Inhalationen im Überblick – Wirkung und Sicherheit

Inhalationen im Überblick – Wirkung und Sicherheit

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Inhalationen sind medizinische Anwendungen, bei denen Wirkstoffe in Form von feinen Tröpfchen oder Gasen über die Atemwege aufgenommen werden, meist durch das Einatmen eines speziellen Nebels.

Was steckt hinter dem Begriff?

Der Ausdruck stammt vom lateinischen „inhalare“, was so viel wie „einatmen“ bedeutet. Im medizinischen Alltag steht er für verschiedene Methoden, bei denen Medikamente oder Lösungen direkt in die Lunge oder die oberen Atemwege gelangen. Ziel ist es, die Wirkstoffe möglichst gezielt und schnell dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden, etwa bei Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung.

Wie funktionieren Inhalationen?

Bei einer Inhalation wird ein Medikament mithilfe eines Geräts, oft eines sogenannten Inhalators oder Verneblers, in einen feinen Nebel verwandelt. Dieser Nebel wird dann über Mund oder Nase eingeatmet. Auf diese Weise gelangen die Wirkstoffe direkt an die Schleimhäute der Atemwege und können dort ihre Wirkung entfalten. Das ist besonders effektiv, weil der Wirkstoff nicht erst durch den Magen-Darm-Trakt und die Leber muss, sondern direkt am Zielort ankommt.

Nicht immer handelt es sich dabei um Medikamente. Auch einfache Kochsalzlösungen können inhaliert werden, zum Beispiel um die Schleimhäute zu befeuchten und das Abhusten zu erleichtern. Gerade bei Erkältungen oder trockener Raumluft kann das sehr wohltuend sein.

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Wann werden Inhalationen eingesetzt?

Inhalationen kommen bei ganz unterschiedlichen Beschwerden zum Einsatz. Besonders häufig sind sie Teil der Behandlung bei Asthma bronchiale oder COPD(chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Hier helfen sie, die Atemwege zu erweitern, Entzündungen zu lindern und Schleim zu lösen.

Auch bei akuten Atemwegsinfekten, wie einer Bronchitis oder einer Nasennebenhöhlenentzündung, greifen viele Ärztinnen und Ärzte auf diese Methode zurück. Selbst bei einfachen Erkältungen kann das Inhalieren von Wasserdampf oder Salzlösungen dazu beitragen, die Symptome zu lindern.

In der Kinderheilkunde spielen sie ebenfalls eine große Rolle: Viele Kinder mit Pseudokrupp oder spastischer Bronchitis profitieren von feuchten Inhalationen, weil sie die Atemwege beruhigen und das Atmen erleichtern.

Welche Geräte gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Inhalationsgeräten. Die bekanntesten sind Dosieraerosole, Pulverinhalatoren und Vernebler. Dosieraerosole geben bei jedem Sprühstoß eine genau festgelegte Menge an Medikament ab. Pulverinhalatoren funktionieren ohne Treibgas. Das Pulver wird durch kräftiges Einatmen in die Atemwege transportiert. Vernebler hingegen verwandeln flüssige Lösungen in einen sehr feinen Nebel, der langsam eingeatmet wird. Sie kommen oft bei Kindern, älteren Menschen oder bei schweren Erkrankungen zum Einsatz, weil sie besonders einfach zu bedienen sind.

Häufige Fragen und Sorgen rund um Inhalationen

Viele Menschen fragen sich, ob Inhalationen Nebenwirkungen haben. Im Vergleich zu Tabletten oder Spritzen ist die Belastung für den Körper meist deutlich geringer, weil der Wirkstoff gezielt wirkt und nur in sehr geringen Mengen in den restlichen Kreislauf gelangt. Bei Asthmasprays zum Beispiel kann es jedoch zu Reizungen im Mund oder Heiserkeit kommen, wenn das Medikament nicht richtig angewendet wird. Deshalb ist die richtige Technik entscheidend.

Ein weiterer Punkt: Manche machen sich Sorgen, dass Inhalationsgeräte kompliziert in der Anwendung sind. Mit etwas Übung gelingt das Inhalieren aber in der Regel problemlos. Die meisten Hausärztinnen und Hausärzte oder Apothekerinnen und Apotheker zeigen gern, wie es richtig geht.

Auch die Frage, ob Inhalationen abhängig machen können, taucht immer wieder auf. Hier kann Entwarnung gegeben werden: Die meisten Inhalationsmedikamente sind bei korrekter Anwendung sicher und machen nicht süchtig. Wichtig ist, sie so zu verwenden, wie es die behandelnde Fachperson empfiehlt.

Praktische Tipps für den Alltag

Damit Inhalationen ihre volle Wirkung entfalten, ist die richtige Anwendung entscheidend. Vor der ersten Anwendung lohnt es sich, sich die Handhabung des Geräts genau erklären zu lassen. Nach der Inhalation von kortisonhaltigen Sprays sollte immer der Mund gründlich ausgespült werden, um Pilzinfektionen vorzubeugen.

Regelmäßige Reinigung des Geräts ist ebenfalls wichtig, damit sich keine Keime ansiedeln. Die meisten Hersteller geben dazu genaue Hinweise. Wer sich unsicher ist, kann in der Apotheke oder beim Fachpersonal nachfragen.

Bei Erkältungen oder trockenen Schleimhäuten kann das Inhalieren von Wasserdampf mit oder ohne Salz eine wohltuende Erleichterung bringen. Dabei sollte das Wasser aber niemals kochend heiß sein, um Verbrühungen zu vermeiden.

Was lässt sich selbst tun?

Wer regelmäßig auf Inhalationen angewiesen ist, kann einiges tun, um die Atemwege zu unterstützen. Viel trinken hilft, den Schleim zu verflüssigen. Eine aufrechte Sitzhaltung beim Inhalieren verbessert die Verteilung des Wirkstoffs in der Lunge. Auch das Vermeiden von Rauch, Staub oder anderen Reizstoffen schont die Atemwege zusätzlich.

Bei Unsicherheiten oder wenn die Beschwerden trotz Inhalation nicht besser werden, sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Manchmal ist eine Anpassung der Therapie nötig oder es steckt eine andere Ursache hinter den Symptomen.

Inhalationen sind eine bewährte Methode, um Atemwegserkrankungen gezielt zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern. Richtig angewendet, sind sie sicher und können den Alltag spürbar erleichtern.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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