Deckplatte – Rolle für die Wirbelsäule

Deckplatte – Rolle für die Wirbelsäule

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Deckplatte ist ein Begriff aus der Medizin und beschreibt die obere Begrenzung eines Wirbelkörpers in der Wirbelsäule.

Was ist die Deckplatte genau?

In der Wirbelsäule besteht jeder einzelne Wirbel aus mehreren Teilen. Die Deckplatte ist dabei die obere Knochenschicht eines Wirbelkörpers. Sie bildet sozusagen das „Dach“ dieses Wirbels. Direkt über der Deckplatte liegt die Bandscheibe, die wie ein Puffer zwischen den Wirbeln wirkt. Das Gegenstück zur Deckplatte ist die sogenannte Grundplatte, die den unteren Abschluss eines Wirbelkörpers darstellt.

Die Aufgabe der Deckplatte ist es, das Gewicht, das auf die Wirbelsäule wirkt, gleichmäßig zu verteilen und die Bandscheibe zu stützen. Sie sorgt dafür, dass die Bandscheibe nicht in den Wirbelkörper gedrückt wird und hält die Wirbel stabil aufeinander.

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Wann taucht der Begriff auf?

Der Ausdruck Deckplatte findet sich häufig in Arztbriefen, Befunden nach Röntgenaufnahmen oder MRTs der Wirbelsäule. Besonders relevant wird die Deckplatte, wenn es um Verletzungen oder Veränderungen an der Wirbelsäule geht. In Berichten liest man dann Formulierungen wie „intakte Deckplatte“, „Deckplattenimpression“ oder „Einbruch der Deckplatte“. Gemeint ist damit immer die oberste Knochenschicht eines Wirbels.

Warum ist die Deckplatte wichtig?

Die Deckplatte spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität der Wirbelsäule. Sie trägt dazu bei, dass die Bandscheiben ihre Funktion als Stoßdämpfer erfüllen können. Ist die Deckplatte gesund und intakt, bleibt die Wirbelsäule flexibel und belastbar. Kommt es jedoch zu Schäden, etwa durch einen Unfall, Osteoporose oder einen Bandscheibenvorfall, kann die Deckplatte in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ein typisches Beispiel ist der sogenannte Deckplatteneinbruch. Dabei wird die Deckplatte durch einen zu starken Druck nach unten eingedrückt oder bricht ein. Das passiert oft bei älteren Menschen mit Knochenschwund (Osteoporose) oder nach einem Sturz aus größerer Höhe. Mehr dazu findest du im Artikel zum Deckplatteneinbruch.

Was bedeutet ein Schaden an der Deckplatte?

Nicht jede Veränderung an der Deckplatte ist automatisch problematisch. Leichte Unebenheiten oder kleine Eindrückungen können auch im Rahmen normaler Abnutzung entstehen. Erst wenn die Deckplatte stark beschädigt ist oder ein Einbruch vorliegt, kann das zu Schmerzen, Instabilität oder sogar zu Nervenreizungen führen. Dann sprechen Ärztinnen und Ärzte häufig von einem Deckplatteneinbruch oder einer Deckplattenimpression.

In solchen Fällen ist meist eine genauere Untersuchung nötig. Mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT lässt sich gut erkennen, wie stark die Deckplatte betroffen ist und ob weitere Strukturen, etwa die Bandscheibe oder das Rückenmark, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Häufige Formulierungen im Befund

In medizinischen Texten tauchen immer wieder bestimmte Begriffe rund um die Deckplatte auf. „Deckplattenimpression“ beschreibt eine Eindellung der Deckplatte, meist durch Druck von oben. „Deckplattenödem“ bedeutet, dass sich Flüssigkeit im Knochen unter der Deckplatte angesammelt hat, oft als Zeichen einer Überlastung oder Entzündung. „Deckplattenfraktur“ steht für einen Bruch der Deckplatte, meist nach einem Unfall oder bei starker Osteoporose.

Wird im Befund geschrieben, dass die Deckplatte „intakt“ ist, bedeutet das, dass keine Verletzung oder krankhafte Veränderung vorliegt.

Was kann man selbst tun?

Solange die Deckplatte gesund ist oder nur altersübliche Veränderungen zeigt, besteht kein Grund zur Sorge. Eine stabile Wirbelsäule lässt sich durch ausreichend Bewegung, gezieltes Training der Rückenmuskulatur und eine kalziumreiche Ernährung unterstützen. Wer Osteoporose vorbeugen möchte, profitiert außerdem von Vitamin D und regelmäßiger körperlicher Aktivität.

Bei Schmerzen, auffälligen Befunden oder nach einem Unfall sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Nur so lässt sich klären, ob tatsächlich eine behandlungsbedürftige Veränderung der Deckplatte vorliegt oder ob es sich um harmlose Abnutzungserscheinungen handelt.

Kurz zusammengefasst

Die Deckplatte ist die obere Knochenschicht eines Wirbelkörpers und spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und Funktion der Wirbelsäule. Schäden an der Deckplatte treten meist durch Unfälle oder Knochenschwund auf und werden in medizinischen Berichten genau beschrieben. In den allermeisten Fällen ist der Begriff Deckplatte jedoch rein anatomisch und kein Grund zur Besorgnis. Bei speziellen Fragen zu Verletzungen oder Einbrüchen lohnt sich ein Blick auf den Artikel zum Deckplatteneinbruch.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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