Fibrin – Das Netz für Wundheilung

Fibrin – Das Netz für Wundheilung

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Fibrin ist ein körpereigenes Eiweiß, das bei der Blutgerinnung eine zentrale Rolle spielt und dafür sorgt, dass Wunden verschlossen und Blutungen gestoppt werden.

Wie entsteht Fibrin im Körper?

Kommt es zu einer Verletzung, setzt der Körper eine ganze Kaskade von Reaktionen in Gang, um den Blutverlust zu stoppen. Dabei wird das Eiweiß Fibrinogen, das normalerweise gelöst im Blut schwimmt, durch ein spezielles Enzym namens Thrombin umgewandelt. Aus dem löslichen Fibrinogen entstehen dabei feine, fadenartige Strukturen – das Fibrin. Diese Fäden legen sich wie ein Netz über die Wunde und verbinden sich mit Blutplättchen. So bildet sich ein stabiler Pfropf, der die verletzte Stelle abdichtet. Erst durch dieses Netz wird der Blutfluss zuverlässig gestoppt und eine erste Grundlage für die spätere Wundheilung geschaffen.

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Die Bedeutung von Fibrin für die Wundheilung

Fibrin ist nicht nur ein „Klebstoff“ für die Blutstillung, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Heilung. Das feinmaschige Netz gibt den Zellen in der Wunde Halt, damit sich neues Gewebe bilden kann. In den ersten Stunden nach einer Verletzung sorgt es dafür, dass die Wunde ruhig bleibt und nicht wieder aufreißt. Nach und nach wird das Fibrin vom Körper abgebaut und durch frisches Gewebe ersetzt. Ohne diesen natürlichen Prozess könnten Verletzungen nicht richtig verschließen und wären anfällig für Infektionen.

In manchen Fällen kann sich Fibrin auch als weißlicher Belag auf einer Wunde zeigen. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass der Körper gerade dabei ist, die Wunde zu verschließen und neues Gewebe zu bilden. Mehr dazu findet sich im Artikel zum Fibrinbelag.

Wo begegnet man dem Begriff Fibrin noch?

Fibrin taucht nicht nur in der Beschreibung natürlicher Heilungsprozesse auf. Auch in der modernen Medizin wird es gezielt eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte Fibrinkleber. Dabei handelt es sich um ein medizinisches Produkt, das aus Fibrinogen und Thrombin besteht. Wird beides gemischt, entsteht direkt an Ort und Stelle Fibrin. Diese Technik kommt vor allem bei Operationen oder der Versorgung schwer heilender Wunden zum Einsatz. So lässt sich die Blutung stoppen oder Gewebe stabilisieren, wenn die körpereigene Gerinnung nicht ausreicht.

Wann spielt Fibrin eine Rolle bei Erkrankungen?

Meist ist Fibrin ein nützlicher Bestandteil der Blutgerinnung. Es gibt jedoch Situationen, in denen zu viel oder zu wenig Fibrin gebildet wird. Bei bestimmten Erkrankungen des Gerinnungssystems kann das Gleichgewicht gestört sein. Wird zu wenig Fibrin gebildet, kann es zu anhaltenden Blutungen kommen. Entsteht dagegen zu viel Fibrin, können sich Blutgerinnsel bilden, die Gefäße verstopfen und so zum Beispiel eine Thrombose oder sogar einen Schlaganfall auslösen. Solche Störungen werden jedoch meist im Rahmen spezieller Laboruntersuchungen entdeckt und gezielt behandelt.

Kurz erklärt: Fibrin im medizinischen Befund

In Arztbriefen oder Laborberichten taucht der Begriff Fibrin oft im Zusammenhang mit der Wundheilung oder bei der Beschreibung von Blutgerinnungsprozessen auf. Ist im Befund von einem „Fibrinbelag“ die Rede, ist meist der natürliche Heilungsprozess gemeint. Nur selten steckt eine behandlungsbedürftige Störung dahinter. In anderen Fällen kann ein erhöhter Fibrinwert auf eine verstärkte Gerinnungsaktivität im Körper hinweisen, was dann im Zusammenhang mit anderen Laborwerten genauer betrachtet wird.

Fibrin ist also ein natürlicher Bestandteil des Körpers, der vor allem bei Verletzungen und der Blutstillung eine entscheidende Rolle spielt. Nur bei bestimmten Erkrankungen oder ungewöhnlichen Laborwerten kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen. In den meisten Fällen ist Fibrin einfach ein Zeichen dafür, dass der Körper tut, was er soll: Wunden verschließen und Heilung ermöglichen. Wer mehr über spezielle Anwendungen wie Fibrinkleber oder den Fibrinbelag auf Wunden wissen möchte, findet dazu weiterführende Informationen in den verlinkten Artikeln.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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