Ein Subduralhämatom ist eine Blutung zwischen der harten Hirnhaut und der Oberfläche des Gehirns, meist ausgelöst durch eine Verletzung am Kopf.
Wie entsteht ein Subduralhämatom?
Im Inneren des Schädels liegt das Gehirn gut geschützt von verschiedenen Häuten umgeben. Die sogenannte harte Hirnhaut, medizinisch Dura mater genannt, bildet dabei eine stabile Hülle. Kommt es zu einem Unfall, etwa einem Sturz oder Schlag auf den Kopf, können feine Blutgefäße zwischen dieser Hülle und dem Gehirn reißen. Das ausgetretene Blut sammelt sich dann im sogenannten Subduralraum, also direkt unter der harten Hirnhaut. Diese Blutansammlung wird als Subduralhämatom bezeichnet.
Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen, da ihre Gefäße empfindlicher sind und das Gehirn im Alter etwas schrumpft. Dadurch entstehen größere Spannungen, wenn der Kopf ruckartig bewegt wird. Auch Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen, haben ein erhöhtes Risiko.
Akutes und chronisches Subduralhämatom
Medizinisch wird zwischen zwei Formen unterschieden. Ein akutes Subduralhämatom entsteht meist unmittelbar nach einem schweren Unfall. Innerhalb von Minuten bis Stunden sammelt sich viel Blut an, das das Gehirn verdrängen und lebensbedrohliche Symptome auslösen kann.
Ein chronisches Subduralhämatom entwickelt sich dagegen langsam, manchmal über Wochen hinweg. Oft erinnern sich Betroffene nicht einmal mehr an einen Auslöser. Schon ein kleiner Stoß oder ein scheinbar harmloser Sturz kann reichen. Das Blut sickert langsam in den Subduralraum und verursacht erst nach einiger Zeit Beschwerden.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Symptome hängen davon ab, wie viel Blut sich angesammelt hat und wie schnell das passiert. Typisch ist eine allmähliche oder plötzlich einsetzende Verschlechterung des Befindens. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder starke Schläfrigkeit sind häufige Anzeichen. Auch Verwirrtheit, Gedächtnisprobleme oder eine auffällige Wesensveränderung können auftreten.
In schweren Fällen kommt es zu Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Bewusstlosigkeit. Besonders tückisch: Gerade ältere Menschen zeigen manchmal nur unspezifische Symptome wie Gangunsicherheit oder zunehmende Vergesslichkeit, was leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt wird.
Ist ein Subduralhämatom gefährlich?
Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie den Begriff in einem Befund lesen. Tatsächlich kann ein Subduralhämatom, vor allem wenn es unbehandelt bleibt, lebensbedrohlich werden. Das Blut übt Druck auf das Gehirn aus und kann wichtige Funktionen beeinträchtigen. Je schneller die Blutansammlung wächst, desto größer ist die Gefahr für bleibende Schäden.
Gerade bei älteren Personen oder Menschen, die Blutverdünner einnehmen, sollte bei neuen Beschwerden nach einem Sturz immer an diese Möglichkeit gedacht werden. Wer nach einem Unfall Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen oder neurologische Ausfälle bemerkt, sollte sofort ärztliche Hilfe suchen.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Um festzustellen, ob ein Subduralhämatom vorliegt, wird meist eine Bildgebung des Kopfes durchgeführt. Die Computertomografie, kurz CT, ist hier das wichtigste Verfahren. Sie zeigt, ob und wo sich Blut im Schädel angesammelt hat. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Magnetresonanztomografie, auch MRT genannt, eingesetzt, um die genaue Ausdehnung zu beurteilen.
Manchmal wird der Begriff auch im Rahmen eines sogenannten intrakraniellen Befunds erwähnt. Das bedeutet, dass eine Auffälligkeit im Schädelinneren, also im Bereich des Gehirns oder der umgebenden Strukturen – vorliegt.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich danach, wie groß das Hämatom ist, wie schnell es wächst und welche Beschwerden auftreten. Bei kleinen, symptomarmen Blutungen reicht es manchmal, den Verlauf engmaschig zu überwachen und regelmäßig zu kontrollieren, ob sich die Blutansammlung von selbst zurückbildet.
Größere oder schnell zunehmende Subduralhämatome müssen meist operativ entfernt werden. Dabei wird der Schädel an einer kleinen Stelle geöffnet, um das Blut abzulassen und den Druck auf das Gehirn zu verringern. Wie groß der Eingriff sein muss, hängt von der Lage und Größe des Hämatoms ab.
Nach der Behandlung ist oft eine Überwachung auf einer spezialisierten Station nötig, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen. In vielen Fällen folgt eine Rehabilitation, um eventuell entstandene Ausfälle zu bessern.
Was kannst du selbst tun?
Nach einer Kopfverletzung ist es wichtig, auf Veränderungen zu achten. Treten Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit oder Lähmungserscheinungen auf, sollte keine Zeit verloren werden. Bei Einnahme von Blutverdünnern ist besondere Vorsicht geboten, da schon kleine Verletzungen zu Blutungen führen können.
Im Alltag helfen einfache Maßnahmen, das Risiko zu senken: Stolperfallen in der Wohnung beseitigen, rutschfeste Schuhe tragen und auf ausreichend Licht achten. Besonders im Alter lohnt sich eine Beratung zur Sturzprophylaxe, etwa durch gezieltes Training oder Hilfsmittel.
Ängste und Unsicherheiten
Viele Menschen fragen sich, ob nach einem Subduralhämatom bleibende Schäden zurückbleiben oder wie hoch das Risiko für einen Rückfall ist. Die Prognose hängt stark davon ab, wie schnell die Blutung erkannt und behandelt wird. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Genesung.
Einmal ein Subduralhämatom zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es erneut auftritt. Dennoch ist es sinnvoll, die Ursachen für Stürze oder Kopfverletzungen zu klären und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.
Wer sich unsicher fühlt oder Fragen hat, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. Gerade bei älteren Menschen oder bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten ist eine offene Kommunikation mit dem behandelnden Team besonders wichtig.
Weitere Informationen zum Thema findest du auch im Artikel zum intrakraniellen Befund.