Prothese – Ersatz und neue Lebensqualität

Prothese – Ersatz und neue Lebensqualität

05.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Prothese ist ein künstlich hergestelltes Ersatzteil für einen Körperteil, der verloren gegangen ist oder nicht mehr richtig funktioniert. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein Bein, ein Arm, ein Gelenk oder auch ein Zahn nicht mehr erhalten werden kann und ersetzt werden muss.

Was genau ist eine Prothese?

Im medizinischen Alltag bezeichnet der Begriff eine technische Vorrichtung, die eine Körperfunktion wiederherstellen oder verbessern soll. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: Von der Beinprothese nach einer Amputation über eine künstliche Hüfte bis hin zu Zahnprothesen oder sogar speziellen Handprothesen mit Greiffunktion. Ziel ist es immer, die Beweglichkeit, das Aussehen oder das Lebensgefühl so weit wie möglich an den natürlichen Zustand anzupassen.

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Welche Arten von Prothesen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen äußerlich getragenen und im Körper eingesetzten Prothesen. Äußerliche Prothesen, auch Exoprothesen genannt, werden zum Beispiel nach einer Amputation an Arm oder Bein angepasst. Sie bestehen meist aus leichten, stabilen Materialien wie Carbon oder Kunststoff und werden individuell angefertigt. Moderne Modelle ermöglichen sogar sportliche Aktivitäten oder feine Bewegungen.

Daneben gibt es sogenannte Endoprothesen. Das sind künstliche Gelenke, die dauerhaft im Körper eingesetzt werden, zum Beispiel eine künstliche Hüfte oder ein neues Kniegelenk. Mehr Informationen dazu findest du auch im Artikel zur Endoprothese.

Auch im Mund kommen Prothesen zum Einsatz, etwa als herausnehmbare Zahnprothese oder festsitzender Zahnersatz. Selbst bei inneren Organen gibt es Prothesen, etwa Herzklappenprothesen oder künstliche Augäpfel.

Wann wird eine Prothese notwendig?

Eine Prothese kommt immer dann in Betracht, wenn ein Körperteil fehlt oder so stark geschädigt ist, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Häufige Gründe sind Unfälle, fortgeschrittene Erkrankungen wie Arthrose, Durchblutungsstörungen, Tumorerkrankungen oder angeborene Fehlbildungen. Auch altersbedingter Verschleiß kann dazu führen, dass ein Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden muss.

Die Entscheidung für eine Prothese erfolgt immer nach sorgfältiger Abwägung durch Fachärzte. Dabei spielen das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand und die individuellen Lebensumstände eine wichtige Rolle.

Wie läuft die Anpassung ab?

Der Weg zur passenden Prothese beginnt meist mit einer ausführlichen Beratung und Planung. Bei äußeren Prothesen wird zunächst ein Abdruck oder ein digitales Modell des betroffenen Körperteils erstellt. Danach fertigen Spezialisten die Prothese so an, dass sie möglichst bequem sitzt und gut funktioniert. Oft sind mehrere Anproben nötig, um die optimale Passform zu erreichen.

Bei Endoprothesen erfolgt der Einsatz meist im Rahmen einer Operation. Im Anschluss folgt eine Reha, um mit dem neuen Gelenk wieder sicher laufen oder bewegen zu können. Auch bei Zahnprothesen sind oft mehrere Sitzungen beim Zahnarzt nötig, bis alles perfekt sitzt.

Leben mit einer Prothese

Viele Menschen können mit einer Prothese ein weitgehend normales Leben führen. Moderne Technik macht es möglich, Sport zu treiben, zu reisen oder alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Anfangs braucht es meist etwas Geduld und Übung, bis alles reibungslos funktioniert. Spezielle Physiotherapie oder Ergotherapie hilft dabei, sich an die neue Situation zu gewöhnen und die Bewegungsabläufe zu trainieren.

Wichtig ist eine gute Pflege der Prothese und der angrenzenden Haut. Gerade bei äußeren Prothesen kann es anfangs zu Druckstellen kommen. Fachleute aus der Orthopädietechnik oder Sanitätshäuser bieten Unterstützung bei Fragen zur Reinigung, Pflege und Anpassung.

Was kann man selbst tun?

Eine aktive Mitarbeit ist entscheidend für den Erfolg. Regelmäßiges Training, gezielte Übungen und der Austausch mit anderen Betroffenen können helfen, Unsicherheiten zu überwinden. Auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder speziellen Sportangeboten ist oft eine wertvolle Unterstützung.

Bei Endoprothesen wie künstlichen Hüften lohnt es sich, auf das Körpergewicht zu achten und Überlastungen zu vermeiden. So bleibt die Funktion möglichst lange erhalten. Im Alltag können kleine Hilfsmittel, rutschfeste Matten oder spezielle Schuhe zusätzliche Sicherheit geben.

Häufige Fragen und Unsicherheiten

Viele Menschen fragen sich, wie das Leben mit einer Prothese aussieht oder ob man damit überhaupt wieder arbeiten, Sport treiben oder Auto fahren kann. Die Antwort hängt stark vom Einzelfall ab, aber in den meisten Fällen ist mit der passenden Prothese vieles wieder möglich. Auch kosmetische Aspekte spielen eine Rolle: Moderne Modelle sind oft so gestaltet, dass sie kaum auffallen.

Manche sorgen sich vor Schmerzen oder Komplikationen. Gerade nach Operationen kann es zu Beschwerden kommen, die sich meist mit Physiotherapie und Geduld bessern. Bei Unsicherheiten oder Problemen sollte immer Rücksprache mit dem behandelnden Team gehalten werden.

Ausblick

Die Technik entwickelt sich ständig weiter. Neue Materialien, computergesteuerte Gelenke oder sensorische Rückmeldungen machen Prothesen heute vielseitiger und komfortabler als je zuvor. Das Ziel bleibt immer: ein möglichst selbstbestimmtes, aktives Leben trotz Einschränkung.

Wer einen Arztbrief mit dem Begriff Prothese erhält, weiß nun: Dahinter verbirgt sich ein individuell angepasstes Hilfsmittel, das verloren gegangene Funktionen ersetzt und damit Lebensqualität zurückgibt.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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