abgelegt werden, da sie die Bilder verfälschen könnten. Direkt vor der Aufnahme wird häufig ein Medikament gegeben, das den Herzschlag etwas verlangsamt. So entstehen besonders scharfe Bilder.
Während der Untersuchung ist es wichtig, ruhig zu liegen und auf Anweisungen wie „Einatmen und Luft anhalten“ zu achten. Das Kontrastmittel kann ein kurzes Wärmegefühl im Körper auslösen, das aber schnell wieder verschwindet. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei, und man kann meist direkt wieder nach Hause gehen.
Was kann ein Herz CT erkennen?
Mit dieser Methode lassen sich Verkalkungen und Engstellen der Herzkranzgefäße sichtbar machen. Auch die Wandstruktur des Herzens, etwa Narben nach einem Infarkt, können erkannt werden. Bei bestimmten Fragestellungen ist es möglich, die Durchblutung des Herzens zu beurteilen oder nachzuweisen, ob es Hinweise auf Entzündungen oder andere strukturelle Veränderungen gibt.
Ein Herz CT liefert sehr genaue Informationen und kann helfen, schwerwiegende Erkrankungen frühzeitig zu entdecken. In einigen Fällen ersetzt es sogar eine Herzkatheteruntersuchung, die aufwendiger und mit einem höheren Risiko verbunden ist.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Das Herz CT ist insgesamt eine sehr sichere Untersuchung. Es wird eine geringe Menge an Röntgenstrahlung eingesetzt, die aber in der Regel deutlich unter der Strahlenbelastung anderer bildgebender Verfahren liegt, etwa im Vergleich zu einem klassischen Herzkatheter. Das verwendete Kontrastmittel wird normalerweise gut vertragen. Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen kommen, noch seltener zu Problemen mit der Niere, vor allem bei bereits bestehenden Vorerkrankungen.
Wichtig ist, im Vorfeld alle bestehenden Allergien, Nierenerkrankungen oder andere gesundheitliche Besonderheiten mitzuteilen. So kann das Untersuchungsteam mögliche Risiken minimieren.
Was passiert nach dem Herz CT?
Nach der Untersuchung kann der Alltag meist ganz normal fortgesetzt werden. Wer ein Kontrastmittel erhalten hat, sollte in den nächsten Stunden viel trinken, um die Ausscheidung zu unterstützen. Die Auswertung der Bilder übernimmt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Radiologie oder Kardiologie. In einem anschließenden Gespräch werden die Ergebnisse und mögliche weitere Schritte besprochen.
Alternative Untersuchungen und weiterführende Informationen
Neben dem Herz CT gibt es weitere bildgebende Verfahren, die zur Untersuchung des Herzens eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel das klassische CT Thorax, das den gesamten Brustkorb abbildet, oder eine spezielle Gefäßdarstellung wie die CTA Thorax. Welche Methode im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt von der Fragestellung und den individuellen Voraussetzungen ab.
Ein Herz CT ist eine moderne, schonende Möglichkeit, das Herz und seine Gefäße genau zu untersuchen. Die Untersuchung kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen. Wer Fragen zur Durchführung oder zur Aussagekraft hat, kann sich jederzeit an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt wenden.