Flexible Ureterorenoskopie – Sanfte Hilfe bei Harnsteinen

Flexible Ureterorenoskopie – Sanfte Hilfe bei Harnsteinen

PD Dr. med. Witold Polanski

Flexible Ureterorenoskopie beschreibt ein modernes, schonendes Verfahren, bei dem mit einem dünnen, biegsamen Instrument die Harnleiter und das Nierenbecken von innen betrachtet und behandelt werden können. Diese Methode wird vor allem genutzt, um Harnsteine zu entfernen oder bestimmte Veränderungen der Schleimhaut im Harntrakt genauer zu untersuchen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei einer flexiblen Ureterorenoskopie wird ein sehr feines, bewegliches Endoskop über die Harnröhre in die Blase und von dort weiter in den Harnleiter und bis ins Nierenbecken vorgeschoben. Das flexible Instrument ist mit einer winzigen Kamera ausgestattet, die Bilder aus dem Inneren der Harnwege direkt auf einen Monitor überträgt. So können Ärztinnen und Ärzte gezielt Veränderungen erkennen und sofort behandeln, falls nötig. Oft werden dabei Harnsteine mit winzigen Zangen oder durch feine Laserfasern zerkleinert und entfernt.

Die Untersuchung findet meist in einer kurzen Narkose oder unter Teilnarkose statt. Du spürst währenddessen also keine Schmerzen. Nach dem Eingriff kann es sein, dass ein dünner Kunststoffschlauch, ein sogenannter Harnleiterstent, für einige Tage in den Harnleiter eingelegt wird. Das erleichtert den Urinabfluss und schützt vor einer möglichen Verengung durch Schwellungen.

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Wann wird die Methode eingesetzt?

Die flexible Ureterorenoskopie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Harnsteine im oberen Harnleiter oder Nierenbecken liegen und Beschwerden verursachen. Auch bei wiederkehrenden Entzündungen, unklaren Blutungen im Urin oder Verdacht auf Tumore in den Harnwegen kann dieses Verfahren wichtige Hinweise liefern. Im Vergleich zu anderen Methoden wie der klassischen, starren Ureterorenoskopie ermöglicht die flexible Variante eine besonders schonende und gründliche Untersuchung bis in die feinsten Verzweigungen des Nierenbeckens.

Gerade bei kleineren oder schwer erreichbaren Steinen ist die flexible Ureterorenoskopie oft die erste Wahl. Auch bei Menschen mit anatomischen Besonderheiten oder nach früheren Operationen bietet das biegsame Instrument Vorteile, da es sich besser an die natürlichen Windungen der Harnwege anpassen kann.

Was bedeutet das für die eigene Gesundheit?

Wer eine flexible Ureterorenoskopie empfohlen bekommt, steht meist vor der Frage, wie belastend dieser Eingriff ist und welche Risiken bestehen. Grundsätzlich handelt es sich um ein minimalinvasives, also besonders schonendes Verfahren. Die meisten Menschen können schon am Tag nach dem Eingriff wieder aufstehen und nach kurzer Zeit nach Hause zurückkehren.

Typische Beschwerden nach der Untersuchung sind leichtes Brennen beim Wasserlassen oder ein verstärkter Harndrang. Diese Symptome verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen. In seltenen Fällen kann es zu einer Harnwegsinfektion oder einer leichten Blutung kommen. Auch ein vorübergehendes Ziehen im Unterbauch ist möglich, besonders wenn ein Harnleiterstent eingesetzt wurde. Sehr selten treten schwerwiegendere Komplikationen auf, etwa eine Verletzung der Harnleiterwand oder eine stärkere Blutung. Insgesamt gilt die flexible Ureterorenoskopie jedoch als sehr sicher.

Was passiert nach dem Eingriff?

Nach der flexiblen Ureterorenoskopie wird meist für kurze Zeit überwacht, ob es zu Nachblutungen oder anderen Auffälligkeiten kommt. Viele können bereits am selben Tag wieder trinken und essen. Falls ein Harnleiterstent eingesetzt wurde, wird dieser nach einigen Tagen oder Wochen in der Regel unkompliziert entfernt.

Wichtig ist, in den ersten Tagen nach dem Eingriff auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. So werden die Harnwege gut durchgespült und mögliche Keime schneller ausgeschieden. Bei Fieber, starken Schmerzen oder auffälligem Blut im Urin sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden.

Vorteile der flexiblen Ureterorenoskopie

Im Vergleich zu älteren Methoden bietet die flexible Ureterorenoskopie einige Vorteile. Sie kommt häufig ohne größere Schnitte aus und ermöglicht eine gezielte Behandlung direkt an der betroffenen Stelle. Gerade bei Harnsteinen kann oft auf eine offene Operation verzichtet werden. Die Erholungsphase ist meist kurz, und viele können schon nach kurzer Zeit wieder ihren gewohnten Alltag aufnehmen.

Auch für die Diagnostik ist das Verfahren wertvoll: Veränderungen an der Schleimhaut, kleine Tumore oder Engstellen im Harnleiter lassen sich direkt erkennen und beurteilen. Durch die hohe Beweglichkeit des Instruments werden auch schwer zugängliche Bereiche erreicht, was die Aussagekraft der Untersuchung erhöht.

Wo gibt es weitere Informationen?

Wer sich noch genauer über die flexible Ureterorenoskopie oder andere endoskopische Verfahren im Harntrakt informieren möchte, findet auf dieser Seite einen ausführlichen Überblick zum Thema Ureterorenoskopie. Dort werden Ablauf, Risiken und weitere Details rund um die Untersuchung verständlich erklärt.

Die flexible Ureterorenoskopie ist heute ein wichtiger Baustein in der modernen Urologie. Sie verbindet eine gründliche Diagnostik mit einer schonenden, gezielten Behandlung und hilft so, Harnsteine und andere Veränderungen im Harntrakt sicher und effektiv zu behandeln.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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