Freier Gelenkkörper: Risiko für Gelenkblockade

Freier Gelenkkörper: Risiko für Gelenkblockade

PD Dr. med. Witold Polanski

Ein freier Gelenkkörper ist ein kleiner, festes Teilchen, das sich innerhalb eines Gelenks frei bewegt und dort Beschwerden verursachen kann. Meist besteht so ein Gelenkkörper aus Knorpel, Knochen oder einer Mischung aus beidem und ist nicht mehr mit den umgebenden Strukturen verbunden.

Wie entsteht ein freier Gelenkkörper?

In den meisten Fällen bildet sich ein freier Gelenkkörper, weil sich ein Stück Knorpel oder Knochen aus der Gelenkfläche löst. Das kann durch einen Unfall, eine Verletzung oder durch Verschleiß im Rahmen einer Arthrose passieren. Seltener steckt eine Erkrankung wie die sogenannte Osteochondrosis dissecans dahinter, bei der sich Teile des Knochens und Knorpels ablösen. Auch nach schweren Prellungen oder Brüchen kann es vorkommen, dass kleine Fragmente im Gelenk zurückbleiben und später als freie Körper auffallen.

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Wo treten freie Gelenkkörper am häufigsten auf?

Am häufigsten finden sich freie Gelenkkörper im Kniegelenk. Aber auch das Ellenbogen, Sprunggelenk oder das Hüftgelenk können betroffen sein. Je nach Größe und Lage können die Beschwerden ganz unterschiedlich ausfallen. Manchmal bleibt das Gelenk sogar eine Zeit lang völlig beschwerdefrei, bis sich der freie Körper an einer ungünstigen Stelle einklemmt.

Welche Beschwerden können auftreten?

Typisch ist, dass das Gelenk plötzlich blockiert oder sich nicht mehr richtig bewegen lässt. Manche spüren ein „Schnappen“ oder ein Reiben, wenn der freie Körper zwischen die Gelenkflächen gerät. Auch Schmerzen, Schwellungen oder ein Gefühl von Instabilität können auftreten. Besonders unangenehm ist es, wenn das Gelenk unvermittelt „einrastet“ und sich nicht mehr strecken oder beugen lässt. In solchen Fällen spricht man von einer Gelenkblockade.

Ist ein freier Gelenkkörper gefährlich?

Viele fragen sich, ob so ein Befund schlimm ist. Solange der freie Körper keine Beschwerden macht, besteht meist kein akuter Handlungsbedarf. Problematisch wird es, wenn immer wieder Blockaden, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen auftreten. Dann kann das Gelenk durch die ständigen Reibungen weiter geschädigt werden. Besonders bei jungen Menschen oder Sportlern ist es wichtig, das Gelenk möglichst rasch wieder funktionsfähig zu machen.

Wie wird ein freier Gelenkkörper festgestellt?

Die Diagnose beginnt meist mit einer genauen Befragung und Untersuchung. Ein erfahrener Arzt kann oft schon durch die Schilderung der Beschwerden eine Vermutung äußern. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) helfen, den freien Körper sichtbar zu machen und seine genaue Lage zu bestimmen. Gerade bei kleinen oder aus Knorpel bestehenden Fragmenten ist die MRT besonders hilfreich.

Was passiert bei der Behandlung?

Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von den Beschwerden ab. Macht der freie Körper keine Probleme, kann abgewartet werden. Bei wiederkehrenden Blockaden oder Schmerzen wird meist eine sogenannte Arthroskopie empfohlen. Das ist eine Gelenkspiegelung, bei der das Teilchen mit feinen Instrumenten entfernt wird. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und dauert oft nicht lange. Danach kann das Gelenk meist schnell wieder belastet werden. In seltenen Fällen, wenn der freie Körper sehr groß ist oder das Gelenk stark geschädigt wurde, kann ein größerer Eingriff notwendig sein.

Was kann man selbst tun?

Schonung und das Vermeiden von belastenden Bewegungen helfen, akute Beschwerden zu lindern. Kühlen kann Schwellungen reduzieren. Wer bemerkt, dass das Gelenk blockiert, sollte keine Gewalt anwenden, sondern das Gelenk ruhigstellen und einen Arzt aufsuchen. Regelmäßige Bewegung ohne Überlastung ist wichtig, um die Muskulatur zu erhalten. Bei wiederholten Beschwerden oder Unsicherheit ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Wie häufig sind freie Gelenkkörper?

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber sie sind insgesamt eher selten. Am häufigsten treten sie im mittleren Erwachsenenalter auf, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Besonders Sportler oder Menschen mit wiederholten Gelenkverletzungen haben ein erhöhtes Risiko.

Was passiert, wenn ein freier Gelenkkörper nicht entfernt wird?

Bleibt der freie Körper lange im Gelenk, kann er die Knorpelflächen schädigen und so das Risiko für eine Arthrose erhöhen. Wiederkehrende Blockaden führen dazu, dass das Gelenk immer weniger beweglich wird. Deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung sinnvoll, wenn Beschwerden auftreten.

Ein freier Gelenkkörper ist also kein Grund zur Panik, sollte aber ernst genommen werden, wenn das Gelenk blockiert oder schmerzt. Je nach Situation kann eine einfache Entfernung helfen, das Gelenk wieder voll funktionsfähig zu machen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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