Fazekas 1 beschreibt einen leichten Schweregrad von sogenannten weißen Substanzveränderungen im Gehirn, die meist im Rahmen einer Magnetresonanztomografie (MRT) festgestellt werden.
Was steckt hinter der Bezeichnung?
Der Begriff geht auf den ungarischen Neurologen István Fazekas zurück, der zusammen mit seinem Team eine Skala entwickelt hat, um Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns zu bewerten. Diese Veränderungen nennt man auch „Leukoaraiose“ oder „white matter lesions“. Sie sind auf MRT-Bildern als helle Flecken sichtbar und kommen vor allem bei älteren Menschen vor. Die Skala reicht von 0 (keine Veränderungen) bis 3 (ausgeprägte Veränderungen). Mit Fazekas 1 ist die leichteste Form gemeint. Das bedeutet: Es zeigen sich nur wenige, kleine Flecken in der weißen Substanz, meist punktförmig und verstreut.
Was bedeutet das konkret?
Solche Veränderungen gelten in der Medizin als Zeichen für kleine Durchblutungsstörungen im Gehirn. Sie entstehen oft im Laufe des Lebens, insbesondere bei Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Blutfettwerten oder durch das ganz normale Altern. Bei Fazekas 1 handelt es sich um einen sehr milden Befund. Die meisten Fachleute sehen darin noch keinen Hinweis auf eine Erkrankung oder einen behandlungsbedürftigen Zustand. Sehr viele Menschen über 50 haben solche Veränderungen, oft sogar ohne jegliche Beschwerden.
Muss man sich Sorgen machen?
Eine Diagnose wie Fazekas 1 kann auf den ersten Blick beunruhigen, vor allem wenn man den Befund nicht einordnen kann. Doch in den meisten Fällen besteht kein Grund zur Sorge. Die leichten Veränderungen sind in der Regel harmlos und haben keine spürbaren Auswirkungen auf Gedächtnis, Konzentration oder Beweglichkeit. Viele Menschen bekommen diese Diagnose als Zufallsbefund, etwa im Rahmen einer MRT-Untersuchung aus anderen Gründen.
Wie wird Fazekas 1 festgestellt?
Die Einteilung erfolgt immer durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Radiologie nach einer MRT des Kopfes. Auf den Bildern werden die weißen Substanzveränderungen gezählt und in die Skala von 0 bis 3 eingeordnet. Fazekas 1 bedeutet: Es sind nur einzelne, kleine Flecken sichtbar, die weit auseinanderliegen und keinen Zusammenhang bilden. Eine spezielle Vorbereitung für die Untersuchung ist nicht nötig.
Was kann man selbst tun?
Auch wenn Fazekas 1 kein direkter Grund zur Beunruhigung ist, lohnt es sich, auf die allgemeine Gefäßgesundheit zu achten. Dazu gehört, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, ausreichend Bewegung in den Alltag einzubauen und das Rauchen zu vermeiden. Wer bereits Risikofaktoren wie Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte hat, sollte diese gut einstellen lassen. So lässt sich das Risiko für weitere Veränderungen verringern.
Wann wird es kritisch?
Erst bei höheren Graden wie Fazekas 2 oder 3 können die Veränderungen mit Beschwerden wie Vergesslichkeit, Gangunsicherheit oder Konzentrationsproblemen in Verbindung stehen. Bei Fazekas 1 sind solche Symptome nicht zu erwarten. Sollte es dennoch zu Auffälligkeiten kommen, ist es sinnvoll, dies mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.
Fazekas 1 im Arztbrief
In Befunden taucht die Bezeichnung oft im Zusammenhang mit anderen Begriffen auf, zum Beispiel „leichte Mikroangiopathie“ oder „unspezifische Marklagerläsionen“. Gemeint ist immer, dass sich nur sehr milde, altersentsprechende Veränderungen zeigen, die im Alltag keine Rolle spielen. Die Angabe dient vor allem der Dokumentation und ist kein Hinweis auf eine Erkrankung, die behandelt werden müsste.
Zusammengefasst
Die Diagnose Fazekas 1 beschreibt eine sehr milde, häufige und meist harmlose Veränderung im Gehirn, die bei vielen Menschen im Laufe des Lebens auftritt. Sie hat in der Regel keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden und erfordert keine besondere Behandlung. Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, tut bereits das Beste für die eigene Gefäßgesundheit.