Frustran bedeutet im medizinischen Zusammenhang, dass eine Behandlung oder ein Versuch keinen Erfolg gebracht hat. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und steht für „vergeblich“ oder „ohne das gewünschte Ergebnis“.
Wo taucht der Begriff auf?
In Arztbriefen, Befundberichten oder auch in Gesprächen mit medizinischem Personal begegnet das Wort frustran häufig. Es beschreibt Situationen, in denen eine Maßnahme, zum Beispiel eine Therapie, ein Medikament oder eine Untersuchung, ausprobiert wurde, aber nicht zum erhofften Resultat geführt hat. Typische Formulierungen sind etwa „frustrane Therapie“, „frustraner Versuch“ oder „frustran verlaufende Behandlung“.
Was bedeutet das konkret für die Behandlung?
Wenn im Befund steht, dass eine Maßnahme frustran war, bedeutet das nicht automatisch, dass keine weiteren Möglichkeiten bestehen. Vielmehr zeigt es, dass ein bestimmter Weg nicht wie gewünscht geholfen hat und nun nach anderen Lösungen gesucht werden muss. Zum Beispiel könnte nach einer frustranen Antibiotikatherapie ein anderes Medikament ausprobiert werden oder nach einer frustranen Schmerztherapie eine alternative Methode in Betracht kommen.
Der Begriff ist dabei rein beschreibend und wertet nicht. Er sagt nichts darüber aus, ob ein Fehler gemacht wurde oder ob die Situation besonders schlimm ist. Vielmehr hilft er, den Verlauf einer Behandlung sachlich zu dokumentieren.
Typische Beispiele aus dem medizinischen Alltag
Oft liest man in Berichten Sätze wie: „Die eingeleitete Therapie verlief frustran.“ Das bedeutet, dass die gewählte Behandlung keine Besserung gebracht hat. Auch bei diagnostischen Maßnahmen kann von frustran die Rede sein, etwa: „Frustraner Versuch der Blutabnahme.“ In diesem Fall hat die Blutentnahme nicht geklappt, etwa weil die Vene nicht getroffen wurde.
Ein weiteres Beispiel: Wenn jemand mit starken Kopfschmerzen verschiedene Medikamente ausprobiert hat, diese aber nicht helfen, kann im Arztbrief stehen: „Bisherige medikamentöse Therapie frustran.“ Dann wird meist eine weitere Abklärung oder ein Wechsel der Behandlung empfohlen.
Ist frustran ein Grund zur Sorge?
Das Auftauchen des Begriffs im Befund kann im ersten Moment verunsichern. Doch frustran bedeutet nicht, dass die Situation ausweglos ist. Es beschreibt lediglich, dass ein bestimmter Versuch nicht erfolgreich war. In der Medizin ist das keine Seltenheit, da nicht jede Therapie bei jedem Menschen gleich wirkt. Oft werden mehrere Behandlungswege nacheinander ausprobiert, bis die richtige Lösung gefunden ist.
Wichtig ist, dass nach einem frustranen Verlauf gemeinsam mit dem behandelnden Team nach Alternativen gesucht wird. Manchmal braucht es Geduld, bis das passende Verfahren gefunden wird.
Was tun, wenn eine Behandlung frustran war?
Wenn eine Therapie nicht den gewünschten Effekt hatte, ist es ratsam, dies offen beim nächsten Arztbesuch anzusprechen. Ärztinnen und Ärzte können dann erläutern, welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Manchmal werden weitere Untersuchungen gemacht, um die Ursache für das Ausbleiben des Erfolgs zu klären. In anderen Fällen wird das Behandlungskonzept angepasst.
Es ist hilfreich, die bisherigen Erfahrungen und etwaige Nebenwirkungen genau zu schildern. Das erleichtert die Suche nach einer neuen, erfolgversprechenderen Lösung.
Begriff frustran im Zusammenhang mit anderen medizinischen Ausdrücken
Manchmal taucht frustran zusammen mit anderen Begriffen auf. Zum Beispiel kann ein Fieber „frustran behandelt“ worden sein, wenn fiebersenkende Mittel nicht angeschlagen haben. In so einem Fall spricht man auch von „afebril“, also ohne Fieber, wenn das Ziel erreicht wurde. Wenn das Fieber aber trotz Behandlung bleibt, war die Therapie frustran.
Auch im Zusammenhang mit operativen Eingriffen kann das Wort stehen. Beispielsweise: „Frustraner Versuch der Wundversorgung.“ Das bedeutet, dass die geplante Maßnahme nicht zum gewünschten Ziel geführt hat.
Kurz zusammengefasst
Frustran beschreibt in medizinischen Texten, dass eine Maßnahme keinen Erfolg gebracht hat. Es ist ein neutraler Begriff, der den Verlauf dokumentiert und darauf hinweist, dass nun nach anderen Wegen gesucht werden sollte. Das Auftreten des Begriffs ist kein Grund zur Panik, sondern Teil des normalen medizinischen Vorgehens, bei dem oft mehrere Ansätze ausprobiert werden, bis die passende Lösung gefunden ist.