Divertikel im Darm einfach erklärt

Divertikel im Darm einfach erklärt

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Schleimhaut, die sich meist im Bereich des Darms bilden und wie kleine „Taschen“ an der Darmwand aussehen.

Wie entstehen diese Veränderungen im Darm?

Mit zunehmendem Alter werden die Darmwände etwas schwächer und weniger elastisch. Vor allem im Dickdarm, häufig im sogenannten Sigma, entstehen dann kleine Ausbuchtungen, die von innen nach außen drücken. Diese Ausstülpungen sind meist nur wenige Millimeter bis maximal zwei Zentimeter groß. Besonders typisch ist das Auftreten von Divertikeln bei Menschen über 60 Jahren. In westlichen Ländern hat etwa jeder zweite Mensch ab diesem Alter solche Veränderungen im Darm. Sie entstehen vor allem dort, wo die Darmwand durch Blutgefäße durchzogen ist und deshalb etwas weniger stabil ist.

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Was bedeutet das für die Gesundheit?

In den meisten Fällen bleiben Divertikel unbemerkt. Häufig verursachen sie keinerlei Beschwerden und werden nur zufällig bei einer Darmspiegelung oder einer anderen Untersuchung entdeckt. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten Divertikulose. Das bedeutet, es sind Divertikel vorhanden, aber es gibt keine Entzündung oder andere Komplikation. Viele Menschen leben ihr Leben lang mit diesen kleinen Ausstülpungen, ohne je davon zu erfahren.

Wann wird es problematisch?

Manchmal kommt es jedoch vor, dass sich ein oder mehrere Divertikel entzünden. Dann sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer Divertikulitis. Typische Anzeichen dafür sind Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber, manchmal auch Übelkeit oder Veränderungen beim Stuhlgang. Die Entzündung entsteht meist, wenn sich Stuhlreste in einem Divertikel festsetzen und dort Bakterien eine Entzündung auslösen. In seltenen Fällen kann es auch zu Komplikationen kommen, etwa wenn ein Divertikel platzt oder sich eine Eiteransammlung bildet.

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, findet ausführliche Informationen unter Sigmadivertikulitis.

Wie werden Divertikel festgestellt?

Meistens entdeckt man Divertikel bei einer Darmspiegelung, einer sogenannten Koloskopie. Auch eine Ultraschalluntersuchung oder ein CT können die Ausstülpungen sichtbar machen, vor allem wenn der Verdacht auf eine Entzündung besteht. In den meisten Fällen sind sie ein Zufallsbefund, zum Beispiel bei einer Vorsorgeuntersuchung oder bei der Suche nach anderen Ursachen für Beschwerden.

Muss man sich Sorgen machen?

Das Vorhandensein von Divertikeln allein ist meist harmlos. Viele Menschen leben jahrzehntelang mit diesen Veränderungen, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln. Erst wenn es zu einer Entzündung kommt, ist Aufmerksamkeit gefragt. Eine Divertikulitis kann in der Regel gut behandelt werden, manchmal reicht Schonung, eine angepasste Ernährung und kurzfristig Medikamente. Nur selten sind weitere Maßnahmen notwendig. Wer mehr zu den Ursachen, Symptomen und möglichen Folgen wissen möchte, findet Informationen unter Sigmadivertikulose.

Was kann man selbst tun?

Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Darmgesundheit und kann helfen, das Risiko für die Entstehung von Divertikeln oder deren Entzündung zu verringern. Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und ausreichend Flüssigkeit sorgen dafür, dass der Stuhl weich bleibt und der Darm weniger stark arbeiten muss. Auch regelmäßige Bewegung fördert eine gesunde Verdauung. Wer bereits Divertikel hat, muss nicht grundsätzlich auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Nur bei akuten Beschwerden oder einer Entzündung kann es sinnvoll sein, die Ernährung vorübergehend anzupassen. Das bespricht man am besten individuell mit der Ärztin oder dem Arzt.

Zusammengefasst

Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die vor allem im Dickdarm vorkommen und meist keine Beschwerden verursachen. Sie sind ein sehr häufiger, meist harmloser Befund, der mit zunehmendem Alter immer wahrscheinlicher wird. Erst wenn sich ein Divertikel entzündet, kann es zu Beschwerden kommen. In diesem Fall gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, und die meisten Menschen erholen sich rasch wieder. Wer sich unsicher ist, kann sich jederzeit ärztlich beraten lassen und so klären, ob weitere Untersuchungen oder Maßnahmen notwendig sind.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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