PBC steht für primär biliäre Cholangitis, eine chronische Erkrankung der Leber, bei der die kleinen Gallengänge innerhalb der Leber langsam zerstört werden.
Was bedeutet PBC genau?
Die Abkürzung PBC stammt aus dem Englischen: „primary biliary cholangitis“. Früher wurde die Krankheit auch als „primär biliäre Zirrhose“ bezeichnet, was heute nicht mehr gebräuchlich ist, da nicht jede betroffene Person eine Leberzirrhose entwickelt. Bei dieser Erkrankung richtet sich das eigene Immunsystem gegen die kleinen Gallengänge in der Leber. Diese Gänge transportieren die von der Leber gebildete Gallenflüssigkeit ab. Werden sie beschädigt, staut sich die Galle zurück und es kommt zu Entzündungen sowie im weiteren Verlauf zu Vernarbungen des Lebergewebes.
Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?
Viele bemerken zunächst kaum etwas von der Erkrankung. Oft wird PBC zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt, wenn die sogenannten Leberwerte erhöht sind. Typische Symptome, die im Verlauf auftreten können, sind anhaltende Müdigkeit, Juckreiz auf der Haut und manchmal dunkler Urin oder eine gelbliche Verfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht). Im weiteren Verlauf kann es zu Beschwerden wie Druckgefühl im rechten Oberbauch, trockenen Augen oder Mundtrockenheit kommen. Erst in fortgeschrittenen Stadien treten stärkere Beschwerden auf.
Ist PBC gefährlich?
Die Diagnose kann verunsichern, da viele zunächst an eine schwere Lebererkrankung oder Leberzirrhose denken. PBC ist tatsächlich eine chronische Erkrankung, die unbehandelt über Jahre oder Jahrzehnte zu einer Vernarbung der Leber und damit zu einer Leberzirrhose führen kann. Dank moderner Therapien ist das Fortschreiten der Krankheit aber oft gut zu bremsen. Viele Menschen mit PBC können mit der richtigen Behandlung ein weitgehend normales Leben führen und werden nur langsam in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.
Wie wird PBC festgestellt?
Die Diagnose beginnt meist mit auffälligen Leberwerten im Blut, insbesondere der sogenannten alkalischen Phosphatase. Ein spezieller Bluttest kann Antikörper nachweisen, die typisch für PBC sind (AMA, antimitochondriale Antikörper). Bildgebende Verfahren wie Ultraschall helfen, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. In manchen Fällen ist eine kleine Gewebeprobe aus der Leber nötig, um den Verdacht zu bestätigen und das Stadium der Erkrankung zu bestimmen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die wichtigste Therapie besteht in der regelmäßigen Einnahme eines Medikaments namens Ursodeoxycholsäure. Es hilft, die Gallengänge zu schützen und die Entzündung zu bremsen. Bei etwa neun von zehn Betroffenen kann damit das Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamt werden. Wenn die Beschwerden wie Juckreiz sehr stark sind, gibt es zusätzliche Medikamente zur Linderung. In seltenen Fällen, wenn die Leberfunktion trotz Behandlung weiter abnimmt, kann eine Lebertransplantation notwendig werden. Das ist jedoch heute dank der verfügbaren Therapien selten geworden.
Was kann im Alltag helfen?
Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Leber. Alkohol sollte möglichst gemieden werden, da er die Leber zusätzlich belastet. Impfungen gegen Hepatitis A und B sind zu empfehlen, um weitere Lebererkrankungen zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen sind ebenfalls sinnvoll. Bei Juckreiz hilft es, auf heiße Duschen zu verzichten, milde Seifen zu verwenden und die Haut gut zu pflegen. Wichtig ist auch, regelmäßig die ärztlichen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, um Veränderungen früh zu erkennen.
Wichtige Fragen und Ängste
Viele fragen sich, ob PBC ansteckend ist oder vererbt werden kann. Die Krankheit ist nicht ansteckend und wird nicht direkt vererbt, allerdings gibt es eine gewisse familiäre Häufung. Schwangere mit PBC sollten sich eng mit ihrem Arzt absprechen, da die Erkrankung Einfluss auf die Schwangerschaft haben kann. Viele haben Angst vor einer Leberzirrhose oder Lebertransplantation. Mit der heutigen Behandlung ist das Risiko deutlich geringer als früher. Die Lebenserwartung kann bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie nahezu normal sein.
Gibt es andere Bedeutungen für die Abkürzung Pbc?
Im medizinischen Bereich steht PBC fast immer für primär biliäre Cholangitis. In anderen Zusammenhängen kann PBC auch für andere Begriffe stehen, etwa in der Chemie oder Technik. Im Arztbrief oder medizinischen Befund ist jedoch fast immer die Lebererkrankung gemeint. Die genaue Bedeutung lässt sich nur im Zusammenhang mit dem restlichen Text sicher bestimmen.
Abschließend gilt: Die Abkürzung PBC sollte immer im medizinischen Kontext betrachtet werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Bei Unsicherheiten hilft ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, um die eigene Situation richtig einzuordnen.