Der Sinus sigmoideus ist eine venöse Blutbahn im Schädel, die das Blut aus dem Gehirn in Richtung Hals ableitet. Dieser Begriff beschreibt also einen Teil des Venensystems im Kopf, der eine wichtige Rolle beim Abtransport von sauerstoffarmem Blut spielt.
Aufbau und Lage im Schädel
Im menschlichen Kopf gibt es mehrere sogenannte venöse Blutleiter, die Sinus durae matris genannt werden. Der Sinus sigmoideus ist dabei einer der größten und verläuft s-förmig, daher auch der Name, denn „sigmoideus“ bezieht sich auf diese geschwungene Form, ähnlich dem Buchstaben S. Er liegt im hinteren Bereich des Schädels, genauer gesagt entlang der Schädelbasis, und zieht sich von der hinteren Schädelgrube bis zum inneren Halsvenenloch. Dort mündet er in die Vena jugularis interna, die das Blut weiter in Richtung Herz transportiert.
Funktion des Sinus sigmoideus
Die Hauptaufgabe besteht darin, das verbrauchte Blut aus dem Gehirn, den Hirnhäuten und Teilen des Schädels aufzunehmen und abzuleiten. Zusammen mit anderen Sinus, wie dem Sinus transversus, an den er anschließt, bildet der Sinus sigmoideus eine Art Sammelstelle für das venöse Blut. Ohne diesen Abfluss würde sich Blut im Kopf stauen, was schwerwiegende Folgen hätte. Durch den Sinus sigmoideus bleibt der Druck im Gehirn ausgeglichen, und das Blut gelangt zuverlässig zurück zum Herzen.
Wann taucht der Begriff auf?
In medizinischen Berichten oder bei bildgebenden Untersuchungen wird der Sinus sigmoideus häufig erwähnt. Besonders bei Darstellungen des Kopfes durch MRT oder CT kann es sein, dass der Verlauf, die Durchgängigkeit oder Besonderheiten dieses Venengefäßes beschrieben werden. Auch in Berichten über Operationen oder Eingriffe am Schädel wird der Begriff oft verwendet, da der Sinus sigmoideus in der Nähe wichtiger Strukturen liegt. Veränderungen oder Besonderheiten sind meist rein beschreibend und müssen nicht zwangsläufig eine Erkrankung bedeuten.
Wichtige Hinweise für den Befund
Wenn im Arztbrief oder Befund der Sinus sigmoideus erwähnt wird, handelt es sich in den meisten Fällen um eine anatomische Beschreibung. Zum Beispiel kann stehen, dass der Sinus sigmoideus „frei durchgängig“ oder „unauffällig“ ist. Das heißt, es gibt keine Auffälligkeiten. Nur selten findet sich ein Hinweis auf Veränderungen wie Thrombosen oder Entzündungen. In solchen Fällen würde im Befund jedoch meist ein klarer Bezug zu einer Erkrankung hergestellt werden.
Abgrenzung zu Erkrankungen
Der Sinus sigmoideus selbst ist keine Krankheit, sondern ein normales anatomisches Gefäß. Krankheiten können diesen Bereich zwar betreffen, etwa durch eine sogenannte Sinusvenenthrombose, bei der es zu einem Blutgerinnsel im Venensystem des Schädels kommt. Solche Diagnosen sind jedoch immer ausdrücklich als solche benannt und gehen mit weiteren Angaben und Symptomen einher. Im Regelfall ist die bloße Erwähnung des Sinus sigmoideus im Befund kein Grund zur Sorge.
Zusammengefasst
Der Sinus sigmoideus ist ein natürlicher Bestandteil des venösen Systems im Kopf. Er sorgt für den sicheren Abfluss von Blut aus dem Gehirn und wird in medizinischen Texten meist als Teil der normalen Anatomie beschrieben. Auffälligkeiten in diesem Bereich sind selten und werden in der Regel ausdrücklich als solche bezeichnet. Die Erwähnung des Sinus sigmoideus im Befund bedeutet in den allermeisten Fällen lediglich, dass dieses Gefäß betrachtet oder beurteilt wurde.