Ovarialtumor: Symptome, Diagnose, Verlauf

Ovarialtumor: Symptome, Diagnose, Verlauf

14.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Ovarialtumor bezeichnet eine Geschwulst oder einen Tumor am Eierstock, medizinisch Ovar genannt. Dabei handelt es sich um eine Gewebeveränderung, die gutartig oder bösartig sein kann und bei Frauen jeden Alters auftreten kann.

Was ist ein Ovarialtumor genau?

Der Begriff beschreibt jede Art von Neubildung am Eierstock. Ein Tumor ist dabei nicht automatisch ein Krebs, sondern meint zunächst nur eine Zunahme von Zellen an einer bestimmten Stelle. Ovarialtumoren können also sowohl harmlos als auch gefährlich sein. Gutartige Tumoren wachsen langsam und breiten sich nicht im Körper aus. Bösartige Tumoren, auch als Ovarialkarzinom oder Eierstockkrebs bezeichnet, können dagegen in umliegendes Gewebe einwachsen und sich über den Blut- oder Lymphweg verbreiten.

Die Eierstöcke sind ein wichtiger Teil der weiblichen Geschlechtsorgane. Sie liegen rechts und links im Unterbauch und sind für die Reifung der Eizellen und die Produktion von Hormonen zuständig. Mehr Informationen zu ihrer Funktion findest du hier: Ovar.

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Wie häufig sind Ovarialtumoren?

Ovarialtumoren kommen relativ häufig vor, vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter und rund um die Wechseljahre. Die meisten dieser Tumoren sind gutartig. Eierstockkrebs ist im Vergleich dazu seltener, zählt aber zu den gefährlicheren gynäkologischen Krebserkrankungen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, besonders nach den Wechseljahren.

Welche Formen gibt es?

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Ovarialtumoren. Die meisten sind sogenannte funktionelle Zysten, die durch hormonelle Schwankungen entstehen und oft wieder von selbst verschwinden. Daneben gibt es gutartige Tumoren, zum Beispiel Zystadenome oder Teratome. Sie verursachen meist keine Beschwerden und werden häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Bösartige Tumoren, also Ovarialkarzinome, sind seltener. Sie werden oft erst spät erkannt, weil sie im Frühstadium kaum Symptome verursachen. Ein bösartiger Tumor wird in der Medizin als Malignom bezeichnet. Weitere Informationen dazu gibt es hier: Malignom.

Woran merkt man einen Ovarialtumor?

Viele Ovarialtumoren wachsen langsam und bleiben lange unbemerkt. Häufig werden sie erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Beschwerden treten meist erst auf, wenn der Tumor eine bestimmte Größe erreicht hat oder auf Nachbarorgane drückt. Typische Symptome können ein Völlegefühl, Schmerzen im Unterbauch, Veränderungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang sowie eine Zunahme des Bauchumfangs sein. Manchmal kommt es auch zu Zyklusstörungen oder ungewöhnlichen Blutungen.

Diese Anzeichen sind jedoch nicht spezifisch für einen Ovarialtumor und können auch andere Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, bei unklaren Beschwerden eine gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen.

Wie wird ein Ovarialtumor festgestellt?

Die Diagnose beginnt meist mit einer gynäkologischen Tastuntersuchung und einem Ultraschall der Eierstöcke. Damit lässt sich erkennen, ob eine Veränderung vorliegt und wie groß sie ist. Besteht der Verdacht auf einen Tumor, können weitere Untersuchungen folgen. Dazu zählen Bluttests, bei denen spezielle Tumormarker bestimmt werden, sowie bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnetresonanztomografie.

Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, lässt sich oft erst nach einer Operation und feingeweblichen Untersuchung sicher sagen. In manchen Fällen wird eine sogenannte Bauchspiegelung durchgeführt, bei der Gewebeproben entnommen werden können.

Was bedeutet die Diagnose für die Betroffenen?

Die Feststellung eines Ovarialtumors löst häufig große Unsicherheit und Angst aus. Viele fragen sich, ob es sich um Krebs handelt, wie die Prognose ist und welche Behandlung notwendig wird. Dabei ist wichtig zu wissen: Die Mehrzahl der Ovarialtumoren ist gutartig und kann meist schonend behandelt werden. Selbst wenn ein bösartiger Tumor vorliegt, gibt es heute zahlreiche Therapiemöglichkeiten, die individuell angepasst werden.

Die genaue Bedeutung hängt von der Art, Größe und Ausbreitung des Tumors ab. Auch das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand und der Kinderwunsch spielen eine Rolle bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Ovarialtumoren

Die Therapie richtet sich nach der Art des Tumors. Gutartige Veränderungen können oft abgewartet oder minimalinvasiv entfernt werden. Bei bösartigen Tumoren ist meist eine Operation notwendig, manchmal gefolgt von einer Chemotherapie oder anderen Behandlungen. Ziel ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Die Behandlung erfolgt durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, meist in einer gynäkologischen Klinik oder einem Krebszentrum. Dort wird besprochen, welche Schritte individuell sinnvoll sind.

Was kann man selbst tun?

Wer einen Ovarialtumor diagnostiziert bekommt, sollte sich nicht scheuen, Fragen zu stellen und sich eine zweite Meinung einzuholen, falls Unsicherheit besteht. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Eine gesunde Lebensweise, Bewegung und ausgewogene Ernährung unterstützen das allgemeine Wohlbefinden, können aber das Risiko für Ovarialtumoren nicht vollständig ausschließen.

Informationen zu benachbarten Organen und Strukturen wie Eileitern und Eierstöcken findest du hier: Adnexe.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Bei unklaren Unterbauchschmerzen, anhaltendem Völlegefühl, unregelmäßigen Blutungen oder einer plötzlichen Zunahme des Bauchumfangs empfiehlt sich eine zeitnahe Abklärung. Auch wenn in der Familie bereits Fälle von Eierstockkrebs aufgetreten sind, kann eine Beratung beim Frauenarzt sinnvoll sein. Früh erkannt, lassen sich viele Ovarialtumoren gut behandeln.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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