Eine Hemisphäre ist die Bezeichnung für eine Hälfte eines Organs oder Körperbereichs, besonders häufig wird damit eine der beiden Gehirnhälften gemeint.
Was bedeutet Hemisphäre im medizinischen Kontext?
Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Halbkugel“. In der Medizin beschreibt Hemisphäre meist eine der beiden Hälften des Gehirns. Das menschliche Gehirn besteht aus einer rechten und einer linken Hemisphäre, die durch eine tiefe Furche, die sogenannte Längsfurche, voneinander getrennt sind. Jede dieser Hälften ist in sich wiederum hochkomplex aufgebaut und übernimmt unterschiedliche Aufgaben im Körper.
Gelegentlich wird das Wort auch für andere Organe verwendet, etwa die Lungenhälften oder die beiden Anteile der Großhirnrinde. Am häufigsten ist aber die Rede von der rechten oder linken Gehirnhälfte.
Die Aufteilung des Gehirns – links und rechts
Das Gehirn ist das zentrale Steuerorgan des Körpers. Die beiden Hemisphären arbeiten eng zusammen, sind aber auch auf bestimmte Funktionen spezialisiert. Die linke Hemisphäre ist bei den meisten Menschen für Sprache, logisches Denken und analytische Fähigkeiten zuständig. Die rechte Hemisphäre verarbeitet eher räumliche Vorstellungen, Kreativität, Musik und das Erkennen von Mustern oder Gesichtern.
Die Verbindung zwischen den beiden Seiten stellt das sogenannte Corpus callosum dar, ein dicker Nervenstrang, der einen ständigen Austausch von Informationen ermöglicht. Viele Bewegungen und Sinneseindrücke werden von der gegenüberliegenden Hemisphäre gesteuert. Das bedeutet zum Beispiel: Die linke Hirnhälfte kontrolliert die rechte Körperseite und umgekehrt.
Wann taucht der Begriff Hemisphäre in Befunden auf?
In Arztbriefen, radiologischen Berichten oder bei neurologischen Untersuchungen steht oft etwas wie „Veränderung in der linken Hemisphäre“ oder „Läsion in der rechten Hemisphäre“. Das gibt an, auf welcher Seite des Gehirns eine Auffälligkeit gefunden wurde. Manchmal wird auch von „hemisphärisch“ gesprochen, wenn etwas nur eine Seite betrifft.
Solche Formulierungen helfen Ärztinnen und Ärzten, die genaue Lokalisation einer Erkrankung, eines Tumors, einer Blutung oder eines Schlaganfalls zu beschreiben. Die genaue Zuordnung ist wichtig, weil sich daraus ableiten lässt, welche Körperfunktionen betroffen sein könnten.
Bedeutung für die Funktion des Körpers
Je nachdem, welche Hemisphäre betroffen ist, können unterschiedliche Symptome auftreten. Ist zum Beispiel die linke Hemisphäre geschädigt, kann es zu Sprachstörungen oder Lähmungen auf der rechten Körperseite kommen. Bei einer Schädigung der rechten Hemisphäre sind oft die Orientierung im Raum, das Erkennen von Gesichtern oder die Steuerung der linken Körperseite beeinträchtigt.
Die Unterscheidung ist auch für die Therapieplanung entscheidend. Wenn in einem Befund von einer „Läsion der rechten Hemisphäre“ die Rede ist, weiß das Behandlungsteam sofort, auf welche Symptome besonders geachtet werden muss.
Weitere Verwendung des Begriffs
Manchmal wird Hemisphäre auch außerhalb des Gehirns verwendet. In der Lunge spricht man von der rechten oder linken Lungenhälfte, in der Leber von verschiedenen Leberlappen, die aber nicht als Hemisphären bezeichnet werden. Im medizinischen Alltag ist mit Hemisphäre fast immer die Gehirnhälfte gemeint.
Wer sich näher für den Aufbau und die Funktion des Gehirngewebes interessiert, findet weitere Informationen im Artikel zum Hirnparenchym.
Zusammenfassung
Hemisphäre steht für eine der beiden Hälften des Gehirns. Die linke und rechte Hemisphäre übernehmen unterschiedliche Aufgaben und sind für verschiedene Körperfunktionen verantwortlich. In medizinischen Texten beschreibt der Begriff, auf welcher Seite des Gehirns Veränderungen, Erkrankungen oder Auffälligkeiten gefunden wurden. Das hilft bei der Einschätzung, welche Symptome auftreten können und welche Behandlung sinnvoll ist.