Sinusitis maxillaris bezeichnet eine Entzündung der Kieferhöhle, die zu den sogenannten Nasennebenhöhlen gehört. Die Kieferhöhle liegt rechts und links neben der Nase im Oberkieferknochen und ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Wenn sich diese Schleimhaut entzündet, spricht man von einer Sinusitis Maxillaris.
Was steckt hinter einer Kieferhöhlenentzündung?
Eine Sinusitis maxillaris ist eine spezielle Form der Nasennebenhöhlenentzündung. Die Kieferhöhlen sind die größten Nebenhöhlen und können sich durch verschiedene Ursachen entzünden. Häufig geschieht das im Rahmen eines normalen Schnupfens, wenn Krankheitserreger, meist Viren, seltener Bakterien, von der Nase in die Kieferhöhle gelangen. Auch Allergien, Zahnprobleme oder selten Pilze können eine Rolle spielen. Die Symptome sind oft ähnlich wie bei einer klassischen Nasennebenhöhlenentzündung, betreffen aber vor allem den Bereich der Wangen.
Typische Beschwerden sind ein Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders über den Wangenknochen, manchmal auch im Oberkiefer oder sogar in den Zähnen. Dazu kommen häufig eine verstopfte Nase, eitriges Nasensekret und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Beschwerden verstärken sich oft beim Bücken oder Husten. Manchmal treten auch Fieber, Müdigkeit oder ein unangenehmer Geruch aus der Nase auf.
Wie wird eine Sinusitis maxillaris festgestellt?
Die Diagnose erfolgt meist durch eine gründliche Untersuchung beim Hals Nasen Ohren Arzt. Mit einem Blick in die Nase und gezielten Fragen zu den Beschwerden lässt sich oft schon eine Verdachtsdiagnose stellen. Bei unklaren oder lang anhaltenden Symptomen können zusätzlich bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomografie zum Einsatz kommen. Damit wird sichtbar, ob die Kieferhöhle tatsächlich entzündet ist und wie stark die Schleimhaut geschwollen ist.
In manchen Fällen, etwa wenn die Entzündung immer wiederkehrt oder sehr schwer verläuft, wird auch ein Abstrich gemacht, um die genauen Erreger zu bestimmen. Wichtig ist außerdem, auf mögliche Zahnprobleme zu achten, denn auch entzündete Zahnwurzeln können eine Sinusitis Maxillaris auslösen.
Ist eine Sinusitis maxillaris gefährlich?
Viele Menschen fragen sich, ob eine Kieferhöhlenentzündung schlimm ist oder ob bleibende Schäden drohen. In den meisten Fällen verläuft eine Sinusitis maxillaris unkompliziert und heilt nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab. Gerade wenn Viren die Ursache sind, bessern sich die Beschwerden oft schon nach wenigen Tagen von selbst. Bei bakteriellen Entzündungen kann die Erkrankung etwas länger andauern oder stärker ausgeprägt sein.
Gefährlich kann es werden, wenn die Entzündung auf benachbarte Strukturen übergreift. Das passiert aber nur selten. Warnzeichen sind starke, einseitige Schmerzen, hohes Fieber, Schwellungen im Gesicht oder Sehprobleme. Auch wenn die Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. In sehr seltenen Fällen kann sich eine Kieferhöhlenentzündung auf das Auge oder sogar das Gehirn ausbreiten. Das ist aber eine Ausnahme und tritt meist nur bei stark geschwächtem Immunsystem oder unbehandelten schweren Verläufen auf.
Behandlungsmöglichkeiten bei einer Kieferhöhlenentzündung
Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Beschwerden und der Ursache der Entzündung. In den meisten Fällen wird zunächst versucht, die Schleimhautabschwellung zu fördern. Nasensprays mit abschwellender Wirkung, viel trinken und regelmäßiges Lüften helfen, den Abfluss aus der Kieferhöhle zu verbessern. Auch Inhalationen mit warmem Wasserdampf oder Salzlösungen werden oft empfohlen.
Bei stärkeren Beschwerden oder wenn sich Eiter bildet, können Antibiotika sinnvoll sein, vor allem wenn Bakterien als Auslöser vermutet werden. Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen lindern die Beschwerden und senken das Fieber. In seltenen Fällen, etwa bei chronischen oder besonders schweren Verläufen, kann ein kleiner Eingriff nötig sein, um die Kieferhöhle zu öffnen und das Sekret abfließen zu lassen.
Wenn Zahnprobleme die Ursache sind, muss auch der betroffene Zahn behandelt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Entzündung immer wiederkehrt.
Was kannst du selbst tun?
Wer unter einer Sinusitis maxillaris leidet, kann einiges selbst zur Linderung beitragen. Viel trinken hält die Schleimhäute feucht und hilft, das Sekret zu verflüssigen. Warme Umschläge auf die Wangen können das Druckgefühl mildern. Schlafen mit leicht erhöhtem Kopf erleichtert das Atmen und fördert den Sekretabfluss. Regelmäßiges Lüften und eine nicht zu trockene Raumluft unterstützen die Heilung.
Nasenduschen mit Salzlösung helfen, die Nase zu reinigen und die Schleimhäute zu beruhigen. Auf das Schnäuzen sollte möglichst sanft geachtet werden, damit kein Sekret in die Nebenhöhlen gedrückt wird. Wer zu Allergien neigt, sollte bekannte Auslöser meiden, um die Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen.
Wann ist ein Arztbesuch wichtig?
Bei anhaltenden, sehr starken oder einseitigen Schmerzen, hohem Fieber, Sehproblemen oder einer Schwellung im Gesicht sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch wenn die Beschwerden trotz Behandlung länger als zehn Tage bestehen bleiben oder sich verschlimmern, ist eine Abklärung sinnvoll. Besonders bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten.
Eine Kieferhöhlenentzündung ist meist gut behandelbar und heilt in den allermeisten Fällen ohne Folgen aus. Wer die Warnzeichen kennt und rechtzeitig handelt, kann Komplikationen vermeiden und die Genesung unterstützen. Mehr Informationen zu Ursachen, Symptomen und weiteren Behandlungsmöglichkeiten findest du auch im Artikel zur Nasennebenhöhlenentzündung.