Couplets im EKG verständlich erklärt

Couplets im EKG verständlich erklärt

PD Dr. med. Witold Polanski

Couplets sind in der Medizin eine spezielle Form von Herzrhythmusstörung, bei der zwei zusätzliche Herzschläge direkt hintereinander auftreten. Diese Extraschläge stammen meist aus den Herzkammern oder den Herzvorhöfen und unterbrechen den normalen Herzschlagrhythmus für einen kurzen Moment.

Wie entstehen diese doppelten Extraschläge?

Das Herz arbeitet normalerweise in einem regelmäßigen Takt. Manchmal jedoch entstehen sogenannte Extrasystolen, das sind zusätzliche Schläge, die außerhalb des normalen Rhythmus auftreten. Wenn zwei dieser Extraschläge unmittelbar nacheinander kommen, sprechen Fachleute von Couplets. Diese können sowohl aus den Vorhöfen (supraventrikulär) als auch aus den Herzkammern (ventrikulär) stammen. Besonders häufig werden Couplets im EKG, also im Elektrokardiogramm, entdeckt, das die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.

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Was bedeutet das für die Gesundheit?

Viele Menschen erschrecken, wenn sie im Befund den Begriff Couplets lesen. Tatsächlich sind einzelne Extraschläge oder auch Couplets in vielen Fällen harmlos. Sie treten bei gesunden Menschen ebenso wie bei Personen mit Herzerkrankungen auf. Oft werden sie gar nicht bemerkt, manchmal spürt man sie als Herzstolpern oder einen kurzen Aussetzer. Erst wenn Couplets gehäuft auftreten oder sich mit weiteren Rhythmusstörungen verbinden, kann es medizinisch bedeutsam werden.

Mehr Informationen zur Entstehung und Bedeutung von Couplets gibt es hier: Couplets Herz.

Wann ist Vorsicht geboten?

Couplets sind für sich genommen meist kein Grund zur Sorge. Problematisch kann es werden, wenn sie sehr häufig auftreten, sich zu längeren Serien verbinden oder mit anderen Symptomen wie Schwindel, Ohnmacht oder Brustschmerzen einhergehen. In solchen Fällen könnte eine ernstere Herzrhythmusstörung vorliegen, wie zum Beispiel eine sogenannte Arrhythmie. Mehr dazu findest du hier: Arrhythmie.

Gerade bei Menschen mit bekannten Herzproblemen oder nach einem Herzinfarkt sollten Couplets genauer untersucht werden. Sie können in seltenen Fällen das Risiko für schwerere Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern erhöhen. Ein Arzt oder eine Ärztin entscheidet dann, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.

Wie werden Couplets festgestellt?

Meist werden Couplets zufällig im EKG entdeckt, manchmal auch im Langzeit EKG, das über 24 Stunden oder länger aufzeichnet. Das EKG zeigt, wie das Herz schlägt und ob es zu Extraschlägen kommt. Ärztinnen und Ärzte achten dabei auf die Anzahl, die Art und das Muster der Extraschläge. Wichtig ist auch, ob sie in Ruhe oder bei Belastung auftreten. In manchen Fällen werden zusätzliche Untersuchungen wie ein Herzultraschall oder ein Belastungstest empfohlen, um die Ursache zu klären.

Was kann man selbst tun?

Wenn Couplets im EKG festgestellt wurden, ist das in vielen Fällen kein Grund zur Beunruhigung. Häufig hängen Extraschläge mit Stress, Schlafmangel, Koffein oder Alkohol zusammen. Wer auf einen regelmäßigen Lebensstil achtet, ausreichend schläft und Genussmittel in Maßen konsumiert, kann Extraschläge oft reduzieren. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemübungen helfen, das Herz zu beruhigen. Sollte das Herzstolpern häufiger werden oder mit Beschwerden wie Schwindel oder Atemnot einhergehen, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Welche Rolle spielt die Diagnose Arrhythmie?

Couplets sind eine spezielle Form der Herzrhythmusstörung und zählen zu den sogenannten Arrhythmien. Nicht jede Arrhythmie ist gefährlich. Viele bleiben unbemerkt und benötigen keine Behandlung. Erst wenn sie Beschwerden verursachen oder das Risiko für Komplikationen steigt, wird genauer hingeschaut. Die Behandlung hängt dann von der Ursache und den Begleiterkrankungen ab. Mehr über den Umgang mit Herzrhythmusstörungen steht auf der Seite Arrhythmie.

Was bedeuten medizinische Begriffe im Zusammenhang mit Couplets?

Im Befund können Begriffe wie „ventrikuläre Couplets“ oder „supraventrikuläre Couplets“ auftauchen. „Ventrikulär“ bedeutet, dass die Extraschläge aus den Herzkammern kommen. „Supraventrikulär“ heißt, sie stammen aus den Vorhöfen. Diese Unterscheidung hilft den Fachleuten, das Risiko einzuschätzen und gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Treten Couplets nur gelegentlich auf und verursachen keine Beschwerden, besteht meist kein Grund zur Sorge. Kommen jedoch Symptome wie starke Herzrasenattacken, Schwindel, Ohnmacht oder Brustschmerzen dazu, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Bei Menschen mit bekannten Herzerkrankungen sollte das Auftreten von Couplets immer mit dem behandelnden Kardiologen besprochen werden.

Weitere Infos zu Herzrhythmusstörungen und deren Bedeutung gibt es im Artikel über Arrhythmie.

Was tun, wenn der Begriff im Befund steht?

Wenn im Arztbrief oder EKG Bericht Couplets erwähnt werden, ist das zunächst eine Beschreibung des Herzrhythmus, keine eigenständige Krankheit. In den meisten Fällen bedeuten sie keine akute Gefahr. Ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt hilft, Unsicherheiten zu klären und das persönliche Risiko einzuschätzen. Wer sich Sorgen macht oder Fragen hat, sollte diese offen ansprechen. Oft genügt schon ein kurzer Check, um Klarheit zu bekommen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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