LVEDP im Arztbrief – einfach erklärt

LVEDP im Arztbrief – einfach erklärt

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

LVEDP steht für den medizinischen Begriff „left ventricular end diastolic pressure“, auf Deutsch „linksventrikulärer enddiastolischer Druck“. Gemeint ist damit der Druck, der am Ende der Füllungsphase in der linken Herzkammer herrscht, kurz bevor das Herz das Blut in den Körperkreislauf pumpt.

Was steckt hinter dem Begriff?

Der linksventrikuläre enddiastolische Druck beschreibt einen bestimmten Messwert, der während einer Herzuntersuchung ermittelt werden kann. Das Herz besteht aus mehreren Kammern, wobei der linke Ventrikel die Hauptkammer ist, die das sauerstoffreiche Blut in den Körper befördert. Während der sogenannten Diastole, der Entspannungsphase des Herzens, füllt sich diese Kammer mit Blut. Der LVEDP gibt an, wie hoch der Druck in der linken Herzkammer ist, wenn sie maximal gefüllt ist, also kurz bevor sie sich wieder zusammenzieht.

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Wofür wird LVEDP gemessen?

Dieser Wert spielt vor allem in der Kardiologie eine Rolle. Ärztinnen und Ärzte nutzen ihn, um die Funktion des Herzens genauer zu beurteilen. Besonders bei Verdacht auf eine Herzschwäche oder Erkrankungen der Herzklappen kann der LVEDP wichtige Hinweise liefern. Ein erhöhter Wert kann darauf hindeuten, dass das Herz Schwierigkeiten hat, das Blut ausreichend weiterzupumpen. Das kann zum Beispiel bei einer Herzinsuffizienz oder bei bestimmten Formen der Herzmuskelerkrankung vorkommen.

Wie wird der Wert bestimmt?

Der LVEDP lässt sich nicht einfach per Ultraschall oder EKG messen. Meist wird dafür eine spezielle Untersuchung benötigt, die sogenannte Rechtsherzkatheteruntersuchung oder auch Herzkatheter genannt. Dabei wird ein dünner Schlauch über ein Blutgefäß bis zum Herzen vorgeschoben. Mit Hilfe dieses Katheters kann der Druck in den Herzkammern direkt gemessen werden. Das Verfahren ist aufwendig und wird normalerweise nur dann durchgeführt, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Herzerkrankung besteht oder andere Untersuchungen nicht ausreichen.

Welche Werte sind normal?

Im Allgemeinen liegt der normale LVEDP zwischen etwa 6 und 12 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Liegt der Wert deutlich darüber, kann das auf eine Störung der Herzfunktion hindeuten. Ein zu hoher Druck bedeutet, dass sich in der linken Herzkammer zu viel Blut staut, was wiederum zu Symptomen wie Luftnot oder Wassereinlagerungen führen kann. Ein zu niedriger Wert ist selten und spielt meist keine Rolle bei der Diagnose.

Bedeutung für den Befund

Wenn im Arztbrief oder Befund der Begriff LVEDP auftaucht, handelt es sich meist um einen technischen Messwert. Er ist nicht für sich allein entscheidend, sondern wird immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungsergebnissen bewertet. Ein erhöhter LVEDP ist ein Hinweis darauf, dass das Herz unter Belastung steht oder nicht mehr optimal arbeitet. Die genaue Bedeutung hängt jedoch vom Gesamtbild der Untersuchung ab. Oft wird dieser Wert im Rahmen der Abklärung einer Herzinsuffizienz oder bei der Planung einer Herzklappenoperation angegeben.

Gibt es weitere Bedeutungen?

In der Medizin steht LVEDP fast immer für den linksventrikulären enddiastolischen Druck. Andere Bedeutungen sind im klinischen Alltag nicht gebräuchlich. Dennoch gilt: Abkürzungen wie diese sollten immer im Zusammenhang mit dem gesamten Befund betrachtet werden. Je nach Fragestellung oder Untersuchungsmethode kann die Interpretation unterschiedlich ausfallen.

Warum taucht LVEDP im Arztbrief auf?

Der Wert wird häufig dokumentiert, wenn eine Herzkatheteruntersuchung gemacht wurde. Er dient dazu, die Herzfunktion möglichst genau zu beschreiben. Für Laien wirkt der Begriff oft verwirrend, ist aber vor allem ein technischer Messwert. Er sagt allein noch nichts über das Ausmaß einer Erkrankung oder die Notwendigkeit einer Behandlung aus. Erst im Zusammenspiel mit anderen Befunden kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt daraus ableiten, ob eine Therapie notwendig ist.

Abkürzungen immer im Kontext betrachten

Zusammenfassend ist LVEDP ein Fachausdruck für einen bestimmten Druckwert im Herzen, der vor allem für Fachleute von Bedeutung ist. Die Interpretation hängt stets vom gesamten medizinischen Kontext ab. Wer den Begriff in seinem Befund liest, muss sich nicht automatisch Sorgen machen. Rückfragen bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt helfen, Unsicherheiten zu klären und die individuelle Bedeutung des Wertes zu verstehen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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