Parenchymverkalkung – Kalk im Organ einfach erklärt

Parenchymverkalkung – Kalk im Organ einfach erklärt

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Parenchymverkalkung bedeutet, dass sich in einem Organ Kalkablagerungen im sogenannten Parenchym gebildet haben. Das Parenchym ist das funktionelle Gewebe eines Organs, also jener Teil, der die eigentliche Aufgabe des Organs übernimmt.

Was steckt hinter einer Parenchymverkalkung?

Wenn in einem medizinischen Bericht oder bei einer bildgebenden Untersuchung wie Ultraschall, Röntgen oder CT von einer Parenchymverkalkung die Rede ist, meint das: Innerhalb des Organs sind kleine oder größere Bereiche sichtbar, in denen sich Kalzium abgelagert hat. Solche Ablagerungen werden auch als Kalzifikationen bezeichnet. Sie können in ganz unterschiedlichen Organen auftreten, etwa in der Niere, Leber, Lunge oder Milz.

Die Entstehung von Verkalkungen im Parenchym ist meist ein Hinweis darauf, dass das Gewebe an dieser Stelle früher einmal geschädigt wurde. Häufig sind abgeheilte Entzündungen, Verletzungen oder auch kleine Blutungen die Ursache. In manchen Fällen können auch lang bestehende Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen dazu führen, dass Kalk im Gewebe eingelagert wird. Eine Parenchymverkalkung ist also keine eigenständige Krankheit, sondern eher ein Befund, der auf eine frühere Veränderung oder einen abgeschlossenen Prozess im Organ hinweist.

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Wie wird eine Parenchymverkalkung entdeckt?

Meistens fällt eine solche Verkalkung zufällig auf, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung oder im Rahmen einer Röntgenaufnahme. Die Kalkablagerungen heben sich dabei als helle, gut abgrenzbare Bereiche von der Umgebung ab. In seltenen Fällen können Verkalkungen auch Beschwerden verursachen, etwa wenn sie sehr groß sind oder an einer ungünstigen Stelle liegen. In den allermeisten Situationen bleibt eine Parenchymverkalkung jedoch symptomlos und wird nur zufällig entdeckt.

Was bedeutet das für die Gesundheit?

Viele Menschen sind zunächst verunsichert, wenn sie den Begriff Parenchymverkalkung in ihrem Befund lesen. Die wichtigste Information: In den meisten Fällen ist eine solche Verkalkung harmlos und erfordert keine Behandlung. Sie ist oft das Überbleibsel einer alten, längst abgeheilten Entzündung oder Verletzung. Nur selten steckt eine akute Erkrankung oder ein behandlungsbedürftiges Problem dahinter.

Ob eine Parenchymverkalkung weiter abgeklärt werden muss, hängt vom betroffenen Organ, der Größe und dem Aussehen der Verkalkung sowie den Begleitumständen ab. Ärztinnen und Ärzte beurteilen anhand der Bildgebung und der Krankengeschichte, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind. In den meisten Fällen genügt es, die Verkalkung zu dokumentieren und im Verlauf zu beobachten.

Ursachen: Warum lagert sich Kalk im Gewebe ab?

Kalkablagerungen entstehen, wenn das Gewebe an einer Stelle nicht mehr richtig durchblutet wird oder wenn dort eine Entzündung abgelaufen ist. Der Körper nutzt die Kalzifizierung gewissermaßen als „Abschluss“ eines Gewebeschadens. Typische Ursachen sind:

  • Alte Infektionen, zum Beispiel nach einer Tuberkulose in der Lunge

  • Abgeheilte Entzündungen, etwa in der Leber oder Milz

  • Verletzungen oder kleine Einblutungen

  • Bestimmte Stoffwechselstörungen, bei denen der Kalziumhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät

  • Sehr selten können auch Tumoren oder Zysten verkalken

Mehr Informationen dazu, was das Parenchym ist, findest du hier. Was es mit Kalkablagerungen allgemein auf sich hat, ist hier erklärt.

Muss man sich Sorgen machen?

Eine Parenchymverkalkung ist an sich kein Grund zur Sorge. Sie sagt in erster Linie etwas über die Vorgeschichte des Organs aus und nicht zwangsläufig über eine aktuelle Erkrankung. Nur wenn zusätzlich Beschwerden auftreten oder der Befund ungewöhnlich aussieht, wird genauer hingeschaut. In diesen Fällen können ergänzende Untersuchungen wie Bluttests oder weitere bildgebende Verfahren helfen, die Ursache genauer zu klären.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Da die Parenchymverkalkung selbst keine Krankheit ist, sondern ein Zeichen für eine frühere Veränderung, ist in der Regel keine Therapie nötig. Behandelt wird immer die zugrunde liegende Ursache, falls diese noch aktiv ist. In den meisten Fällen bleibt es aber bei der reinen Beobachtung. Sollten im Verlauf neue Beschwerden auftreten, empfiehlt es sich, dies ärztlich abklären zu lassen.

Was kann man selbst tun?

Da eine Parenchymverkalkung meist keine Beschwerden verursacht und häufig das Resultat eines abgeschlossenen Prozesses ist, gibt es keine speziellen Maßnahmen, die dagegen helfen. Wer sich allgemein um die Gesundheit seiner Organe kümmern möchte, profitiert von einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Zusammenfassung

Eine Parenchymverkalkung ist ein Befund, der auf eine frühere Veränderung im Organ zurückgeht und meist harmlos ist. Kalkablagerungen im funktionellen Gewebe entstehen oft nach Entzündungen oder Verletzungen und werden bei bildgebenden Untersuchungen sichtbar. In den allermeisten Fällen ist keine Behandlung notwendig. Wer unsicher ist, kann sich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erkundigen, was die Verkalkung im eigenen Fall bedeutet.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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