Lava Multiphase Sequenzen sind spezielle Bildgebungsverfahren, die bei der Magnetresonanztomographie, kurz MRT, eingesetzt werden, um besonders genaue und kontrastreiche Aufnahmen von Organen, vor allem der Leber, zu erstellen.
Was steckt hinter dem Begriff?
Die Bezeichnung Lava Multiphase Sequenzen setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Lava steht für „Liver Acquisition with Volume Acceleration“ und beschreibt eine moderne Technik, die ursprünglich für die Untersuchung der Leber entwickelt wurde. Multiphase bedeutet, dass die Bilder in mehreren zeitlichen Abschnitten nach der Gabe eines Kontrastmittels aufgenommen werden. Sequenzen wiederum sind verschiedene Einstellungen oder Programme, mit denen das MRT-Gerät arbeitet, um bestimmte Gewebe oder Flüssigkeiten besser sichtbar zu machen. Was genau Sequenzen sind, erfährst du ausführlich hier und hier.
Wofür werden Lava Multiphase Sequenzen genutzt?
Diese Technik kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sehr detaillierte Bilder der Leber oder anderer Bauchorgane benötigt werden. Besonders häufig suchen Ärztinnen und Ärzte damit nach Tumoren, Metastasen, Gefäßveränderungen oder anderen Auffälligkeiten. Durch die mehrphasige Aufnahme lassen sich Veränderungen im Gewebe besser voneinander unterscheiden, weil das Kontrastmittel je nach Durchblutung und Struktur unterschiedlich schnell aufgenommen und wieder abgegeben wird. Das ist wichtig, um zum Beispiel gutartige von bösartigen Knoten zu unterscheiden oder die genaue Ausdehnung einer Veränderung zu bestimmen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Nach einer kurzen Vorbereitung wird in der Regel ein Kontrastmittel über eine Vene verabreicht. Direkt danach beginnt die eigentliche Bildgebung. Die Lava Multiphase Sequenzen sorgen dafür, dass in sehr kurzen Abständen mehrere Bildserien erstellt werden, meist in der sogenannten arteriellen, portalen und späten Phase. Jede dieser Phasen zeigt, wie das Kontrastmittel sich in den Organen verteilt. Das macht es möglich, selbst kleine Veränderungen sichtbar zu machen, die sonst leicht übersehen werden könnten.
Die Untersuchung selbst dauert meist nur wenige Minuten länger als ein normales MRT. Während der Aufnahme ist es wichtig, möglichst ruhig zu liegen und den Atem nach Anweisung kurz anzuhalten, damit die Bilder nicht verwackeln. In den meisten Fällen ist das gut machbar und verursacht keine Schmerzen.
Warum sind diese Sequenzen so wichtig?
Gerade bei der Abklärung von Lebererkrankungen spielen Lava Multiphase Sequenzen eine entscheidende Rolle. Sie helfen dabei, Tumoren frühzeitig zu erkennen, die genaue Ausbreitung zu erfassen oder die Wirkung einer Behandlung zu kontrollieren. Auch bei anderen Organen im Bauchraum, wie der Bauchspeicheldrüse oder den Nieren, kommen diese Sequenzen manchmal zum Einsatz, wenn besonders präzise Bilder benötigt werden.
Für dich als Patient bedeutet das: Die Untersuchung liefert dem ärztlichen Team besonders viele Informationen, die für eine sichere Diagnose und die weitere Planung wichtig sind. Die Technik ist dabei sehr schonend, weil keine Strahlenbelastung entsteht.
Was steht im Befund?
Findest du in deinem Arztbrief den Hinweis auf Lava Multiphase Sequenzen, heißt das zunächst nur, dass diese spezielle Methode bei deiner MRT-Untersuchung verwendet wurde. Es handelt sich um einen technischen Begriff, der beschreibt, wie die Bilder gemacht wurden. Die eigentliche Aussage über deine Gesundheit ergibt sich erst aus der Beschreibung der Bildbefunde, also zum Beispiel, ob Auffälligkeiten gefunden wurden oder alles unauffällig ist.
Gibt es Risiken oder Besonderheiten?
Die Lava Multiphase Technik selbst ist sehr gut verträglich. Das verwendete Kontrastmittel wird in der Regel problemlos vertragen, selten kann es zu leichten Nebenwirkungen wie einem Wärmegefühl oder kurzfristigem Unwohlsein kommen. Wer schwere Allergien oder eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, sollte das vorher mit dem ärztlichen Personal besprechen. Für die meisten Menschen ist die Untersuchung jedoch sicher und unkompliziert.
Was sollte man noch wissen?
Lava Multiphase Sequenzen sind ein Beispiel dafür, wie moderne MRT-Technik immer bessere und genauere Diagnosen möglich macht. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, sondern liefern wichtige Informationen für die weitere Behandlung. Wenn Fragen zum Ablauf oder zur Bedeutung der Untersuchung bestehen, hilft es, diese direkt im Gespräch mit dem radiologischen Team zu klären.
Wer mehr über die verschiedenen Sequenzen und ihre Bedeutung im MRT erfahren möchte, findet weitere Informationen hier und hier.