Peribronchiale Infiltrate: Symptome und Bedeutung

Peribronchiale Infiltrate: Symptome und Bedeutung

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Peribronchiale Infiltrate sind verdichtete Bereiche im Lungengewebe, die sich rund um die Bronchien ansammeln und auf eine Entzündung oder eine andere Veränderung im Bereich der Atemwege hinweisen.

Was beschreibt der Begriff genau?

Der Ausdruck peribronchiale Infiltrate setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „peri“ bedeutet „um“ oder „herum“, „bronchial“ bezieht sich auf die Bronchien, also die mittleren bis größeren Luftwege in der Lunge. „Infiltrate“ beschreibt Ablagerungen oder Ansammlungen von Zellen und Flüssigkeit, die normalerweise nicht dort zu finden sind. Im medizinischen Sprachgebrauch taucht diese Formulierung meist in Röntgenbefunden oder CT-Beschreibungen auf, wenn auffällige Schatten oder Verdichtungen rund um die Bronchien sichtbar werden.

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Wie entstehen peribronchiale Infiltrate?

Meist entstehen diese Veränderungen, wenn das Gewebe rund um die Bronchien auf eine Entzündung reagiert. Häufige Auslöser sind Infektionen wie eine Bronchitis oder Lungenentzündung, bei denen sich Abwehrzellen, Flüssigkeit oder manchmal auch Schleim im Gewebe ansammeln. Aber auch andere Ursachen wie allergische Reaktionen, chronische Lungenerkrankungen oder seltenere Erkrankungen können zu solchen Veränderungen führen. Manchmal sind peribronchiale Infiltrate auch ein Hinweis auf einen länger bestehenden Reiz, zum Beispiel durch das Einatmen von Schadstoffen.

Wie werden peribronchiale Infiltrate entdeckt?

In den meisten Fällen fallen peribronchiale Infiltrate bei bildgebenden Untersuchungen auf, also zum Beispiel bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder einer Computertomografie der Lunge. Sie zeigen sich als helle, unscharfe Bereiche, die sich um die Bronchien herum anordnen. Oft sind sie ein Zufallsbefund, wenn aus anderen Gründen eine Bildgebung gemacht wird. Manchmal werden sie aber auch gezielt gesucht, wenn Beschwerden wie Husten, Fieber, Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb bestehen.

Was bedeutet das für den weiteren Verlauf?

Die Bedeutung von peribronchialen Infiltraten hängt stark vom Zusammenhang ab, in dem sie entdeckt werden. Häufig sind sie Ausdruck einer akuten oder chronischen Entzündung, wie sie bei einer Infektion der Atemwege vorkommt. In solchen Fällen verschwinden die Veränderungen meist wieder, wenn die Ursache behandelt oder von selbst ausheilt. In anderen Situationen kann es sich um eine länger bestehende Erkrankung handeln, zum Beispiel bei Asthma, chronischer Bronchitis oder bestimmten seltenen Lungenkrankheiten. Dann sind die Infiltrate eher ein Zeichen für eine dauerhafte Reizung oder Umbauprozesse im Lungengewebe.

Müssen peribronchiale Infiltrate behandelt werden?

Ob eine Behandlung notwendig ist, richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Gibt es Anzeichen für eine Infektion, wie Fieber, Husten oder Auswurf, wird meist gezielt nach Bakterien, Viren oder anderen Erregern gesucht. Je nach Befund kann eine Behandlung mit Antibiotika, antiviralen Mitteln oder anderen Medikamenten sinnvoll sein. Bei chronischen Erkrankungen stehen oft inhalative Medikamente, Atemtherapie oder die Vermeidung von Auslösern im Vordergrund. In manchen Fällen ist keine spezielle Therapie notwendig, sondern lediglich eine Beobachtung des Verlaufs. Wichtig ist, dass die weitere Abklärung und Behandlung immer individuell abgestimmt wird.

Was kann selbst getan werden?

Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Lunge bei der Heilung und beugt weiteren Problemen vor. Wer raucht, sollte möglichst einen Rauchstopp anstreben, um die Atemwege zu entlasten. Auch regelmäßige Bewegung und frische Luft helfen, die Lunge zu stärken. Bei akuten Beschwerden wie Husten, Fieber oder Atemnot empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache abzuklären. Wer zu Allergien oder chronischen Lungenkrankheiten neigt, sollte bekannte Auslöser meiden und die verordneten Medikamente regelmäßig verwenden.

Wann besteht Grund zur Sorge?

Peribronchiale Infiltrate sind zunächst ein bildgebender Befund und keine eigenständige Krankheit. Sie können sowohl harmlose als auch ernstere Ursachen haben. Bestehen Beschwerden wie anhaltender Husten, Atemnot, Fieber oder allgemeine Schwäche, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Besonders bei Risikofaktoren wie chronischen Lungenerkrankungen, Immunschwäche oder langjährigem Rauchen sollte nicht gezögert werden, eine Fachperson aufzusuchen. In den meisten Fällen lässt sich durch gezielte Untersuchungen und eine passende Behandlung eine rasche Besserung erzielen.

Peribronchiale Infiltrate sind also ein Hinweis auf Veränderungen rund um die Bronchien. Was genau dahintersteckt, lässt sich meist erst durch eine genaue ärztliche Untersuchung und den Zusammenhang mit anderen Beschwerden beurteilen. Oft ist die Ursache harmlos und gut behandelbar, manchmal steckt eine chronische oder seltenere Erkrankung dahinter, die weiterer Abklärung bedarf.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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