Gerinnsel – Wo Gefahren lauern

Gerinnsel – Wo Gefahren lauern

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Ein Gerinnsel ist eine feste Masse aus Blutbestandteilen, die sich innerhalb eines Blutgefäßes oder im Gewebe bildet und den Blutfluss behindern kann.

Wie entsteht ein Gerinnsel?

Im Körper sorgt ein ausgeklügeltes System dafür, dass Blut bei einer Verletzung schnell gerinnt. Das ist wichtig, damit Wunden aufhören zu bluten. Kommt es jedoch dazu, dass sich diese festen Blutpfropfen ohne äußere Verletzung in einem Gefäß bilden, spricht man von einem Gerinnsel. In der Fachsprache tauchen auch die Begriffe Thrombus oder Blutgerinnsel auf.

Normalerweise lösen sich kleine Gerinnsel von selbst wieder auf. Wenn sie jedoch zu groß werden oder an einer ungünstigen Stelle entstehen, kann das zu Problemen führen. Besonders häufig bilden sich Gerinnsel in den Venen der Beine, seltener in Arterien oder im Herzen.

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Welche Folgen kann ein Gerinnsel haben?

Ein Gerinnsel kann den Blutfluss in einem Gefäß teilweise oder vollständig blockieren. Das führt dazu, dass das umliegende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Je nachdem, wo ein Gerinnsel entsteht, sind die Folgen sehr unterschiedlich.

In den tiefen Venen der Beine kann es zu einer sogenannten tiefen Venenthrombose kommen. Typische Anzeichen sind Schwellungen, Schmerzen oder eine bläuliche Verfärbung der Haut. Wird das Gerinnsel nicht erkannt, besteht die Gefahr, dass sich Teile lösen und mit dem Blutstrom in die Lunge wandern. Dort kann es eine Lungenembolie auslösen, was lebensgefährlich sein kann.

Entsteht ein Gerinnsel in einer Arterie, etwa im Herzen oder im Gehirn, kann das einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen. Hierbei stirbt das betroffene Gewebe ab, weil es nicht mehr durchblutet wird. Das macht diese Komplikationen besonders gefährlich.

Warum entstehen Gerinnsel?

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich ein Gerinnsel bildet. Bewegungsmangel, etwa durch langes Sitzen bei einer Reise, kann das Risiko erhöhen. Auch Verletzungen, Operationen oder bestimmte Erkrankungen wie Krebs oder Herzrhythmusstörungen begünstigen die Entstehung. Frauen, die die Antibabypille nehmen, haben ein leicht erhöhtes Risiko, vor allem wenn weitere Faktoren wie Rauchen oder Übergewicht hinzukommen.

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Blutgerinnsel bilden. Auch eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle. Manchmal kann eine angeborene Störung der Blutgerinnung vorliegen, die das Risiko zusätzlich erhöht.

Wie erkennt man ein Gerinnsel?

Die Beschwerden hängen davon ab, wo das Gerinnsel sitzt. In den Beinen machen sich oft Schmerzen, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl bemerkbar. Bei einer Lungenembolie kommen plötzlich Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen hinzu. Ein Gerinnsel im Gehirn zeigt sich durch Lähmungen, Sprachprobleme oder Sehstörungen.

Im Zweifel sollte immer schnell ärztlicher Rat eingeholt werden. Ärztinnen und Ärzte nutzen verschiedene Untersuchungen, um ein Gerinnsel nachzuweisen. Dazu gehören Ultraschall, spezielle Bluttests oder bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie.

Behandlung und was du selbst tun kannst

Die Therapie hängt von der Lage und Größe des Gerinnsels ab. Meist kommen blutverdünnende Medikamente zum Einsatz, um zu verhindern, dass das Gerinnsel weiter wächst oder neue entstehen. In manchen Fällen ist ein operativer Eingriff nötig, um das Gerinnsel zu entfernen. Bei schweren Verläufen, etwa bei einer Lungenembolie, ist eine intensive Überwachung im Krankenhaus erforderlich.

Wer einmal ein Gerinnsel hatte, bekommt meist für mehrere Monate Medikamente, um Rückfälle zu vermeiden. Bewegung, ausreichend trinken und das Vermeiden langer Sitzphasen helfen, das Risiko zu senken. Nach Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit werden oft vorbeugend blutverdünnende Mittel verabreicht.

Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel steigern das Risiko für Gerinnsel. Ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Nikotin tragen dazu bei, die Wahrscheinlichkeit zu verringern.

Häufige Sorgen und Fragen rund um Gerinnsel

Viele machen sich Sorgen, wenn sie in einem Arztbrief den Begriff Gerinnsel lesen. Nicht jedes Gerinnsel ist automatisch gefährlich, manchmal wird der Begriff auch im Zusammenhang mit kleinen, ungefährlichen Befunden verwendet. Entscheidend ist immer, wo das Gerinnsel sitzt und wie groß es ist.

Die Angst vor einer Lungenembolie oder einem Schlaganfall ist verständlich. Moderne Medizin kann jedoch in den meisten Fällen gezielt helfen, Risiken erkennen und passende Therapien einleiten. Wer unsicher ist oder Beschwerden bemerkt, sollte nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wann ist besondere Vorsicht geboten?

Nach Operationen, bei längerer Bettlägerigkeit oder auf langen Reisen steigt das Risiko für ein Gerinnsel. Wer zu den Risikogruppen gehört, sollte vorbeugende Maßnahmen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Auch bei bekannten Gerinnungsstörungen in der Familie lohnt sich eine gezielte Beratung.

Insgesamt gilt: Ein Gerinnsel ist eine natürliche Reaktion des Körpers, kann aber – je nach Lage und Ausmaß – zu ernsten Problemen führen. Frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu verhindern. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Risikofaktoren trägt dazu bei, das persönliche Risiko zu senken.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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