Pankreas – Mehr als Verdauung

Pankreas – Mehr als Verdauung

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Das Pankreas ist eine Drüse im Bauchraum, die im Deutschen auch Bauchspeicheldrüse genannt wird und wichtige Aufgaben für die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel hat.

Aufbau und Lage im Körper

Im Körper liegt das Pankreas quer im oberen Bauch, direkt hinter dem Magen. Es ist ein längliches, flaches Organ, das sich von der rechten Seite, dort, wo der Zwölffingerdarm beginnt, bis fast zur linken Milz erstreckt. Die Bauchspeicheldrüse ist etwa 15 bis 20 Zentimeter lang und wiegt ungefähr 70 bis 100 Gramm. Sie besteht aus drei Abschnitten: dem sogenannten Kopf, dem Körper und dem Schwanz. Die Nachbarschaft zu anderen Organen wie Leber, Milz und Gallenblase spielt bei vielen Erkrankungen oder Operationen eine Rolle.

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Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Die wichtigste Funktion des Pankreas ist die Produktion von Verdauungssäften und Hormonen. In kleinen Drüsenzellen werden täglich etwa 1,5 Liter eines klaren, enzymreichen Sekrets gebildet. Über einen feinen Gang gelangt dieser Saft in den Dünndarm, wo er hilft, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus der Nahrung in kleinste Bausteine zu zerlegen. Ohne diese Enzyme könnten Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden.

Neben der Verdauung ist das Pankreas auch für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig. In winzigen Zellgruppen, den sogenannten Langerhans-Inseln, werden Hormone wie Insulin und Glukagon gebildet. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Glukagon hat den gegenteiligen Effekt und erhöht den Blutzucker, wenn er zu niedrig ist. Dieses fein abgestimmte Zusammenspiel verhindert, dass der Blutzuckerspiegel zu stark schwankt.

Was bedeutet ein Befund zum Pankreas?

Oft taucht der Begriff Pankreas in Arztbriefen, Laborberichten oder Befunden von Ultraschalluntersuchungen auf. Das allein bedeutet zunächst nur, dass es um die Bauchspeicheldrüse geht. Häufig wird dann beschrieben, ob das Organ in seiner Größe, Form oder Struktur auffällig ist oder ob zum Beispiel Zysten, Verkalkungen oder Entzündungszeichen zu sehen sind. Auch Blutwerte wie die sogenannten Pankreasenzyme (zum Beispiel Lipase oder Amylase) können Hinweise auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse geben.

Nicht jeder Hinweis auf das Pankreas bedeutet automatisch eine Krankheit oder ein Problem. Oft handelt es sich um reine Beschreibungen, etwa „Pankreas unauffällig“ oder „Pankreas altersentsprechend“. Nur wenn zusätzliche Begriffe wie „Pankreatitis“ (Entzündung), „Pankreastumor“ oder „Zysten“ erwähnt werden, ist eine genauere Abklärung sinnvoll.

Häufige Erkrankungen des Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse kann von verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Am bekanntesten ist die akute oder chronische Entzündung, die sogenannte Pankreatitis. Auch gutartige Zysten oder in selteneren Fällen Tumore können auftreten. Ein gestörter Hormonhaushalt führt manchmal zu Diabetes mellitus, weil das Insulin nicht mehr ausreichend gebildet wird.

Typische Beschwerden bei Problemen mit dem Pankreas sind starke Oberbauchschmerzen, die manchmal bis in den Rücken ausstrahlen, Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen wie fettige Stühle. Solche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Untersuchungen und Diagnostik

Um die Bauchspeicheldrüse zu beurteilen, kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Am häufigsten wird zunächst eine Ultraschalluntersuchung des Bauches gemacht. Damit lassen sich Größe, Struktur und eventuelle Veränderungen gut erkennen. Bei unklaren Befunden können weitere Verfahren wie eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig sein. Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf die Funktion, indem sie die Konzentration spezieller Enzyme messen.

Bedeutung des Begriffs im Alltag

Wer in einem Befund oder Arztbrief das Wort Pankreas liest, kann sich merken: Es handelt sich um die Bauchspeicheldrüse, ein zentrales Organ für Verdauung und Blutzuckerregulation. Solange keine weiteren Auffälligkeiten genannt werden, gibt es meist keinen Anlass zur Sorge. Erst wenn von einer Erkrankung oder Funktionsstörung die Rede ist, sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt das weitere Vorgehen besprochen werden.

Im Alltag lässt sich die Gesundheit des Pankreas durch eine ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und den Verzicht auf Rauchen unterstützen. Auch regelmäßige Bewegung hilft, den Zuckerstoffwechsel stabil zu halten und das Risiko für Erkrankungen zu senken.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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