TOF Angiografie: Blutgefäße präzise sichtbar machen

TOF Angiografie: Blutgefäße präzise sichtbar machen

18.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

TOF Angiografie ist eine spezielle Untersuchungsmethode, mit der die Blutgefäße im Körper besonders genau und ohne Kontrastmittel sichtbar gemacht werden können. Die Abkürzung TOF steht dabei für „Time of Flight“, was auf Deutsch so viel wie „Flugzeit“ bedeutet und beschreibt, wie die Bilder technisch entstehen.

Wie funktioniert die TOF Angiografie?

Bei dieser Methode handelt es sich um eine Form der Magnetresonanzangiografie, also um eine Gefäßdarstellung mittels Magnetresonanztomografie (MRT). Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen wird bei der TOF Angiografie kein Kontrastmittel benötigt. Stattdessen nutzt das Verfahren die natürlichen Eigenschaften des Blutes, das durch die Gefäße fließt. Das Blut, das frisch in den untersuchten Bereich einströmt, wird im MRT besonders hell dargestellt. Dadurch lassen sich Arterien und manchmal auch Venen sehr gut abbilden.

Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und dauert in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten. Währenddessen liegt man ruhig in der MRT-Röhre, es entstehen keine Strahlenbelastungen wie bei einem Röntgen oder einer Computertomografie.

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Wann wird die TOF Angiografie eingesetzt?

Am häufigsten kommt die TOF Angiografie zum Einsatz, wenn die Blutgefäße im Kopf oder im Halsbereich untersucht werden sollen. Besonders bei Verdacht auf Verengungen, Aussackungen (Aneurysmen) oder andere Gefäßveränderungen im Gehirn ist diese Methode sehr hilfreich. Auch bei der Kontrolle nach bestimmten Operationen oder zur Verlaufskontrolle bei bekannten Gefäßerkrankungen kann die TOF Angiografie wertvolle Informationen liefern.

In manchen Fällen wird das Verfahren auch genutzt, um andere Körperregionen zu untersuchen, zum Beispiel die Nierenarterien, allerdings ist der Hauptanwendungsbereich die Darstellung der Hirngefäße.

Vorteile der TOF Angiografie

Ein großer Vorteil besteht darin, dass kein Kontrastmittel notwendig ist. Das macht die Untersuchung besonders geeignet für Menschen mit Allergien gegen Kontrastmittel oder mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die Methode ist außerdem sehr empfindlich für die Darstellung von Arterien und erlaubt eine hochauflösende Darstellung selbst kleiner Gefäßabschnitte.

Da es sich um eine Untersuchung im MRT handelt, gibt es keine Strahlenbelastung. Das ist ein wichtiger Unterschied zu anderen bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie oder der klassischen Röntgenangiografie.

Was kann mit der TOF Angiografie erkannt werden?

Mit dieser Technik lassen sich Veränderungen der Blutgefäße sehr gut darstellen. Dazu zählen zum Beispiel Verengungen durch Ablagerungen, sogenannte Stenosen, Gefäßaussackungen wie Aneurysmen oder auch ungewöhnliche Gefäßverläufe. Auch Verschlüsse oder seltene Gefäßmissbildungen können erkannt werden.

Die TOF Angiografie liefert besonders im Bereich der Hirngefäße sehr genaue Bilder und kann helfen, die Ursache von Beschwerden wie plötzlichen Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder neurologischen Ausfällen zu finden. Sie wird auch zur Verlaufskontrolle nach Behandlungen eingesetzt, zum Beispiel nach einer Operation an einem Aneurysma.

Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?

Vor einer TOF Angiografie ist in der Regel keine besondere Vorbereitung nötig. Da es sich um eine MRT Untersuchung handelt, müssen metallische Gegenstände wie Schmuck, Uhren oder Hörgeräte abgelegt werden. Auch fest implantierte medizinische Geräte wie Herzschrittmacher oder bestimmte Implantate können ein Problem darstellen, da sie mit dem starken Magnetfeld nicht verträglich sind. In solchen Fällen sollte immer im Vorfeld mit der Radiologiepraxis oder Klinik Rücksprache gehalten werden.

Nach der Untersuchung kann der Alltag wie gewohnt fortgesetzt werden. Da kein Kontrastmittel verwendet wird, sind keine Nachwirkungen zu erwarten.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Die TOF Angiografie gilt als sehr sicheres Verfahren. Da keine Strahlenbelastung und kein Kontrastmittel zum Einsatz kommen, bestehen kaum Risiken. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Manche Menschen empfinden das Liegen in der engen MRT Röhre als unangenehm oder bekommen ein beklemmendes Gefühl. In solchen Fällen kann mit dem Personal gesprochen werden, oft helfen kleine Pausen oder eine Beruhigung durch Musik.

Bei starken Platzängsten oder bestimmten Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein, vorab eine Beruhigungstablette zu erhalten. Das sollte jedoch immer individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.

Unterschied zu anderen Angiografie Methoden

Neben der TOF Angiografie gibt es weitere Methoden, um Blutgefäße sichtbar zu machen. Die klassische Angiografie arbeitet mit einem Katheter und Kontrastmittel, das direkt in die Gefäße gespritzt wird. Dabei entsteht eine gewisse Strahlenbelastung. Die MRT-Angiografie kann entweder mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden, wobei die TOF Technik eine der wichtigsten Varianten ohne Kontrastmittel ist.

Die Wahl der Methode hängt immer davon ab, welche Fragestellung vorliegt und welche Vorerkrankungen bestehen. In vielen Fällen reicht die TOF Angiografie aus, um die wichtigsten Informationen zu liefern.

Was bedeutet der Begriff im Befund?

Wenn in einem Arztbrief oder Befund die Bezeichnung TOF Angiografie auftaucht, bedeutet das, dass eine MRT Untersuchung der Gefäße durchgeführt wurde, bei der die Time of Flight Technik zum Einsatz kam. Das Ergebnis zeigt, wie die Blutgefäße im untersuchten Bereich aussehen und ob Veränderungen vorliegen. Die genaue Interpretation übernimmt immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, die den Befund im Zusammenhang mit den Beschwerden und anderen Untersuchungsergebnissen bewerten.

Weitere Informationen zu ähnlichen Untersuchungen finden sich auch im Artikel zur MRT-Angiografie.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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