Verkalkungen sind Ablagerungen von Calcium in Geweben oder Organen, die normalerweise keinen oder nur sehr wenig Kalk enthalten. Sie entstehen oft als Nebenprodukt von Entzündungen, Verletzungen oder altersbedingten Veränderungen und können in vielen Körperbereichen auftreten.
Was genau passiert bei einer Verkalkung?
Im Körper gibt es viele Stellen, an denen sich Kalk ablagern kann. Meistens handelt es sich dabei um Calciumphosphat, eine feste Substanz, die auch die Knochen stabil macht. Wenn diese Substanz jedoch außerhalb der Knochen vorkommt, zum Beispiel in Blutgefäßen, Organen oder Weichteilen, spricht man von einer Verkalkung. Solche Ablagerungen können auf Röntgenbildern oder Ultraschall sichtbar werden und werden dann oft zufällig entdeckt.
Verkalkungen sind keine eigenständige Krankheit, sondern eher ein Zeichen dafür, dass im betroffenen Gewebe etwas passiert ist oder noch passiert. Sie können harmlos sein, aber manchmal deuten sie auch auf eine zugrunde liegende Erkrankung hin.
Wo treten Verkalkungen häufig auf?
Sehr oft finden sich Verkalkungen in Blutgefäßen, etwa in den Arterien des Herzens oder des Gehirns. Hier spricht man auch von Arteriosklerose, einer der Hauptursachen für Herzinfarkt und Schlaganfall. Aber auch andere Bereiche können betroffen sein. In der Lunge, den Nieren, der Leber oder sogar in Lymphknoten können sich Kalkablagerungen bilden. Sogar in Sehnen, Muskeln oder Gelenken treten sie auf.
Ein Beispiel sind sogenannte Phlebolithen, kleine, rundliche Verkalkungen in Venen, die meist harmlos sind. Mehr dazu findest du hier: Phlebolithen.
Auch in Lymphknoten kann sich Kalk ablagern, oft als Folge einer alten Entzündung oder Infektion. Interessierst du dich für dieses Thema, gibt es hier weitere Informationen: Verkalkter Lymphknoten.
Manchmal betreffen Verkalkungen das sogenannte Parenchym, also das funktionelle Gewebe eines Organs. Was das bedeutet und welche Ursachen dahinterstecken können, liest du hier: Parenchymverkalkung.
In Sehnen, zum Beispiel an der Schulter, können Kalkablagerungen starke Schmerzen verursachen. Ein bekanntes Beispiel ist die Tendinosis Calcarea. Mehr dazu gibt es hier: Tendinosis Calcarea.
Wie werden Verkalkungen festgestellt?
Oft fallen Verkalkungen zufällig bei einer Röntgenaufnahme, einem Ultraschall oder einer Computertomografie auf. Die Kalkablagerungen erscheinen dort als helle, gut abgrenzbare Strukturen. Je nach Ort und Größe können sie Hinweise auf eine bestimmte Ursache geben. In manchen Fällen wird gezielt nach Verkalkungen gesucht, zum Beispiel bei Verdacht auf eine Arterienverkalkung im Rahmen einer Herzuntersuchung.
Zur weiteren Abklärung kann es nötig sein, zusätzliche Untersuchungen zu machen. Dazu zählen Bluttests, spezielle Bildgebungen oder – eher selten – Gewebeproben.
Muss man sich Sorgen machen?
Die meisten Verkalkungen sind zunächst einmal harmlos und verursachen keine Beschwerden. Besonders kleine oder zufällig entdeckte Ablagerungen bleiben oft ohne Folgen. Dennoch können sie auf eine frühere Entzündung, Verletzung oder einen gestörten Stoffwechsel hindeuten.
Manche Menschen machen sich Sorgen, wenn sie den Begriff Verkalkung auf einem Befund lesen. Die Angst, dass es sich dabei immer um etwas Schlimmes handelt, ist jedoch meist unbegründet. Entscheidend ist, wo die Verkalkung sitzt und ob sie Beschwerden verursacht. Besonders Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen oder im Gehirn können auf eine erhöhte Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen. In solchen Fällen wird der Arzt oder die Ärztin das weitere Vorgehen genau mit dir besprechen.
Was kann man bei Verkalkungen tun?
Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt ganz davon ab, wo die Verkalkung liegt und ob sie Probleme macht. Viele Ablagerungen werden einfach beobachtet und müssen nicht behandelt werden. Wenn eine Verkalkung Beschwerden verursacht, zum Beispiel Schmerzen oder eine Funktionseinschränkung, gibt es je nach Ursache verschiedene Möglichkeiten – von Medikamenten bis hin zu kleinen Eingriffen.
Bei Verkalkungen in den Blutgefäßen steht meist die Vorbeugung im Vordergrund: ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, Rauchverzicht und Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker kann helfen, das Fortschreiten zu bremsen. In manchen Fällen kommen Medikamente zum Einsatz, die das Risiko für Herz Kreislauf Erkrankungen senken.
Ablagerungen in Sehnen oder Gelenken, wie bei der Tendinosis Calcarea, können mit entzündungshemmenden Medikamenten, gezielten Übungen oder – wenn nötig – durch kleine Eingriffe behandelt werden.
Was lässt sich selbst tun?
Auch wenn nicht jede Verkalkung behandelt werden muss, lohnt es sich, auf die eigene Gesundheit zu achten. Viel Bewegung, eine abwechslungsreiche Ernährung und der Verzicht auf Rauchen unterstützen den Körper dabei, Gefäße und Organe möglichst lange gesund zu halten. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt helfen, Risiken früh zu erkennen und gezielt zu handeln.
Wenn Unsicherheit besteht, was eine entdeckte Verkalkung im eigenen Befund bedeutet, ist es sinnvoll, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu suchen. Sie können am besten einschätzen, ob es sich um einen harmlosen Zufallsbefund handelt oder ob weitere Schritte nötig sind.