Patellaspitzensyndrom – Schmerzen am Knie verstehen

Patellaspitzensyndrom – Schmerzen am Knie verstehen

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Das Patellaspitzensyndrom beschreibt eine schmerzhafte Reizung am unteren Ansatz der Kniescheibensehne, meist direkt an der Spitze der Kniescheibe. Häufig ist diese Erkrankung auch als Jumpers Knee bekannt, vor allem bei sportlich aktiven Menschen.

Wie zeigt sich das Patellaspitzensyndrom?

Typisch für das Patellaspitzensyndrom sind Schmerzen an der Vorderseite des Knies, direkt unterhalb der Kniescheibe. Besonders beim Springen, Laufen oder Treppensteigen machen sich die Beschwerden bemerkbar. Oft beginnt alles mit einem leichten Ziehen, das sich mit der Zeit zu einem stechenden oder dumpfen Schmerz entwickeln kann. Im weiteren Verlauf kann das Knie auch in Ruhe empfindlich sein. Gerade Sportarten mit vielen Sprüngen, wie Volleyball oder Basketball, begünstigen diese Problematik.

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Was passiert im Knie?

Die Kniescheibensehne, auch Patellasehne genannt, verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein. Bei starker oder wiederholter Belastung entstehen an ihrem unteren Ansatz kleine Risse oder Überlastungsreaktionen. Das umliegende Gewebe entzündet sich, was zu den typischen Schmerzen führt. Die Sehne selbst ist dabei nicht gerissen, sondern einfach gereizt oder überlastet.

Mehr über die Funktion und Verletzungen der Patellasehne findest du hier.

Wer ist besonders betroffen?

Vor allem junge, sportlich aktive Menschen sind anfällig für das Patellaspitzensyndrom. Besonders häufig trifft es Männer zwischen 15 und 30 Jahren. Aber auch weniger sportliche Personen können betroffen sein, etwa wenn sie ungewohnt intensiv trainieren oder das Knie ungewohnt stark beanspruchen. Übergewicht, muskuläre Dysbalancen oder Fehlstellungen der Beine erhöhen das Risiko zusätzlich.

Ist das gefährlich?

Viele fragen sich, ob ein Patellaspitzensyndrom gefährlich ist oder bleibende Schäden hinterlässt. In der Regel handelt es sich um eine schmerzhafte, aber gut behandelbare Überlastung. Wird das Knie jedoch dauerhaft überbeansprucht und die Schmerzen ignoriert, kann sich die Entzündung chronifizieren. In seltenen Fällen droht dann ein Riss der Sehne, was eine längere Ausfallzeit und unter Umständen eine Operation nach sich ziehen kann. Mit rechtzeitiger Behandlung und Schonung ist das aber sehr selten.

Wie wird das Patellaspitzensyndrom festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine gezielte Befragung und Untersuchung. Ärztinnen und Ärzte tasten das Knie ab und prüfen, ob der Schmerzpunkt direkt unter der Kniescheibe liegt. Typisch ist, dass der Schmerz beim Anspannen der Oberschenkelmuskulatur gegen Widerstand verstärkt auftritt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT kommen zum Einsatz, wenn Unsicherheit besteht oder andere Verletzungen ausgeschlossen werden sollen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die wichtigste Maßnahme ist zunächst die Entlastung des betroffenen Knies. Sportliche Aktivitäten, die Schmerzen verursachen, sollten für einige Wochen reduziert oder pausiert werden. Kühlen, entzündungshemmende Salben und Schmerzmittel können helfen, die Beschwerden zu lindern. Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle: Gezielte Dehn und Kräftigungsübungen für Oberschenkel und Wade entlasten die Sehne und fördern die Heilung. Auch Stoßwellentherapie oder spezielle Bandagen kommen manchmal zum Einsatz. In sehr hartnäckigen Fällen, wenn nach mehreren Monaten keine Besserung eintritt, kann ein operativer Eingriff nötig werden. Das ist aber die Ausnahme.

Was kann man selbst tun?

Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, das Knie zu entlasten. Wer regelmäßig Sport treibt, sollte auf ein gutes Aufwärmprogramm achten und Sprungbelastungen langsam steigern. Nach dem Training tut Kühlen gut. Dehnübungen für Oberschenkel und Hüfte beugen einer Überlastung vor. Bei ersten Beschwerden lieber eine Pause einlegen, statt das Training durchzuziehen. Schuhe mit guter Dämpfung und eine kräftige Beinmuskulatur schützen das Knie zusätzlich.

Häufige Sorgen rund ums Patellaspitzensyndrom

Viele machen sich Sorgen, dauerhaft auf Sport verzichten zu müssen oder nie wieder schmerzfrei zu sein. In den meisten Fällen heilt das Patellaspitzensyndrom bei konsequenter Behandlung und mit etwas Geduld vollständig aus. Wichtig ist, auf die Signale des Körpers zu hören und nicht zu früh wieder voll einzusteigen. Ein frühzeitiger Therapiebeginn erhöht die Chancen auf eine komplette Genesung erheblich.

Das Patellaspitzensyndrom ist also eine typische Überlastungserscheinung, die vor allem sportlich Aktive betrifft. Mit gezielter Schonung, Training und etwas Geduld lassen sich Schmerzen und Beschwerden meist gut in den Griff bekommen. Wer die Warnzeichen ernst nimmt, kann das Knie dauerhaft gesund halten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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