Mastzelltumor beim Hund: was der Grad wirklich aussagt

Mastzelltumor beim Hund: was der Grad wirklich aussagt

Ein Mastzelltumor ist der häufigste bösartige Hauttumor beim Hund. Er geht von Mastzellen aus, also von Zellen der Immunabwehr, die überall in der Haut sitzen und Botenstoffe wie Histamin gespeichert halten, mit denen der Körper normalerweise auf Allergien, Insektenstiche und kleine Verletzungen reagiert. Formal zählen alle Mastzelltumoren als bösartig, hinter diesem Wort steckt hier aber eine sehr große Bandbreite: Viele sind mit einer vollständigen Operation praktisch geheilt, ein kleinerer Teil wächst aggressiv und streut in Lymphknoten und Organe.

Zu welcher dieser Gruppen der Tumor deines Hundes gehört, zeigt vor allem die feingewebliche Untersuchung, bei der das entfernte Gewebe unter dem Mikroskop beurteilt wird. Sie liefert auch den Grad, der auf dem Befund steht und der die weiteren Schritte bestimmt.

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Was ein Mastzelltumor ist und was Mastzellen im Körper tun

Mastzellen gehören zur Immunabwehr und sitzen dort, wo der Körper Kontakt zur Außenwelt hat, vor allem in der Haut, im Darm und in den Atemwegen. Sie sind vollgepackt mit kleinen Bläschen, in denen Botenstoffe lagern, allen voran Histamin. Wenn eine Mastzelle diese Bläschen ausschüttet, weiten sich die kleinen Blutgefäße in der Umgebung, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und es kommt zu Rötung, Schwellung und Juckreiz. Im Magen regt Histamin außerdem die Produktion von Säure an. Genau das kennst du von einem Mückenstich, und genau das erklärt später auch die Beschwerden, die ein Mastzelltumor machen kann.

Ein Mastzelltumor entsteht, wenn sich solche Mastzellen an einer Stelle unkontrolliert vermehren. Diese veränderten Zellen geben ihre Botenstoffe leichter und in größerer Menge ab als gesunde Mastzellen. Deshalb ist ein Mastzelltumor nicht nur eine Beule, sondern eine Beule, die ihre Umgebung und bei fortgeschrittener Erkrankung auch den ganzen Körper reizen kann.

Woran du einen Mastzelltumor erkennen kannst

Der Knoten selbst

Ein Mastzelltumor kann klinisch fast alles nachahmen. Er zeigt sich als kleiner haarloser Knoten in der Haut, als weiche Beule unter der Haut, die sich anfühlt wie ein Lipom, also wie eine harmlose Ansammlung von Fettgewebe, als warzenähnliches Gebilde oder als geröteter, offener und nässender Fleck. Er kann überall am Körper sitzen, am häufigsten am Rumpf und an den Beinen. Manche wachsen über Monate kaum, andere innerhalb weniger Wochen deutlich.

Dazu kommt eine Eigenheit, die in der tierärztlichen Praxis gut bekannt ist: Ein Mastzelltumor kann seine Größe von Tag zu Tag verändern, weil die Zellen schubweise Histamin freisetzen und das Gewebe darum anschwillt und wieder abschwillt. Eine Beule, die gestern kleiner war und heute wieder größer ist, ist deshalb kein Zeichen von Harmlosigkeit, sondern eher ein Grund, sie abklären zu lassen.

Zeichen, die vom Histamin kommen

Typisch ist, dass die Stelle nach dem Reiben oder Kratzen rot wird, anschwillt und juckt. Fachleute nennen das das Darier-Zeichen, und es stützt den Verdacht auf einen Mastzelltumor deutlich. Daraus folgt gleich ein praktischer Hinweis für den Alltag: Drücke und reibe an einer verdächtigen Beule möglichst wenig herum, weil du damit weiteres Histamin freisetzt. Rund um den Knoten können außerdem kleine Blutergüsse und Schwellungen auftreten.

Wenn viel Histamin in den Kreislauf gelangt, kommen Beschwerden dazu, die auf den ersten Blick nichts mit der Haut zu tun haben. Dein Hund frisst schlechter, erbricht, hat Magenschmerzen oder wirkt matt. Solche Zeichen sollten immer in die Tierarztpraxis, weil dahinter eine Reizung oder ein Geschwür der Magenschleimhaut stecken kann.

Warum jede neue Beule untersucht gehört

Weil ein Mastzelltumor aussehen kann wie eine harmlose Fettbeule, eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, eine Warze oder ein Insektenstich, lässt er sich weder durch Ansehen noch durch Tasten sicher erkennen. Auch eine erfahrene Tierärztin kann das nicht mit dem Auge entscheiden. Abwarten und beobachten ist deshalb die riskantere Variante, denn je kleiner ein Mastzelltumor bei der Operation ist, desto einfacher lässt er sich vollständig entfernen.

Die Feinnadelaspiration

Der erste Schritt ist fast immer eine Feinnadelaspiration. Dabei wird mit einer dünnen Nadel in die Beule gestochen und eine kleine Menge Zellen abgesaugt, die dann auf einem Glasplättchen unter dem Mikroskop angesehen werden. Das dauert nur Sekunden, ist etwa so unangenehm wie eine Blutabnahme und braucht meist keine Narkose. Mastzellen lassen sich dabei besonders gut erkennen, weil ihre Körnchen sich kräftig anfärben, sodass die Diagnose oft schon am selben Tag steht.

Die Gewebeuntersuchung nach der Operation

Wie sich der Tumor voraussichtlich verhält, zeigt erst die Untersuchung des herausoperierten Gewebes. Dabei wird beurteilt, wie stark die Zellen verändert sind und wie viele von ihnen sich gerade teilen. Daraus ergibt sich der Grad. Außerdem wird geprüft, ob rundherum ein Saum gesunden Gewebes mit entfernt wurde, ob die Schnittränder also sauber sind.

Wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat

Je nach Befund werden zusätzlich der nächstgelegene Lymphknoten punktiert und Milz und Leber im Ultraschall angesehen, manchmal kommt eine Blutuntersuchung dazu. Diese Ausbreitungsuntersuchung, im Fachjargon Staging, beantwortet eine andere Frage als der Grad: Der Grad beschreibt, wie sich die Zellen verhalten, die Ausbreitungsuntersuchung beschreibt, wo sie inzwischen sind. Beides gehört zusammen, und in der aktuellen internationalen Fachempfehlung wird ausdrücklich betont, dass die Ausbreitung allein die Prognose nicht sicher vorhersagt.

Was der Grad im Befund bedeutet

Warum ein Grad 2 so oft verunsichert

Es gibt zwei Einteilungen, die nebeneinander benutzt werden. Die ältere kennt drei Stufen und heißt nach ihrem Urheber Patnaik-System, die neuere kennt nur zwei Stufen, low grade und high grade, also niedriggradig und hochgradig. Die neuere Einteilung wurde eingeführt, weil das mittlere Fach der alten viel zu groß und zu unscharf war und Patholog:innen sich bei genau diesem Grad 2 häufig uneinig waren. Ein Grad 2 war also nie eine klare Aussage, sondern das Fach für alles, was weder eindeutig harmlos noch eindeutig aggressiv aussah.

Genau darum lohnt sich der Blick in die neuere Einteilung, denn erst sie zeigt, wo ein alter Grad 2 tatsächlich landet. In einer Untersuchung an 137 operativ entfernten Mastzelltumoren wurden alle nach beiden Systemen beurteilt. Von den Tumoren mit dem alten Grad 2 fielen 85,6 Prozent in die günstige Gruppe der niedriggradigen Tumoren, und von diesen Hunden lebten nach einem Jahr noch etwa 94 von 100, viele von ihnen noch Jahre. Nur 14,4 Prozent wurden als hochgradig eingestuft, mit einer Ein-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 46 Prozent; für diese kleinere Gruppe sind es im Schnitt oft nur wenige Monate. Ein Grad 2 auf dem Befund ist damit keine schlechte Nachricht, sondern eine unvollständige: Die große Mehrheit dieser Hunde landet in der günstigen Gruppe.

Wenn auf dem Befund deines Hundes nur ein Grad zwischen 1 und 3 steht und keine Angabe zu low grade oder high grade, ist das eine gute Frage für den nächsten Termin. Die Einordnung nach dem neueren System lässt sich oft am selben eingebetteten Gewebe nachholen, und sie sagt mehr über die Aussichten als die alte Zahl.

Was neben dem Grad noch zählt

Auch die neuere Einteilung sagt für den einzelnen Hund nicht mit Sicherheit voraus, wie sich sein Tumor verhalten wird, und die Autor:innen dieser Untersuchung schreiben das ausdrücklich dazu. Deshalb schauen Tierärztin und Tierarzt immer auch auf andere Punkte im Befund, und einer der aussagekräftigsten davon ist, wie schnell sich die Tumorzellen teilen. Im Befund steht dafür der Mitoseindex, also die Zahl der Zellen, die im Mikroskop gerade bei der Zellteilung erwischt wurden. Je niedriger diese Zahl, desto ruhiger verhält sich der Tumor in aller Regel.

Auch die Lage spielt eine Rolle, denn Mastzelltumoren am Hodensack, in der Leiste und in der Achsel neigen häufiger zu einem hochgradigen Verlauf, ebenso Tumoren an Maul und Nagelbett. Und es gibt Rasseunterschiede: Boxer und Möpse sind überdurchschnittlich oft betroffen, entwickeln dabei aber besonders häufig niedriggradige Tumoren, während Shar-Pei und Weimaraner, wenn sie einen Mastzelltumor bekommen, überdurchschnittlich oft einen hochgradigen haben. Die Rasse ist dabei ein Risikofaktor und keine Diagnose, denn jeder einzelne Hund kann jede Form entwickeln.

Wenn der Tumor unter der Haut sitzt

Sitzt der Tumor nicht in der Haut, sondern im Unterhautfettgewebe darunter, ist die Lage meist deutlich günstiger, als viele Halter:innen befürchten. In einer Untersuchung an 306 Hunden mit einem solchen Tumor unter der Haut lebten nach fünf Jahren noch 86 Prozent, und nur etwa 9 Prozent starben an den Folgen des Tumors, obwohl bei 56 Prozent der Operationen die Schnittränder nicht vollständig sauber waren. Die Bewertungssysteme wurden für Tumoren in der Haut entwickelt und stufen die Tumoren unter der Haut deshalb systematisch zu hoch ein. Ein hoch klingender Grad hat hier nicht dasselbe Gewicht wie bei einem Tumor in der Haut.

Gibt es einen gutartigen Mastzelltumor?

Streng genommen nicht, denn eine offiziell gutartige Kategorie existiert bei Mastzelltumoren nicht, sie gelten alle als bösartig. Wenn du das Wort trotzdem hörst, ist damit fast immer ein niedriggradiger Tumor gemeint, und der verhält sich in der ganz überwiegenden Mehrzahl der Fälle tatsächlich gutartig. Er wächst langsam, streut selten und ist mit einer vollständigen Operation für viele Hunde erledigt, ohne dass eine weitere Behandlung nötig wird. Der Begriff ist also fachlich nicht ganz richtig, die Hoffnung dahinter aber sehr oft berechtigt.

Wie behandelt wird

Die Operation

Bei einem Tumor, der sich entfernen lässt, ist die Operation der Standard. Herausgenommen wird nicht nur die Beule, sondern zusätzlich ein Saum gesunden Gewebes ringsherum und in die Tiefe, weil einzelne Tumorzellen weiter reichen können als der tastbare Knoten. Ist ein Lymphknoten befallen, wird er häufig mit entfernt. Weil beim Operieren Histamin frei wird, geben viele Tierärztinnen und Tierärzte vorher und in den Tagen danach ein Antihistaminikum und einen Magenschutz, um Kreislaufreaktionen und Magenbeschwerden vorzubeugen. Bei niedriggradigen Tumoren ist die Operation oft die gesamte Behandlung.

Wenn die Ränder nicht sauber waren

Wenn im Befund steht, dass die Schnittränder nicht frei waren, muss das längst nicht bedeuten, dass ein zweiter Eingriff nötig wird. Bei niedriggradigen Tumoren mit ruhiger Zellteilung bleibt die Rückfallrate auch dann niedrig, wenn im Gewebe noch Tumorzellen am Rand nachweisbar waren, und genau darauf weist die aktuelle internationale Fachempfehlung ausdrücklich hin. Bei den Tumoren unter der Haut zeigte sich dasselbe Bild, obwohl mehr als die Hälfte der Hunde keine sauberen Ränder hatte. Ob nachoperiert, bestrahlt oder erst einmal engmaschig kontrolliert wird, entscheidet deine Tierärztin oder dein Tierarzt anhand von Grad, Zellteilungsrate und Lage.

Medikamente, wenn die Operation nicht reicht

Für Tumoren, die wiederkehren oder sich nicht vollständig entfernen lassen, gibt es Tabletten, die gezielt das Wachstumssignal in den Tumorzellen blockieren. Der am besten untersuchte Wirkstoff dieser Gruppe ist Toceranib, in Europa unter dem Handelsnamen Palladia zugelassen. In der Zulassungsstudie sprachen 37,2 Prozent der behandelten Hunde an, unter einem Scheinmedikament waren es 7,9 Prozent, und die Hunde, bei denen der Wirkstoff wirkte, hatten auch eine bessere Lebensqualität. Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen kommen vor und lassen sich meist durch eine Anpassung der Dosis in den Griff bekommen. Mit Masitinib steht ein zweiter Wirkstoff derselben Gruppe zur Verfügung.

Hat sich die Erkrankung bereits an mehreren Stellen im Körper ausgebreitet, wird häufig eine Chemotherapie eingesetzt, meist als Kombination mehrerer Wirkstoffe. In einer Auswertung von 40 Hunden mit fortgeschrittener Erkrankung lebten die Hunde unter einer solchen Kombination länger als unter einem Kortisonpräparat allein. Eine Chemotherapie läuft beim Hund meist anders ab als beim Menschen, weil so dosiert wird, dass die Verträglichkeit Vorrang hat und die meisten Hunde ihren gewohnten Alltag behalten. Welches Medikament in welcher Menge infrage kommt, hängt vom Gewicht, von den Vorerkrankungen und vom Befund ab und gehört ausschließlich in tierärztliche Hand.

Wenn nicht operiert wird

Es gibt gute Gründe, sich gegen eine Operation zu entscheiden. Der Tumor sitzt an einer Stelle, an der sich nicht genug Gewebe entfernen lässt, dein Hund ist alt oder herzkrank und eine Narkose wäre ein echtes Risiko, die Erkrankung hat schon gestreut, oder du hast die Situation für dich abgewogen und dich anders entschieden. Das ist ein legitimer Weg und kein Versäumnis.

Niemand kann dir allerdings seriös sagen, wie schnell ein unbehandelter Mastzelltumor wächst und wie sein Verlauf aussieht, denn dazu gibt es keine belastbaren Untersuchungen, und vieles hängt davon ab, ob der Tumor niedrig- oder hochgradig ist. Wer sich gegen die Operation entscheidet, entscheidet sich aber nicht gegen jede Behandlung. Die Tabletten gegen das Wachstumssignal, eine Chemotherapie, Kortison, Antihistaminika, Magenschutz und Schmerzmittel können den Tumor bremsen oder zumindest die Beschwerden lindern, die er verursacht. Ein Gespräch über eine rein lindernde Behandlung ist deshalb auch dann sinnvoll, wenn eine Operation für euch nicht infrage kommt.

Wie die Aussichten sind und wie lange ein Hund damit leben kann

Für die meisten Hunde mit einem Mastzelltumor sind die Aussichten besser, als das Wort Krebs befürchten lässt. Ein großer Teil dieser Tumoren ist niedriggradig, und ein niedriggradiger Tumor, der vollständig entfernt wurde, ist für viele Hunde damit erledigt. Diese Hunde leben ihr normales Hundeleben weiter und sterben später an ganz anderen Dingen.

Zahlen helfen dabei nur bedingt, weil sie immer aus einer bestimmten Gruppe von Hunden stammen. In der Untersuchung an den 137 operativ entfernten Tumoren lebten von den Hunden mit einem niedriggradigen Tumor nach einem Jahr noch etwa 94 von 100, von denen mit einem hochgradigen etwa 46 von 100. Bei den Tumoren unter der Haut waren nach fünf Jahren noch 86 Prozent am Leben. Solche Werte sind Durchschnittswerte über sehr unterschiedliche Hunde mit sehr unterschiedlichen Tumoren, Operationen und Nachbehandlungen. Über deinen Hund sagen sie nichts, und ein Hund lebt nie einen Mittelwert.

Was für die Einschätzung im Einzelfall zählt, ist der Grad, die Zellteilungsrate, die Lage, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte und ob Lymphknoten oder Organe betroffen sind. Diese Punkte zusammen kann nur die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilen, die deinen Hund und seinen Befund kennen. Wenn du unsicher bist, ist eine Überweisung in eine Tierklinik mit Schwerpunkt auf Krebserkrankungen oder eine zweite Meinung ein völlig normaler Schritt.

Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet

Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung gelangen große Mengen Histamin und anderer Botenstoffe in den Kreislauf, und dann bestimmt nicht mehr der Knoten das Bild, sondern der Rest des Körpers. Weil Histamin die Magensäure anregt, entstehen Reizungen und Geschwüre in der Magenschleimhaut. Dein Hund frisst dann schlecht oder gar nicht mehr, erbricht, manchmal mit Blutbeimengungen, und der Kot kann durch verdautes Blut schwarz und teerartig aussehen. Dazu kommen Gewichtsverlust, Schwäche, Teilnahmslosigkeit und geschwollene Lymphknoten an der betroffenen Körperhälfte.

Eine Zahl, wie lange dieses Stadium dauert, gibt es nicht, und jede Angabe in Monaten wäre geraten. Was sich in einer Auswertung von Hunden mit fortgeschrittener Erkrankung gezeigt hat, ist etwas anderes: Wie weit sich die Erkrankung verteilt hat, wiegt schwerer als jeder einzelne Messwert. Hunde, bei denen nur ein entfernter Lymphknoten betroffen war, lebten länger als Hunde mit Mastzellen im Blut, und ein Befall an mehr als zwei Stellen war ungünstiger als eine einzelne Stelle. Die Autor:innen dieser Auswertung halten außerdem offen fest, dass für dieses Stadium wirksamere Behandlungen noch fehlen.

Auch dann lässt sich vieles tun. Magenschutz, Antihistaminika, Kortison und Schmerzmittel richten sich nicht gegen den Tumor, sondern gegen das, was er auslöst, und sie können einem Hund spürbar bessere Tage verschaffen. Wenn dein Hund schwarzen, teerartigen Kot absetzt, Blut erbricht, wiederholt erbricht, auffällig schwach wirkt oder nicht mehr frisst, gehört er noch am selben Tag in die Tierarztpraxis oder in den Notdienst, denn dahinter kann eine Blutung aus einem Magengeschwür stecken. Behandeln lässt sich das gut, je früher, desto einfacher.

Lebensqualität und die Frage nach dem Abschied

Viele Halter:innen suchen an diesem Punkt nach einer Regel, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Diese Regel gibt es nicht, und niemand kann sie dir abnehmen. Was es gibt, sind konkrete Dinge, die du an deinem Hund beobachten kannst und die in der Tiermedizin als Anhaltspunkte für Lebensqualität gelten: ob er noch mit Appetit frisst, ob er sich ohne Schmerzen bewegt, ob er Kontakt sucht und auf euch reagiert, ob er noch Freude an dem hat, was ihm immer Freude gemacht hat, und ob seine Schmerzen und seine Übelkeit mit Medikamenten kontrollierbar sind.

Vielen hilft es, über ein oder zwei Wochen kurz aufzuschreiben, ob ein Tag ein guter oder ein schlechter Tag war. Kippt das Verhältnis dauerhaft, ist das eine ehrlichere Grundlage als ein einzelner schlechter Nachmittag, an dem man verzweifelt. Sprich früh mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber, was ihr beobachten wollt und woran ihr die Grenze festmacht, denn dieses Gespräch führt sich leichter, bevor es dringend wird. In der Tierarztpraxis lässt sich außerdem einschätzen, ob Schmerzen im Spiel sind, die dein Hund dir nicht zeigt.

Wenn die Zeit kommt, ist die Entscheidung für ein Einschläfern kein Aufgeben und kein Verrat, sondern eine der letzten Formen von Fürsorge, die du für deinen Hund übernehmen kannst. Du kennst ihn besser als jeder andere, und die Tierarztpraxis, die ihn behandelt, kennt seinen Befund. Zusammen ist das die beste Grundlage, die es für diese Entscheidung gibt.

Quellen

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BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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