Bronchien – So arbeiten die Luftwege

Bronchien – So arbeiten die Luftwege

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Bronchien sind ein Teil der Atemwege im menschlichen Körper und bezeichnen die röhrenförmigen Verzweigungen, die von der Luftröhre in die Lunge führen und dort weiter in kleinere Äste aufgeteilt werden.

Wie sind die Bronchien aufgebaut?

Nach dem Einatmen gelangt die Luft zunächst durch die Nase oder den Mund in die Luftröhre. Am unteren Ende der Luftröhre teilt sich diese in zwei Hauptbronchien – jeweils einer für die rechte und einer für die linke Lunge. Diese Hauptbronchien verzweigen sich in der Lunge immer weiter, ähnlich wie Äste eines Baumes. Die größeren Verzweigungen werden als Bronchien bezeichnet, die kleineren als Bronchiolen. Am Ende dieser feinsten Verästelungen befinden sich die sogenannten Alveolen, die winzigen Lungenbläschen, in denen der Sauerstoffaustausch stattfindet.

Die Wände der Bronchien sind von einer Schleimhaut ausgekleidet und enthalten kleine Härchen, sogenannte Flimmerhärchen. Diese transportieren Staub, Schmutzpartikel und Krankheitserreger aus der Lunge heraus. Zusätzlich sind die Bronchien von einer dünnen Muskelschicht umgeben, die sich zusammenziehen oder entspannen kann. Das sorgt dafür, dass die Luftmenge reguliert wird, die in die Lunge gelangt.

Mehr zum Aufbau der gesamten Lunge und wie die Bronchien darin eingebettet sind, findest du auch im Artikel Aufbau Der Lunge.

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Welche Funktion haben die Bronchien?

Die Hauptaufgabe der Bronchien ist der Transport der Atemluft. Sie sorgen dafür, dass die eingeatmete Luft von der Luftröhre bis tief in die Lunge gelangt. Dort wird der Sauerstoff aus der Luft ins Blut aufgenommen und gleichzeitig das Abfallprodukt Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben, um ausgeatmet zu werden.

Neben dem Lufttransport übernehmen die Bronchien auch eine Schutzfunktion. Die Schleimhaut und die Flimmerhärchen fangen Staub, Pollen, Bakterien und andere Fremdstoffe ab. Diese werden dann durch Husten oder über den Rachen wieder nach außen befördert. So helfen die Bronchien, die Lunge vor Infektionen und schädlichen Stoffen zu schützen.

Was bedeutet es, wenn im Befund „Bronchien“ erwähnt werden?

In medizinischen Berichten oder Arztbriefen taucht der Begriff „Bronchien“ häufig auf. Oft wird dabei beschrieben, ob die Bronchien unauffällig sind oder ob Veränderungen festgestellt wurden. Häufige Formulierungen sind zum Beispiel „freie Bronchien“, „unauffällige Bronchien“ oder „Bronchien ohne Sekret“. Das bedeutet, dass keine krankhaften Veränderungen sichtbar sind und die Atemwege frei durchgängig sind.

Werden jedoch Auffälligkeiten beschrieben, kann das auf Entzündungen, Verengungen oder andere Probleme hinweisen. Typische Erkrankungen der Bronchien sind zum Beispiel die Bronchitis (Entzündung der Bronchien) oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). In solchen Fällen wird im Befund meist genauer beschrieben, was festgestellt wurde, etwa „verschleimte Bronchien“ oder „verengte Bronchien“.

Gibt es unterschiedliche Arten von Bronchien?

Im medizinischen Sprachgebrauch werden die Bronchien nach ihrer Größe und Lage unterschieden. Die Hauptbronchien sind die beiden größten Äste direkt nach der Luftröhre. Sie verzweigen sich in die sogenannten Lappenbronchien, die jeweils für einen Lungenlappen zuständig sind. Diese teilen sich weiter in Segmentbronchien und noch kleinere Untereinheiten, bis am Ende die Bronchiolen erreicht werden. Je kleiner die Verzweigungen, desto feiner werden die Bronchien und desto näher sind sie an den Lungenbläschen.

Was passiert bei Erkrankungen der Bronchien?

Die Bronchien können durch verschiedene Faktoren gereizt oder krankhaft verändert werden. Häufige Ursachen sind Infektionen durch Viren oder Bakterien, Allergien oder das Einatmen von Schadstoffen wie Zigarettenrauch. Bei einer Bronchitis zum Beispiel kommt es zu einer Entzündung der Bronchialschleimhaut. Das führt zu Husten, Schleimbildung und manchmal auch zu Atemnot. Chronische Erkrankungen wie Asthma oder COPD betreffen ebenfalls die Bronchien und können die Atmung dauerhaft beeinträchtigen. In solchen Fällen stehen spezielle Diagnostik und Behandlung im Vordergrund, die im jeweiligen Arztbrief oder Befund genauer erläutert werden.

Woran erkennst du gesunde Bronchien?

Wenn die Bronchien gesund sind, ist die Atmung frei und unauffällig. Es gibt keine anhaltenden Hustenanfälle, keine Atemnot und keine ungewöhnlichen Geräusche beim Atmen wie Pfeifen oder Rasseln. In bildgebenden Untersuchungen wie dem Röntgenbild oder einer Bronchoskopie zeigen sich die Bronchien dann ohne Auffälligkeiten. Auch bei einer normalen Lungenfunktion sprechen Ärztinnen und Ärzte von „freien“ oder „unauffälligen“ Bronchien.

Was kannst du für die Gesundheit deiner Bronchien tun?

Um die Bronchien gesund zu halten, ist es ratsam, auf das Rauchen zu verzichten und möglichst schadstoffarme Luft zu atmen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft unterstützt die Lungenfunktion. Bei Infekten hilft es, ausreichend zu trinken, damit der Schleim in den Bronchien gelöst werden kann. Wer zu Allergien neigt, sollte bekannte Auslöser meiden, um die Bronchien nicht zusätzlich zu belasten.

Sollte im Arztbrief oder Befund der Begriff „Bronchien“ auftauchen, bedeutet das meist einfach, dass die Atemwege beschrieben werden. Nur wenn Auffälligkeiten genannt werden, kann es sinnvoll sein, gezielt nachzufragen, was das für die eigene Gesundheit bedeutet. In vielen Fällen sind die Bronchien jedoch einfach ein normaler Bestandteil der Untersuchung und geben Hinweise auf die Funktion der Lunge insgesamt.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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