Atemzugvolumen: Was verraten die Werte?

Atemzugvolumen: Was verraten die Werte?

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Das Atemzugvolumen beschreibt die Luftmenge, die beim normalen Einatmen oder Ausatmen bewegt wird.

Wie viel Luft passt in die Lunge?

Mit jedem ruhigen Atemzug strömt eine bestimmte Menge Luft in die Lunge und wieder hinaus. Diese Menge wird als Atemzugvolumen bezeichnet. Im medizinischen Sprachgebrauch taucht oft auch der Fachbegriff „Tidalvolumen“ auf, der dasselbe meint. Gemeint ist damit die Luftmenge, die bei normaler, entspannter Atmung, also ohne besondere Anstrengung, ein und ausgeatmet wird.

Im Durchschnitt liegt das Atemzugvolumen bei einem gesunden Erwachsenen bei etwa 500 Millilitern pro Atemzug. Das entspricht ungefähr dem Volumen einer kleinen Wasserflasche. Bei Kindern ist die Menge geringer und hängt vom Alter und der Körpergröße ab. Das Atemzugvolumen kann sich aber verändern, zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung oder bestimmten Erkrankungen.

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Warum ist das Atemzugvolumen wichtig?

Das Atemzugvolumen spielt eine zentrale Rolle für die Sauerstoffversorgung des Körpers. Mit jedem Atemzug gelangt frische, sauerstoffreiche Luft in die Lunge. Dort wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid, ein Abfallprodukt des Stoffwechsels, abgegeben. Ist das Atemzugvolumen zu gering, kann es passieren, dass der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Bei gesunden Menschen sorgt der Körper automatisch dafür, dass die richtige Menge Luft aufgenommen wird, entweder durch einen tieferen Atemzug oder durch eine schnellere Atmung.

Auch in der Medizin ist das Atemzugvolumen eine wichtige Messgröße. Es wird zum Beispiel bei Lungenfunktionstests, in der Beatmungsmedizin oder bei der Überwachung von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen gemessen. Die Werte helfen, die Atmung besser einzuschätzen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Wie wird das Atemzugvolumen gemessen?

Zur Messung des Atemzugvolumens kommt meist ein sogenanntes Spirometer zum Einsatz. Das ist ein Gerät, in das man ruhig und gleichmäßig atmet. Es misst, wie viel Luft bei jedem Atemzug ein und ausgeatmet wird. Die Untersuchung ist einfach, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie wird häufig bei Routineuntersuchungen, bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD oder vor Operationen durchgeführt.

Bei Menschen, die künstlich beatmet werden, wird das Atemzugvolumen direkt am Beatmungsgerät eingestellt und überwacht. So kann die Versorgung optimal an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Was beeinflusst das Atemzugvolumen?

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, wie groß das Atemzugvolumen ausfällt. Alter, Körpergröße, Geschlecht und körperliche Fitness wirken sich aus. Bei körperlicher Belastung, etwa beim Sport, steigt das Atemzugvolumen deutlich an, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken. Auch die Atmung wird dann schneller.

Bestimmte Erkrankungen können das Atemzugvolumen verringern. Dazu zählen zum Beispiel chronische Lungenerkrankungen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit des Brustkorbs. In solchen Fällen kann es zu Kurzatmigkeit oder einem Gefühl von Luftnot kommen. Bei gesunden Menschen passt sich das Atemzugvolumen aber in der Regel flexibel an die jeweiligen Anforderungen an.

Wann ist das Atemzugvolumen auffällig?

In Befunden oder Arztbriefen wird das Atemzugvolumen meist im Rahmen einer Lungenfunktionsprüfung angegeben. Ein auffällig niedriger Wert kann auf eine Lungenerkrankung oder eine Atemstörung hinweisen. Ein zu hohes Atemzugvolumen ist dagegen selten und tritt meist nur bei bewusster, tiefer Atmung oder unter bestimmten Bedingungen auf, etwa bei einer Beatmungstherapie.

Für die meisten Menschen ist das Atemzugvolumen aber kein Grund zur Sorge. Es ist ein natürlicher Teil der Atmung und verändert sich im Alltag ständig, je nachdem, was der Körper gerade braucht.

Was kann man selbst tun, um die Atmung zu unterstützen?

Eine gesunde Lunge profitiert von Bewegung und frischer Luft. Regelmäßige Spaziergänge, moderater Sport und gezielte Atemübungen können helfen, das Atemvolumen zu erhalten oder sogar zu verbessern. Wer raucht, sollte versuchen, das Rauchen aufzugeben, denn Tabakrauch schädigt die Lunge und kann das Atemzugvolumen langfristig verringern.

Auch eine aufrechte Körperhaltung und das Vermeiden von Übergewicht wirken sich positiv auf die Atmung aus. Bei anhaltenden Beschwerden wie Luftnot, Husten oder einem auffällig niedrigen Wert im Lungenfunktionstest empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen.

Das Atemzugvolumen ist eine wichtige, aber meist unbewusst ablaufende Funktion des Körpers. Solange die Atmung problemlos funktioniert, muss man sich darüber in der Regel keine Gedanken machen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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